<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102</id><updated>2012-02-16T09:05:01.450+01:00</updated><category term='Horror'/><category term='Fantasy'/><category term='Brief'/><category term='Kurzgeschichten'/><category term='Roman'/><category term='BookRix'/><category term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>mathias-erhart.at</title><subtitle type='html'>... like art could save a wretch like me, with some ideal ideology that no one can hope to achieve.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>34</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-128972407428236097</id><published>2010-03-21T11:13:00.004+01:00</published><updated>2010-03-21T11:26:57.069+01:00</updated><title type='text'>I believe, regardless. I believe in everyone.</title><content type='html'>Dieses Mal spare ich es mir, darüber zu schreiben, wie es zurzeit mit der Arbeit an meinen Texten aussieht. Schlussendlich wird es doch wieder anders kommen, als gedacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb gleich zu dem, was sicher ist: Nämlich zwei neue Geschichten:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2010/03/erinnerungen.html"&gt;Erinnerungen&lt;/a&gt;: Da ich mir bei diesem Buch sehr viel Mühe gegeben habe, es dem BookRix Format anzupassen, stelle ich hier direkt diese Version ein. Es war mein erster Versuch, Text mit Fotos von mir zu kombinieren und ich finde das Ergebnis gar nicht schlecht gelungen.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2010/03/sehnsucht.html"&gt;Sehnsucht&lt;/a&gt;: Natürlich darf auch ein Text aus meiner Kurzgeschichtenreihe nicht fehlen. Allerdings bin ich dort zurzeit an einem Punkt, den ich immer vermeiden wollte. Ich habe mir immer vorgenommen, sollte ich einmal eine Buchreihe beginnen, den ersten Teil erst zu veröffentlichen, wenn der letzte bereits geschrieben ist, um nicht in die peinliche Situation zu kommen, irgendwann die Lust zu verlieren und dann keinen Abschluss zu haben. Bei "So weit mich meine Füße tragen ..." hat es sich allerdings mehr durch Zufall ergeben, dass daraus eine Reihe geworden ist und zurzeit bin ich mir nicht sicher, ob sie irgendwann ein zufriedenstellendes Ende finden wird.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-128972407428236097?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/128972407428236097/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=128972407428236097' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/128972407428236097'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/128972407428236097'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2010/03/i-believe-regardless-i-believe-in.html' title='I believe, regardless. I believe in everyone.'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-2971320107953085799</id><published>2010-03-21T11:08:00.005+01:00</published><updated>2010-03-21T11:26:49.043+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='BookRix'/><title type='text'>Erinnerungen</title><content type='html'>&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Manchmal tauchen fast vergessene Erinnerungen plötzlich wieder auf und  nehmen eine Bedeutung in unserem Leben an, die wir selbst nie geahnt  hätten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;table style="text-align: left; margin-left: auto; margin-right: auto;" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;&lt;a href="http://www.bookrix.de/_mybookpid-de-mathias.erhart_1252933972.5779449940-mathias.erhart" target="_blank"&gt;&lt;img src="http://www.bookrix.de/prsmedia/_bxripic_290x2000-mathias.erhart_1252933972.5779449940.jpg" border="0"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-2971320107953085799?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/2971320107953085799/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=2971320107953085799' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2971320107953085799'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2971320107953085799'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2010/03/erinnerungen.html' title='Erinnerungen'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-3421215605163785683</id><published>2010-03-21T10:59:00.005+01:00</published><updated>2010-03-21T11:26:27.505+01:00</updated><title type='text'>Sehnsucht</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: center; font-style: italic;"&gt;Die Sehnsucht in mir:&lt;br /&gt;Einst wärmendes Feuer,&lt;br /&gt;von dir und der Liebe genährt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sehnsucht nach ihr:&lt;br /&gt;Jetzt nur mehr sengende Hitze&lt;br /&gt;die mich von innen verzehrt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Reglos bleibe ich vor dem geöffneten Schrank stehen. Eigentlich wollte ich darin nach etwas suchen, doch alle Gedanken daran sind mit einem Mal aus meinem Kopf gewichen. Für einen Moment halte ich in meiner Starre inne und blicke auf den Gegenstand hinab, dessen Anblick mich derart aus der Fassung gebracht hat. Es braucht einige Zeit, bis ich langsam meine Hand danach ausstrecke und nach einem weiteren kurzen Zögern nach der Plastikkarte greife. Mit gemischten Gefühlen hebe ich sie höher zu mir, um sie genauer zu betrachten. Vor blauem Hintergrund ist darauf ein kleines, braunes Bärchen gezeichnet, das ein rosa Herz in seinen Pfoten hält. Daneben steht in großen, weißen Lettern: Ich liebe dich.&lt;br /&gt;Sarah hat mir diese Karte geschenkt, natürlich, und seither habe ich sie hier aufbewahrt, ohne ihr viel Beachtung zu schenken. Ehrlich gesagt habe ich mich damals nicht einmal sehr über das Geschenk gefreut. Eine Karte, wie man sie zu dutzenden in jedem Geschenkartikelgeschäft bekommt und deren Aufdruck so allgemeingültig ist, dass er eigentlich gar nichts aussagt.&lt;br /&gt;Umso mehr wundert es mich, dass mich gerade der Anblick dieses Kärtchens jetzt so stark trifft. Auch nach eingehender Betrachtung kann ich nicht entscheiden, an was es liegt. Vielleicht einfach an der Botschaft? An diesem „Ich liebe dich“? Obwohl ich erst seit drei Tagen von Sarah getrennt bin, kann ich mir jetzt schon nicht mehr vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn einem diese Worte gesagt werden. Oder liegt es daran, dass dies genau die Art von Geschenk ist, die Sarah gefällt? Und dass darin doch auch etwas von ihrer Persönlichkeit steckt, etwas, das mich an sie erinnert?&lt;br /&gt;Ich drehe die Karte in meiner Hand und denke darüber nach, was ich damit machen soll. Es ist eines der wenigen Dinge, die mir von dieser Zeit mit Sarah geblieben sind. Soll ich sie wegwerfen? Ich will sie auf jeden Fall nicht jeden Tag sehen, immerhin ist es besser, Sarah bald wieder zu vergessen.&lt;br /&gt;Nach weiterem Nachdenken stecke ich sie zwischen ein paar Briefe, die ebenfalls im Schrank stehen. Dort will ich sie aufbewahren, als Erinnerung an Sarah.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center; font-style: italic;"&gt;Die Zeit mit ihr:&lt;br /&gt;Zu groß die Erwartungen,&lt;br /&gt;die Hoffnung auf Erfüllung vergebens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zeit mit dir:&lt;br /&gt;Trotz aller Zweifel&lt;br /&gt;doch die schönste meines Lebens.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Gedankenversunken stehe ich da und blicke durch eines der Fenster des Waggons auf die vorbeiziehenden Bäume. Bei der Geschwindigkeit des Zuges wirkt es wie ein einheitlicher Brei aus Braun und Grün. Meine Augen sind zu erschöpft, um sich auf Details zu konzentrieren. Ich bin zu erschöpft. Ein langer Tag liegt hinter mir.&lt;br /&gt;Schon gleich nach dem Aufstehen hat der Stress begonnen. Ich habe verschlafen. Und das in der Nachmittagschicht. Erst um halb eins bin ich endlich aus dem Bett gekrochen. Keine Zeit mehr für Mittagessen. Auf dem Weg habe ich mir noch kurz was geholt und dann hieß es auch schon schnellstens zur Arbeit, wo mich sofort die drückende Schwüle empfing, die in den Sommermonaten dort immer vorherrscht. Nachdem ich von meinem Kollegen noch die letzten Anweisungen bekommen hatte, verabschiedete er sich mit einem Großteil der restlichen Belegschaft und ich blieb zusammen mit ein paar wenigen Mitarbeitern zurück, um die letzte Schicht für diese Woche zu absolvieren.&lt;br /&gt;Wie gewohnt verrichtete ich meine Arbeit und versank schnell in meinen Gedanken. Mehr und mehr Bilder aus meiner Zeit mit Sarah tauchten in meinem Kopf auf und ich verlor mich geradezu darin. Es war fast, als würde ich all unsere schönen Stunden noch einmal durchleben. Meine Handgriffe führte ich dabei vollkommen mechanisch aus und es ist beinahe ein Wunder, dass durch meine Träumerei nichts passiert ist.&lt;br /&gt;Irgendwann wurde ich dann von einem Arbeitskollegen darauf hingewiesen, dass es bald Zeit würde, mit dem Aufräumen zu beginnen. Ich erschrak, als ich seine Stimme hörte, die mich zurück in die Realität riss. In eine Realität, in der all diese schönen Momente Vergangenheit waren und es auch keine Hoffnung gab, sie irgendwann wieder aufleben zu lassen. Alle Wunden brachen noch einmal auf und es tat in diesem Moment mehr weh, als an dem Tag, an dem Sarah sich von mir getrennt hatte. Am liebsten hätte ich mich in diesem Moment in irgend ein Ecke verkrochen, doch es blieb mir nichts anderes übrig, als auch die letzte Stunde noch irgendwie zu überstehen.&lt;br /&gt;Wie jedes Mal vor dem Wochenende säuberte ich noch die Maschinen und fand mich in dieser Zeit damit ab, dass diese schöne Zeit mit Sarah ein für allemal vorbei war. Ein Gefühl der Trauer breitete sich in mir aus und in gewisser Weise habe ich erst in diesen Momenten bemerkt, wie viel ich mit Sarah verloren habe.&lt;br /&gt;Jetzt trennen mich nur noch wenigen Minuten vom lang ersehnten Wochenende, an dem ich meine Ruhe habe und mich entspannen kann. Es wird mir gut tun und vielleicht wird es mir dann gelingen, Sarah endlich zu vergessen. Bis dahin muss ich es noch in diesem Zug aushalten, der überfüllt ist mit Leuten in meinem Alter, die bereits unterwegs in irgendwelche Discos oder Bars sind. Sie alle sind laut, viele davon haben wohl bereits vorgetrunken. Schon gleich nach dem Einsteigen bin ich nahe der Türen stehengeblieben, um so wenig wie möglich mit diesen Leuten in Kontakt zu kommen. Bereits auf diese Entfernung machen sie mich nervös.&lt;br /&gt;Als sich die Zugtüren endlich öffnen, glaube ich für einen Moment, Sarah am Bahnhof stehen zu sehen. Gleich dort an der ersten Straßenlaterne neben der Treppe, die Arme vor der Brust verschränkt. So wie sie immer dagestanden hatte, wenn sie mich nach meiner Schicht vom Bahnhof abgeholt hatte. Aber jetzt ist sie natürlich nicht da, auch wenn ich es mir beinahe gewünscht hätte. Ich steige aus dem Zug aus und gehe, noch immer verwirrt von meinen eigenen Gedanken, auf diese Laterne zu, deren oranges Licht noch von der Helligkeit der Dämmerung überstrahlt wird. In meinem Kopf läuft der Film weiter. Wie Sarah jedes Mal zu lächeln begann, sobald sie mich erblickt hatte. Und wie wir uns dann liebevoll mit einem sanften Kuss und einer Umarmung begrüßten.&lt;br /&gt;Erst als der Zug hinter mir wieder abfährt, komme ich zurück ins Hier und Jetzt. Irritiert blicke ich mich um und fühle mich an diesem Platz verloren. Ich denke an den Heimweg und das lange Wochenende, das vor mir liegt. An die Ruhe, die ich haben werde und an die Zeit, um über all das nachzudenken. Doch während ich unter dem sinnlosen Leuchten der Straßenlampe stehe, kommt mir all das schrecklich leer vor und ich weiß überhaupt nicht mehr, wie ich mich überhaupt darauf freuen konnte. In diesem Moment sträubt sich in mir sogar alles dagegen, mich in diese Leere zu begeben. Ich würde sogar lieber arbeiten, jetzt sofort. Hauptsache ich hätte jemanden um mich oder etwas in der Nähe, das mich ablenkt.&lt;br /&gt;Kurz verharre ich in diesen Gedanken und in mir ist eine solche Erschöpfung, dass ich mich am liebsten an diesem Ort hinsetzen würde und nie mehr aufstehen. Schon der kleinste Schritt scheint mir zu anstrengend für das, was ich noch zu erwarten habe.&lt;br /&gt;Dann sind die Gefühle so schnell verschwunden, wie sie gekommen sind. Kurz wundere ich mich noch über mich selbst, dann mache ich mich auf den Weg nach Hause.&lt;br /&gt;„Du musst sie vergessen“, flüstere ich dabei vor mich hin und hoffe, dass es mir bald gelingen wird.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center; font-style: italic;"&gt;Mein Leben ohne dich:&lt;br /&gt;Leer scheinen die Tage,&lt;br /&gt;die ich nicht mit dir teilen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dein Leben ohne mich:&lt;br /&gt;Denkst du an mich,&lt;br /&gt;zumindest dann und wann?&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es ist Sonntag. Das Mittagessen, das gleichzeitig mein Frühstück war, liegt bereits hinter mir. Nun sitze ich gelangweilt am Küchentisch und gehe das Telefonbuch meines Handys durch. Ich suche nach jemandem, mit dem ich mich treffen könnte. Ich will mich von meinen Gedanken ablenken und ich will am Ende des Tages sagen können, dass ich dieses Wochenende wenigstens etwas unternommen habe.&lt;br /&gt;Aber natürlich ist es schließlich ihr Name, der mich innehalten lässt, bei dem ich einen kurzen Stich in meinem Herzen spüre und der in mir sofort das Bedürfnis auslöst, die Anruftaste zu drücken. Nur eine Bewegung meines Fingers trennt mich von ihrer Stimme. Nur eine Bewegung meines Fingers trennt mich von ihr.&lt;br /&gt;Sekundenlang verweile ich mit meinem Daumen knapp über der Taste. Auf dem Display lese ich immer wieder ihren Namen und darunter ihre Telefonnummer. Wie oft hatte ich in den letzten Wochen bei ihr angerufen oder ihr eine Nachricht geschickt? Doch nun kann ich es nicht mehr. Es wäre falsch. Ich will doch über sie hinwegkommen …&lt;br /&gt;Stattdessen gehe ins Nachrichtenverzeichnis und lese mir die Mitteilungen durch, die ich von ihr noch gespeichert habe. Es sind nicht viele und im Nachhinein wünschte ich, ich hätte jede einzelne aufbewahrt. Nachdem ich die letzte Nachricht gelesen habe, fange ich wieder bei der ersten an. Ein ums andere Mal gehe ich die Liste durch und es scheint mir, als würden diese kurzen Texte bei jedem Lesen andere Gefühle in mir auslösen. Anfangs kommen mir die Worte beinahe fremd vor. Hatte Sarah so etwas wirklich zu mir gesagt? Anscheinend hatte ich es damals gar nicht wahrgenommen. Danach rühren mich ihre Liebesbekundungen an und ich frage mich, wie ich so dumm sein konnte, all das zu vermasseln. Und schlussendlich werde ich wütend. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob auf sie oder mich oder auf etwas ganz anderes. Vielleicht auf die Liebe oder die Welt im gesamten. Ich weiß es nicht.&lt;br /&gt;Resigniert lege ich mein Handy nach einiger Zeit auf den Tisch. Der Tag ist gelaufen. Ich will heute bestimmt nichts mehr unternehmen. Mein Gesicht ruht in meinen Handflächen, die Ellenbogen auf die Tischplatte gestützt. In mir spüre ich das Verlangen, irgend etwas zu unternehmen. Egal was.&lt;br /&gt;Nach einigen Momenten greife ich doch noch einmal zum Mobiltelefon und bin kurz davor, Sarah und alles von ihr einfach zu löschen, um auf diese Weise wenigstens das hinter mir zu lassen. Aber beim Anblick ihres Namens schaffe ich nicht einmal das. Noch nicht.&lt;br /&gt;Ein weiters Mal liegt das Telefon vor mir auf dem Tisch. Unschlüssig starre ich in die Richtung, doch die Konturen und Farben verschwimmen vor meinen Augen. Was soll ich nur tun?&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center; font-style: italic;"&gt;Mein Leben nach dir:&lt;br /&gt;Jeder Gedanke an Glück&lt;br /&gt;führt  noch immer zu dir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Leben nach ihr:&lt;br /&gt;Erwacht aus einem Traum,&lt;br /&gt;zurückgeworfen in der Zeit,&lt;br /&gt;zurück in die Angst,&lt;br /&gt;in die Einsamkeit,&lt;br /&gt;zurück in die Qualen&lt;br /&gt;und die Dunkelheit.&lt;br /&gt;Zurück in die Verzweiflung,&lt;br /&gt;die Verzweiflung in mir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-3421215605163785683?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/3421215605163785683/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=3421215605163785683' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3421215605163785683'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3421215605163785683'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2010/03/sehnsucht.html' title='Sehnsucht&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Sehnsucht.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-2576695895919789906</id><published>2009-06-20T12:44:00.011+02:00</published><updated>2009-06-21T15:37:18.931+02:00</updated><title type='text'>Love's an excuse to get hurt</title><content type='html'>War ja eigentlich klar. Kaum schreibe ich, dass ich zurzeit sehr fleißig bin, und schon gibt es drei Monate nichts Neues von mir.&lt;br /&gt;Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass ich in dieser Zeit nicht unbedingt faul war. Ich habe einiges geschrieben und auch die Texte, die ich heute online stelle, sind eigentlich schon lange fertig. Allerdings hatte ich in letzter Zeit immer das Gefühl, nicht richtig auf dem Punkt zu sein. Als würde ich die Gefühle und Gedanken, die ich vermitteln will, nicht genau formulieren können. Ich habe mir dann immer vorgenommen, diese Texte noch einmal zu überarbeiten und sie so näher an das zu bringen, was ich eigentlich geplant hatte. Allerdings hat auch das nicht wirklich funktioniert und deshalb stellt ich die Texte jetzt einfach ein. Zurzeit bekomme ich es nicht besser hin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem liefen auch ein paar andere Sachen nicht gerade perfekt, aber das muss ich wohl nicht weiter erläutern, denn das kann man auch erraten, wenn man die Themen der beiden neuen Geschichten betrachtet. Oder die Überschrift ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier also die zwei Texte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/06/ewige-liebe.html"&gt;Ewige Liebe&lt;/a&gt;: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Es stellte sich mir die Frage, ob Romantik tatsächlich existiert oder vielmehr nur eine Vorstellung ist. Eine Art Traum, der irgendwann Einzug in die Fantasie der Menschen gehalten hat und seither durch unsere Geschichten und Lieder am Leben erhalten wird. Und höchstens dann einen Platz in der Realität findet, wenn zwei Menschen sich finden, die beide von dieser Vorstellung gehört haben und jetzt versuchen, sie in ihr Leben einzubringen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/06/ende.html"&gt;Ende&lt;/a&gt;: Ein weiterer Text zu meiner Kurzgeschichtenreihe. Aber keine Angst, es ist noch nicht der letzte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-2576695895919789906?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/2576695895919789906/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=2576695895919789906' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2576695895919789906'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2576695895919789906'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/06/loves-excuse-to-get-hurt.html' title='Love&apos;s an excuse to get hurt'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-372918086079209742</id><published>2009-06-20T12:29:00.007+02:00</published><updated>2009-06-21T15:33:58.745+02:00</updated><title type='text'>Ewige Liebe</title><content type='html'>Ein steifer Wind wehte ihm entgegen. Sein T-Shirt flatterte um seinen Körper und links und rechts von ihm wurden die langen Schilfgräser auf den Sanddünen zu Boden gedrückt. Doch jetzt würde er nicht mehr umkehren. Sein Weg war nicht mehr weit.&lt;br /&gt;Nur wenige Schritte später hatte er den Strand endgültig erreicht und nicht weit vor ihm breitete sich das Meer endlos aus. Salziger Geruch strömte in seine Nase, seine Ohren wurden von dem sanften und gleichmäßigen Rauschen erfüllt. Er blieb stehen. Seine Beine waren müde geworden. Vor allem die letzten Meter durch den Sand hatten ihm zugesetzt.&lt;br /&gt;Es war ein düsterer Spätsommertag. Über dem Meer hing eine fleckige Wolkendecke, die nur aus Grau und Weiß bestand. Die Sonne stand schon tief und war nur durch einen besonders hellen Fleck in den Wolken zu erkennen. Seine Augen tränten leicht, als er in diese Richtung blickte. Die Sicht war trübe und die Farben hatten all ihre Kraft verloren. Er blickte am Ufer entlang in die Ferne und konnte dort nur erahnen, wo die Trennlinie zwischen Sand und Wasser war. Kein Mensch war zu sehen.&lt;br /&gt;Er setzte sich wieder in Bewegung. Nur ein paar Meter entfernt hatte er einen verwitterten Baumstamm entdeckt, der hier wohl einmal als Treibholz angeschwemmt worden war. Der Wind blies ihm jetzt in die Seite und zerzauste seine Haare, doch es störte ihn nicht. Es fühlte sich vielmehr gut auf seiner Haut an. Beim Baumstamm angekommen ließ er sich erschöpft darauf nieder und verharrte dann, den Blick auf das Meer gerichtet. Fast verträumt beobachtete er einige Momente die kleinen aber hektischen Bewegungen der Wasseroberfläche, bevor er den Mut fand, in sein Inneres zu horchen. Ganz sanft richtete er seine Konzentration erst auf sein Herz, danach auf seine Gedanken. Ein glückliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht und erfüllte es mit Leben. Er fühlte sich gut. Es war das erste Mal, seit diesem Tag, an dem sein Lebensweg plötzlich ins Leere geführt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwas mehr als eine Woche war es her. Es hätte ein schöner Tag werden sollen. Der erste Tag seines Urlaubs, von dem er sich erhofft hatte, er könnte viel Zeit davon mit ihr verbringen.&lt;br /&gt;Sie. Er kannte sie etwas mehr als ein halbes Jahr. Erst waren sie nur befreundet gewesen, doch es hatte sich mehr daraus entwickelt. Zumindest für ihn. Und er hatte geglaubt, bei ihr das gleiche zu sehen. Die viele Zeit, die sie miteinander verbrachten. Wie sie sich alles anvertrauten. Das Gefühl, dass sie einander in gleichem Maße brauchten.&lt;br /&gt;Schlussendlich hatte er all den Mut zusammen genommen, den er hatte aufbringen können. Es hatte zumindest so weit gereicht, um ihr einen Brief zu schreiben, in dem er ihr seine Gefühle offenbart hatte. Er hatte mehrere Tage daran geschrieben. Hatte ja nichts vergessen wollen.&lt;br /&gt;An diesem ersten Urlaubstag hatten sie sich getroffen. Er hatte den Brief bei sich, war sich aber noch immer nicht sicher gewesen, ob er ihn ihr geben würde. Doch das Zusammensein mit ihr war wieder so unglaublich schön gewesen, wie er es in Erinnerung gehabt hatte. Beim Abschied hatte er den Brief hervorgezogen. Sein Stimme hatte leicht gezittert, als er ihr erklärt hatte, dass er noch etwas für sie habe. Sie hatte den Brief entgegen genommen. Ein Lächeln war auf ihren Lippen erschienend und es war ihm gewesen, als hätte sie bereits gewusst, was darin stehen würde und als hätte sie mit diesem Lächeln schon gesagt, dass sie ebenso empfand.&lt;br /&gt;Er hatte den ganzen Abend gewartet und auf einen Anruf oder ein anderes Zeichen gehofft. Nichts war geschehen. Der nächste Tag war gekommen. Er war zu Hause geblieben, hatte auf ihre Reaktion gewartet. Wieder nichts. Gegen Abend hatte er einen ersten, zaghaften versuch gewagt, nachzufragen, was los sei. Er hatte ihr eine SMS geschickt. Auf eine Antwort hatte er vergeblich gewartet. Am nächsten Tag hatte er es mit Anrufen versucht, doch niemand hatte sich gemeldet.&lt;br /&gt;Weitere Tage waren vergangen. Er hatte es nicht mehr gewagt, sie anzurufen oder sie auf andere Weise zu bedrängen. Auch sie hatte sich nicht gemeldet. Niemand hatte sich gemeldet. Vielleicht hatte er in den Monaten davor seine Freunde zu sehr vernachlässigt.&lt;br /&gt;Und während er in seiner stillen Wohnung auf irgend ein erlösendes Ereignis gewartet hatte, hatte ihn mehr und mehr die Gewissheit erfüllt, dass es das gewesen war. Er hatte sie verloren. Sie wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Keine Erklärung. Keine versöhnlichen Worte zum Abschied. Sie hatte sich voll und ganz von ihm und seinen Gefühlen abgewandt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die weiteren Tage hatte er ebenfalls in seiner Wohnung verbracht. Nur wenn es unbedingt nötig war, war er kurz rausgegangen um einzukaufen oder den Müll rauszubringen. Dazwischen war er durch seine kleinen Räumen geschritten und hatte sich Gedanken gemacht, viele Gedanken. Über sie. Über ihn. Darüber, was er falsch gemacht hatte.&lt;br /&gt;Doch anstatt zu einem Ergebnis zu kommen, hatten sich all diese Gedanken nur immer mehr in seinem Kopf angesammelt, sich ineinander verheddert und ihn mehr und mehr durcheinander gebracht. Heute Mittag hatte er es nicht mehr ausgehalten. Er hatte das dringende Gefühl, dass seine Gedanken mehr Platz brauchten. Und so war er ins Freie gestürmt und losgegangen. Auf dem Weg hatte er den Faden seiner Gedankengänge langsam aufgedröselt. Nach und nach hatte er einen der Gedanken der letzten Tage in den Griff bekommen und diesen jedes Mal unbeachtet auf die Straße, in die Wiese oder den Sand geworfen. Er hatte mit all dem nichts mehr zu tun haben wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nun, am Strand, trübte tatsächlich keiner dieser Gedanken mehr seine Stimmung. Nein, als er in sein Inneres geblickt und zum ersten Mal seit Tagen wieder Glück verspürt hatte, war da nur ein einziges Bild in ihm gewesen. Es war sie, die bereits seit Monaten den Mittelpunkt seines Denkens bildete. Nach und nach war ihr Bild unter all den Gedanken aufgetaucht und jetzt stand es wieder so vor ihm, wie er es in Erinnerung hatte, bevor alles schief gegangen war. Wie ein warmes, goldenes Licht spürte er die Liebe, die er immer noch für sie empfand, von diesem Bild ausgehen. Erinnerungen an ihre gemeinsamen Stunden tauchten auf, kreisten um ihr Bild und verschwanden wieder. Das Gefühl der Liebe wurde immer stärker in ihm. Sein Herz füllte sich mit Wärme. Ruhe breitete sich in ihm aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wind zerzauste seine Haare und wehte um sein Gesicht, das regungslos in einem Ausdruck von Glück und Zufriedenheit verblieb. Im Hintergrund sank der helle Fleck der Sonne immer mehr dem Horizont entgegen und das Licht wurde allmählich schwächer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er fühlte jenes Glück in ihm aufsteigen, das er durch sie gefunden hatte. Noch nie hatte er eine Liebe gespürt, wie die, die sie in ihm ausgelöst hat und er glaubte auch nicht, dass er jemals wieder etwas derartiges finden würde. Er hatte das Schönste gesehen und erlebt, was es auf der Welt gab. Was wollte er mehr? Allein die Erinnerung daran bescherte ihm mehr als genug Glück. Alles, was jetzt noch kommen würde, würde diese Erinnerung nur verschütten, wie es schon einmal fast passiert war. Das wollte er nicht. Nein, das wollte er nicht.&lt;br /&gt;Kurz kehrte er mit seinen Gedanken zurück in die Gegenwart und blickte mit den Augen an der Uferlinie entlang. Zum ersten Mal bemerkte er ein leichtes Frösteln auf seiner Haut, doch es störte ihn nicht. Er wollte hier bleiben, an diesem Ort. Wo nur die ewig gleichmäßigen Bewegungen der Wellen und der Wolken ihn ablenken konnten und wo er in Gedanken bei seiner einzigen großen Liebe verharren konnte. Er brauchte nichts und niemanden und er brauchte nie mehr etwas anderes. Das hier würde ihm für immer genügen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er zog sich wieder in sich zurück. Während die Sonne langsam unterging, verharrte er weiter in der gleichen Haltung, noch immer mit dem selben Gesichtsausdruck. Man hätte tatsächlich meinen können, er würde bis in alle Ewigkeiten regungslos an diesem Ort verweilen. Schlussendlich ging die Sonne ganz unter und die Szenerie verschwand in beinahe vollkommener Dunkelheit. Kein Mondlicht drang durch die Wolkendecke. Nur in seinem Inneren war weiterhin dieses Licht, das ihn die Dinge sehen ließ, die für ihn wirklich wichtig waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Es war einer der ersten Abende, die wir zusammen verbracht haben. Wir standen an der Ecke, an der sich unsere Wege trennten, und unterhielten uns. Unsere Stimmen und unser Lachen hallten von den Häuserwänden der leeren Stadt wider. Wir vergaßen die Zeit und der letzte Bus war längst abgefahren, als wir zum ersten Mal daran dachten, auf die Uhr zu sehen.&lt;br /&gt;Ich habe sie bis zu ihrer Wohnung begleitet. Vor der Haustür musste ich kurz daran denken, wie eine solche Szene typischerweise in Filmen aussieht. Aber meine Gefühle waren damals noch anders gewesen und ich habe mir nichts erwartet. Sie hatte mir eine gute Nacht gewünscht und ich war umgekehrt, den ganzen Weg zurückgelaufen und dann noch einmal etwa gleich weit in die andere Richtung. Keinen Schritt davon habe ich bereut.&lt;br /&gt;Mit lautem Gelächter sind wir durch den Sturm gerannt. Ein Freund hatte uns in sein Ferienhaus zu einer Party eingeladen. Während wir über Feldwege dorthin unterwegs waren, wurde der Wind immer stärker und als das Haus schon in Sichtweite kam, spürten wir die ersten Regentropfen auf der Haut. Um nicht nass zu werden, rannten wir querfeldein los. Schwer atmend und immer noch lachend standen wir vor der Tür und sie erkundigte sich bei mir, ob ihre Frisur noch in Ordnung war. Mit unsicheren Bewegungen beförderte ich die blonden Strähnen, die durcheinander geraten waren, wieder an die richtigen Stellen. Dabei freute ich mich darüber, dass sie mit mir so vertraut umging, ohne Hintergedanken. Doch gleichzeitig habe ich in diesem Moment zum ersten Mal das angenehme Gefühl wahrgenommen, das ihre Nähe fortan in mir auslöste.&lt;br /&gt;Am nächsten Morgen fuhren wir nach einer langen Nacht mit dem Bus in die Stadt zurück. Sie war sehr müde und während der Fahrt schloss sie die Augen und schlief wenig später ein. Den Kopf an die Fensterscheibe gelehnt, das Licht der Morgensonne auf ihren Wangen. Ihr friedlicher Gesichtsausdruck brachte mich zum Lächeln und die ganze Fahrt über betrachtete ich sie und hatte das Gefühl, auf eine besondere Art mit ihr verbunden zu sein.&lt;br /&gt;Ein lauer Sommerabend im Stadtpark. Ziellos wandelten wir durch die Dunkelheit. Über uns rauschte der Wind im Blätterdach der Bäume. Sie ging in eine der Wiesen und ließ sich dort nieder und ich setzte mich ihr gegenüber. Zwischen uns waren an diesem Abend nicht viele Worte gefallen. Sie zog ihr Handy heraus und drückte darauf herum. Ihr Gesicht wurde vom schwachen Licht des Displays erhellt und ich war von ihrer Schönheit fasziniert. Wie gefangen betrachtete ich ihr konzentriertes Gesicht, bis sie plötzlich ihren Kopf hob und sich unsere Blicke trafen. Für ein paar Momente war ich in ihren Augen versunken, bis auf ihrem Gesicht ein Lächeln erschienen und ich …&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Erinnerung verblasste für einen Moment und er musste sich konzentrieren, um wieder hineinzufinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ihre Augen liebte ich am meisten. In hellem Licht sind sie von einem sehr dunklen Braun. Doch bei schwächerem Licht sind sie vollkommen schwarz und glänzen wie dunkle Edelsteine zwischen ihren Augenlidern.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erneut begann die Erinnerung zu flackern. Es war ihm, als würde etwas versuchen, sie ihm zu entreißen. Windböen zerrten an seinen Gedanken, an seinen Kleidern. Noch kurz versuchte er, sich an dem Bild ihrer Augen festzuhalten, dann wurde es ihm vom Wind entrissen und in die Dunkelheit der Nacht davongetragen. Unerwartet fand er sich in der Realität wieder. Ein eisiges Frösteln durchfuhr ihn. Seine Zähne klapperten und seine Hände waren schon richtig durchgefroren. Er hätte nie geglaubt, dass es so sehr abkühlen würde. Sein T-Shirt bot ihm kaum Schutz gegen diese Kälte. Er schlang seine Arme um seinen Oberkörper, um wenigstens etwas gegen die Kälte zu unternehmen, doch es half nicht viel. Er hätte sich gewünscht, jetzt jemanden zu haben, an dem er sich hätte wärmen können, doch es war niemand da.&lt;br /&gt;Er war vollkommen einsam. Um ihn Dunkelheit. Von irgendwoher kam ein bedrohliches Rauschen, das in seinen Ohren dröhnte. Angst stieg in ihm auf, während er auf dem Baumstamm zitternd vor und zurück wippte. Vergebens ließ er seinen Blick durch die Nacht schweifen, denn da war auch niemand, der seine Angst hätte mit ihm durchstehen können oder der ihn hätte aufbauen können.&lt;br /&gt;Nach kurzem Überlegen erhob er sich mit steifen Gliedern vom Baumstamm. Seine tauben Hände tasteten unsicher über das verwitterte Holz. Unsicher kletterte er darüber hinweg und legte sich dahinter in den Sand. Auch hier war es kalt, aber zumindest war er etwas vor dem Wind geschützt. Langsam ließ das Zittern nach und während sein Körper allmählich zur Ruhe kam, versuchte er wieder eine seiner Erinnerungen zu erhaschen.&lt;br /&gt;Doch noch bevor ihm dies gelang, spürte er Regentropfen, die nasse Punkte auf seinem T-Shirt und seiner Hose hinterließen. Erst vereinzelt, dann immer häufiger. Wieder war niemand da, der ihn davor schützen konnte. Zusammengekauert lag er unter dem dunklen Himmel, während es über ihm zu regnen begann und der Sand unter ihm nass wurde. Schutzsuchend drückte er sich so nahe wie möglich an den Baumstamm, den einzigen Anhaltspunkt, den er in dieser Dunkelheit hatte.&lt;br /&gt;Nach kurzer Zeit hörte der Regen zum Glück wieder auf, doch die Kälte war nun noch tiefer in seinen Körper gekrochen. Heftiges Zittern schüttelte ihn und er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Die Kälte beherrschte all seine Gedanken. Sein Herz war das einzige, was ihm noch ein wenig Hoffnung und Wärme schenkte, aber es war viel zu wenig, als dass es wirklich etwas ausrichten konnte. Die Zeit schien sich zu dehnen und in ihm stieg das Gefühl auf, er würde tatsächlich schon eine ganze Ewigkeit hier liegen und noch eine weitere Ewigkeit hier liegen müssen. Verzweiflung machte sich in ihm breit. Verstörende Bilder bevölkerten seine Gedanken, die ihn immer wieder dazu brachten, seine Augen aufzureißen, nur um dann in die undurchdringliche Dunkelheit vor ihm zu starren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er musste eingeschlafen sein. Als er die Augen öffnete, stand die Sonne knapp über dem Horizont und schickte ihre ersten Strahlen über das Meer. Mühsam rappelte er sich auf und klopfte sich den Sand von seinen feuchten Klamotten. Aus seinen Händen schien jedes Gefühl gewichen und er fühlte sich müde und kraftlos. Sein Mund war wie ausgetrocknet und sein Magen knurrte. Ohne noch einmal darüber nachzudenken, machte er sich mit schweren Füßen auf den Weg nach Hause. Es gab nichts, was ihn hier noch hielt. Er war am Ende, kaputt … nur sein Herz, das schien noch immer ein wenig von dieser Kraft in sich zu haben, die er gestern gespürt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der selbe Weg, den er gekommen war, führte ihn auch wieder zurück. Er tastete sich an dem Faden entlang, den er ausgelegt hatte. Und trotz seiner schlechten Verfassung, suchte er sorgfältig alle Gedanken zusammen, die er so achtlos von sich geschleudert hatte. Er suchte sie zusammen und wickelte sie um dieses Bild von ihr, das in seinem Kopf war. Mit jedem Stück, das verschwand, kehrte der Schmerz der letzten Tage zurück in sein Herz.&lt;br /&gt;Die Stadt erwachte gerade erst zum Leben, während er durch die noch fast leeren Straßen ging. Er fühlte sich wie ein kleines Kind, das von seinem Vater für eine Dummheit bestraft wurde, von der es eigentlich selbst hätte wissen können, dass es nicht gut ausgehen würde. Sein Herz lag kalt und schwer in seiner Brust. Mitten in der Stadt setzte er sich auf eine Mauer und betrachtete das Treiben um sich, nahm all die Eindrücke in sich auf. Dabei schien sein Herz ihn unablässig zu fragen, wie er nur zulassen konnte, dass sie langsam aber sicher in Vergessenheit geriet. Aber diesen Schmerz konnte er aushalten. Dieser Schmerz würde ihn nicht zerstören und er würde irgendwann vorbeigehen.&lt;br /&gt;Er musterte die fremden Menschen, die an ihm vorbeikamen, blickte in ihre Gesichter. Es schien, als würde er etwas darin suchen. Währenddessen füllten die Strahlen der Sonne seinen Körper langsam mit Wärme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-372918086079209742?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/372918086079209742/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=372918086079209742' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/372918086079209742'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/372918086079209742'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/06/ewige-liebe.html' title='Ewige Liebe&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Ewige Liebe.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-5841496736230691931</id><published>2009-06-20T12:26:00.003+02:00</published><updated>2009-06-21T15:33:49.274+02:00</updated><title type='text'>Ende</title><content type='html'>Mit einem Knall fällt die Tür ins Schloss und alles ist zu Ende. Plötzlich herrscht völlige Stille in diesem Raum. Verzweifelt bleibt mein Blick weiter auf die Tür gerichtet, in der Hoffnung, es könnte vielleicht noch irgendetwas passieren, doch es bleibt still. Ich spüre, wie die Erregung und die Wut der letzten Minuten aus meinem Körper verschwinden und nur Leere zurücklassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Langsam sinke ich auf mein Bett zurück. In den Laken spüre ich immer noch ihre Wärme, um mich ist immer noch ihr Geruch. Ich schließe die Augen.&lt;br /&gt;Durch das geöffnete Fenster dringen die Geräusche von vorbeifahrenden Autos herein, Menschen unterhalten sich, in der Ferne ist dumpfes Donnergrollen zu vernehmen. Benommen bleibe ich liegen. Minuten? Stunden? Ich weiß es nicht. Nach einiger Zeit höre ich die ersten Tropfen fallen. Anfangs nur vereinzelt, dann immer mehr und mehr und schlussendlich verwandeln sich die einzelnen Geräusche in ein stetes Rauschen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Schon wieder dieser verdammte Regen&lt;/span&gt;, geht es mir durch den Kopf. Der erste wirkliche Gedanke seit sie weg ist. Der letzte Sonnentag scheint Ewigkeiten zurückzuliegen. Immer nur Regen und nochmals Regen. Das einzige, was sich in den letzten Monaten geändert hat, ist, dass es um ein paar Grad kälter wurde, aber das Wetter blieb immer gleich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit dem Regen war ein kühler Wind gekommen, der durch mein Fenster hereinweht, über meine Haut streift und wieder etwas Leben in meinen Körper bringt. Ich öffne die Augen, richte mich auf und mein Blick wandert müde durchs Zimmer. Mein Körper fühlt sich an, als wäre ich gerade erst erwacht. Kurz hoffe ich sogar, dass ich wirklich geschlafen habe und dass dieses Ereignis nur ein Traum war, aber ich weiß, dass alles Realität ist.&lt;br /&gt;Ich frage mich, wie viel Zeit vergangen ist. Draußen ist es deutlich dunkler geworden, das kann aber genau so gut an den Regenwolken liegen. Ich blicke mich nach meinem Handy um. Es liegt auf dem Nachtkästchen. Zu weit entfernt. Ist ja eigentlich auch egal. Alles ist egal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stütze meine Ellbogen auf meinen Knien ab und lege mein Gesicht in meine Hände. Ich versuche an etwas anderes zu denken. Etwas, was ich jetzt machen könnte. An jemanden, mit dem ich darüber reden könnte. Meine Gedanken greifen ins Nichts.&lt;br /&gt;„Das war’s dann wohl“, kommt es geflüstert über meine Lippen. Meine Stimme hört sich rau und verbraucht an. Ich fahre mir mit den Händen durch meine Haare und spüre, wie ein gequältes Lächeln meinen Mund verzieht.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ja, das war’s&lt;/span&gt;, denke ich mir noch mal, wie um meine eigenen Worte zu bestätigen. So viel hatte ich mir erwartet, so viele Hoffnung hatte ich in sie gesteckt , und jetzt, nicht einmal drei Monate später, ist alles vorbei. Vielleicht hatte ich mir zu viel erwartet …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich zurückdenke, waren unsere ersten zwei Wochen die einzige Zeit, die meine Erwartungen wirklich erfüllt haben. Eine Zeit, in der es nur sie und mich gab. Eine Zeit, in der ich mich verstanden gefühlt habe und geliebt. Vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben.&lt;br /&gt;Nie zuvor empfand ich derart viel Glück wie in den Momenten, in denen wir zusammen waren. Meine ganze Welt bestand nur aus ihr. Stundenlang hätte ich dasitzen können und sie betrachten. Ich brauchte weder Gespräche noch sonst etwas, ihre Anwesenheit reichte mir aus. In diesen Augenblicken wusste ich, dass unsere Liebe das einzige war, was wirklich zählte. Und wenn ich in ihre wunderschönen grünen Augen blickte, konnte ich darin sehen, dass sie dasselbe fühlte.&lt;br /&gt;Aber im Nachhinein scheinen mir sogar diese ersten Wochen dumm und verlogen. War es wirklich die Liebe, die damals diese Gefühle in mir auslöste, oder war es doch nur Selbsttäuschung, weil ich mir erhofft hatte, dass es mit ihr so werden würde? Weil ich geradezu erwartete, dass es schön werden würde und mir anfangs nicht eingestehen wollte, dass nicht einmal die Liebe mir das gibt, was ich suche, seit ich denken kann.&lt;br /&gt;Trotzdem spüre ich, wenn ich jetzt an diese Zeit zurückdenke, wie mein Herz schwer wird. Und vielleicht war es doch nicht nur Selbsttäuschung. Vielleicht war es doch die Liebe, von der jeder spricht. Vielleicht durfte ich doch Liebe erfahren und konnte sie nur nicht halten. Aber woran lag es?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rückblickend kann ich sagen, dass es vielleicht doch ein Problem war, dass wir uns schon lange kennen. Wie gesagt, anfangs noch nicht, da war alles perfekt, aber mit der Zeit bekam ich das Gefühl, ich würde nur eine Rolle spielen. Zum ersten Mal gestritten haben wir uns deswegen, nachdem wir zusammen auf der Party eines alten Bekannten von uns beiden waren. Die meisten Leute dort kannte ich bereits seit Jahren und seltsamerweise war es mir peinlich, Sarah vor ihnen zu küssen und sie zu behandeln, wie ich es tat, wenn wir alleine waren. Natürlich bemerkte Sarah das, hielt sich während der Party allerdings noch zurück. Aber als wir wieder alleine waren, sprach sie mich darauf an. Wollte wissen, was mit mir los war … Ich konnte es ihr nicht sagen. Und dann fiel zum ersten Mal dieser Satz, den ich später noch oft zu hören bekam. Sie fragte mich: „Liebst du mich überhaupt?“&lt;br /&gt;Es war wahrscheinlich das Schlimmste, das je jemand zu mir gesagt hat. Ich sie nicht lieben? Wo sie doch das Wichtigste war, das ich in meinem ganzen Leben hatte. Wenn ich also jemals einen Menschen geliebt habe, dann sie. Aber diese Liebe kam nicht bei ihr an. Ich versuchte alles, um ihr das zu geben, was sie wollte, aber gleichzeitig konnte ich auch meine eigenen Gefühle nicht ignorieren. Nach diesem ersten Streit machte ich mir viele Gedanken darüber, was Liebe für mich eigentlich war und während ich dieser Frage nachging, bekam ich immer mehr das Gefühl, dass ich nicht wollte, dass unsere Liebe wie jede andere war. Diese fast schon verpflichtenden Begrüßungsküsse, das ständige „mein Schatz“, das Händchenhalten … Das alles empfand ich nicht als richtig und ich fühlte mich in diesen Momenten Sarah immer unglaublich fern. Leider waren es jedoch genau diese Dinge, die für sie extrem wichtig waren und ich konnte ihr nie erklären, warum ich anders empfand.&lt;br /&gt;Ich würde ihr gerne vorwerfen, dass sie nicht genug auf meine Anstrengungen geachtet hat, aber das ist es nicht. Auch sie hat ihr Bestes getan, damit das mit uns gut läuft, aber auch ihre Liebe kam nicht bei mir an. Das einzige Fazit, das ich aus all dem ziehen könnte, ist, das unsere Vorstellungen von Liebe zu weit auseinander lagen. Denn im Grunde genommen haben wir beide alles richtig gemacht. Ich kann ihr keine Schuld geben und nicht einmal mir selbst kann ich irgend einen Vorwurf machen. Und genau das ist es, was mich jetzt derart verwirrt zurücklässt …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon seit dem Beginn unserer Beziehung habe ich mir folgende Frage gestellt: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Was mache ich, wenn mich die Liebe enttäuscht? Denn dann gibt es nichts mehr auf der Welt, auf das ich hoffen kann. Dann bin ich wirklich verloren.&lt;/span&gt; Und jetzt bewahrheitet sich, was ich schon damals dachte. Ich fange an, nach Fehlern zu suchen. Bei mir und vor allem bei ihr. Ich versuche es beim nächsten Mal besser zu machen. Mache mich in Gedanken bereits auf die Suche nach einer neuen Partnerin. Nach der Richtigen, mit der ich diese Liebe länger teilen kann als nur ein paar Wochen.&lt;br /&gt;Aber falls es diese richtige Frau irgendwo gibt und es wirklich Liebe war, was ich in den ersten Wochen mit Sarah erfahren durfte, dann lohnt es sich. Aber wer weiß das schon? Wieder bleibt mir nur das Hoffen und dazu bin ich jetzt nicht in der Lage.&lt;br /&gt;All meine Hoffnungen und Ziele sind zerstört und wirken für mich lächerlich und naiv. Das Einzige, was zurzeit in meinem Leben zählt, ist dieser Schmerz in meinem Herzen, der immer stärker wird und der wahrscheinlich noch lange nicht vergehen wird. Ich könnte versuchen mich abzulenken, an etwas anderes zu denken. Aber das will ich gar nicht. Denn ich weiß, irgendwann wird der Schmerz aufhören. Irgendwann werde ich sie vergessen haben. Die Zeit heilt alle Wunden. Aber ist das nicht das Schlimmste an allem? Denn wenn selbst die wichtigsten Personen im Leben eines Menschen mit genügend Zeit nur mehr schwache Erinnerungen sind, was zählt dann noch?&lt;br /&gt;Was zählt dann überhaupt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-5841496736230691931?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/5841496736230691931/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=5841496736230691931' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/5841496736230691931'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/5841496736230691931'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/06/ende.html' title='Ende&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Ende.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-1028781562984340182</id><published>2009-03-08T15:22:00.005+01:00</published><updated>2009-03-08T16:03:33.273+01:00</updated><title type='text'>Don't forget what you've learned, all you give is returned. And if life seems absurd, what you need is some laughter.</title><content type='html'>Ich will mich ja nicht selbst loben, aber in letzter Zeit bin ich recht fleißig ^^&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb heute wieder zwei neue Texte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/03/brief.html"&gt;Brief&lt;/a&gt;: Hierbei handelt es sich, wie unschwer am Titel erkennbar, um einen Brief. Da ich mir noch nicht sicher bin, wo ich diesen Text einordnen soll, und es zudem schwer ist, für einen Brief einen Titel zu finden, stelle ich in vorerst unter diesem, zugegebenermaßen äußerst unkreativen, Namen hier ein.&lt;br /&gt;Entstanden ist der Text zu einem Gemeinschaftsprojekt, bei dem Texte zum Thema „Briefe an Dich“ gesammelt wurden.&lt;br /&gt;Bei diesem Text bitte ich übrigens darum, dass nicht zu viel Wunschdenken meinerseits hineininterpretiert wird …&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/03/streben.html"&gt;Streben&lt;/a&gt;: Wieder ein neuer Teil meiner Kurzgeschichtenreihe. Diesmal habe ich versucht, ein paar „philosophische“ Gedanken in die Geschichte einzubetten und die Entwicklung des Protagonisten dadurch voranzutreiben. Hoffentlich gefällt es.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-1028781562984340182?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/1028781562984340182/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=1028781562984340182' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1028781562984340182'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1028781562984340182'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/03/dont-forget-what-youve-learned-all-you.html' title='Don&apos;t forget what you&apos;ve learned, all you give is returned. And if life seems absurd, what you need is some laughter.'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-3051866366168648283</id><published>2009-03-08T15:20:00.003+01:00</published><updated>2009-03-08T16:02:33.870+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Brief'/><title type='text'>Brief</title><content type='html'>Liebe Freundin,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ich hätte nie gedacht, dass wir bereits nach dieser kurzen Zeit so weit sein würden. Aber gerade dein letzter Brief hat mir den Mut dazu gegeben, dir heute das zu schreiben, was mir schon nach deinen ersten Zeilen an mich durch den Kopf gegangen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du hast mir zwei Fragen gestellt. Beide wurden mir in meinem Leben schon sehr oft gestellt und ich habe sie auch jedes Mal so gut es ging beantwortet. Allerdings habe ich zumindest auf die eine davon erst durch dich die richtige Antwort gefunden, nach der ich all die Jahre gesucht habe …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch beginnen wir mit der anderen Frage. Du wolltest wissen, wie ich zum Schreiben gekommen bin.&lt;br /&gt;Dazu kann ich sagen, dass es ganz sicher nie mein Plan war, Schriftsteller zu werden. Ich weiß selbst nicht mehr, was mich eines Tages auf die Idee brachte, eine Geschichte zu schreiben.&lt;br /&gt;Natürlich habe ich schon davor viel gelesen und hatte dadurch eine gewisse Beziehung zu Büchern und Texten. Aber daran, das selbst einmal ernsthaft zu betreiben, habe ich wirklich nie gedacht.&lt;br /&gt;Meine ersten Geschichten schrieb ich auch nur für die Schublade, wo sie lange lagen und von niemandem gelesen wurden. Damals gab es mir jedes Mal ein gutes Gefühl, wenn ich wieder ein paar Gedanken aus meinem Kopf auf Papier bannen konnte. Das war der einzige Grund, warum ich weitermachte.&lt;br /&gt;Irgendwann bekam mein damals bester Freund eine meiner Geschichten in die Hand und las sie schlussendlich auch durch, obwohl ich eigentlich nicht damit einverstanden war. Zu meiner Überraschung gefiel ihm die Story sehr gut und so gab ich ihm auch meine anderen Sachen zum Lesen. Nach und nach bekamen dann weitere Leute aus meinem Freundeskreis von meinem Hobby mit und immer mehr von ihnen lasen mit großer Freude meine Geschichten. Ich gab ihnen immer Kopien und von Zeit zu Zeit bekam ich mit, dass sie ihrerseits anderen Freunden Kopien gaben und so auch Leute Geschichten von mir lasen, die ich überhaupt nicht kannte. Anfangs störte mich das etwas, doch dann sah ich ein, dass es für mich keine Veränderung mit sich brachte und so gewöhnte ich mich daran.&lt;br /&gt;Genauso gewöhnte ich mich an die positive Resonanz. Auch wenn sie anfangs noch schön war, wurde sie mit der Zeit zur Normalität und es war nichts Besonderes für mich, dass meine Freunde meine Geschichte gut fanden. So wurde nach einiger Zeit auch wieder das gute Gefühl, das ich weiterhin beim Schreiben hatte, zum Hauptantrieb für mein Hobby.&lt;br /&gt;Mehr als ein Hobby wollte ich daraus auch nie machen. Es war eine gute Freundin, die heimlich einige Kurzgeschichten von mir an einen Verlag schickte, weil sie der Meinung war, ich müsse einfach mehr daraus machen. Die Geschichten kamen natürlich zurück, da Verlage so etwas selten drucken. Aber zumindest hatte man sich die Mühe gemacht, ein paar davon zu lesen und einen Zettel beigelegt, auf dem stand, wenn ich einen Roman schicken würde, hätte ich vielleicht mehr Chancen.&lt;br /&gt;Meine Freundin sah dies als Bestätigung, während ich immer noch skeptisch war. Trotzdem schrieb ich nun öfters an meinem ersten Roman, mit dem ich im Geheimen schon einige Zeit früher begonnen hatte. Was blieb mir auch anderes? Wie viele andere Geschichten von mir, schrieb sich auch mein erster Roman wie von selbst und ich schickte etwa zwei Monate später eine erste Fassung an den gleichen Verlag.&lt;br /&gt;Ich denke immer noch, dass es hauptsächlich auf sehr viel Glück zurückzuführen ist, aber mein erster Roman wurde sofort genommen. Es musste zwar noch vieles überarbeitet werden, aber er erschien und verkaufte sich auch nicht schlecht.&lt;br /&gt;Das Spiel, das ich schon aus dem Kleinen kannte, wiederholte sich im Großen. Erst war ich überwältigt von den begeisterten Reaktionen, die ich auf mein Werk bekam, doch mit der Zeit legte es sich wieder.&lt;br /&gt;Nach meinem dritten Roman war es dann wieder genau so, wie es bei meinen ersten Werken war, die noch überhaupt niemand zu lesen bekommen hatte. Die schönsten Stunden waren für mich die, an denen ich alleine an meinem Schreibtisch saß und zusammen mit meinen Figuren in eine andere Welt abtauchen konnte. Ich erschuf sie, ließ sie Dinge erleben und irgendwann hatte jede Geschichte ein Ende und ich wusste bei jeder einzelnen, dass ich sie aufschreiben musste.&lt;br /&gt;Auch bei den vielen anderen Verpflichtungen, die mit dem Schreiben gekommen waren, war es immer der Gedanke an diese einsamen Stunden, die mich das alles durchstehen ließen.&lt;br /&gt;Ich spreche sonst nie sonderlich viel, aber wenn ich zu Hause über meinen leeren Blättern sitze, fühle ich mich aufgehoben und verstanden und kann ihnen alles anvertrauen und eins nach dem anderen mit Buchstaben füllen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun komme ich zu deiner zweiten Frage, bei der du wissen wolltest, warum ich denn überhaupt schreibe. Jahrelang habe ich gedacht, dass es genau das ist: Diese mittlerweile unglaublich vielen Stunden, die ich einsam aber glücklich über meinen Papieren gesessen und mir alles von der Seele geschrieben habe, was ich sonst niemandem sagen konnte. Denn auch wenn man es nicht sofort vermuten würde, steckt doch in jeder Geschichte und in jeder Person in meinen Büchern etwas von mir. Ich verarbeite darin kleine Ereignisse und Gedanken, Ängste und Träume. Doch selbst gute Freunde von mir erkannten dies nie. Sie fragten mich selbst oft erstaunt, wo ich nur all die Ideen hernehme, ohne jemals die Anspielungen zu verstehen oder die Parallelen zu entdecken.&lt;br /&gt;So war es, bis mir zwischen den vielen Zusendungen, die ich bekomme, dein Brief in die Hände fiel. Der prallgefüllte Umschlag verwunderte mich etwas und noch mehr überraschte mich das Bündel an beschriebenen Seiten, die ich daraus hervorholte. Etwas skeptisch begann ich zu lesen, doch bereits nach wenigen Zeilen hatte mich dein Brief in seinen Bann genommen und ich las das ganze Bündel in einem durch. Plötzlich sah ich da all die Gedanken und Gefühle offen niedergeschrieben, die ich über die letzten Jahre sorgfältig versteckt und dann beinahe vergessen hatte. Was sonst niemand auch nur erahnt hat, hast du problemlos entschlüsselt. Als hätte ich in einer Art Geheimsprache geschrieben, die nur du und ich verstehen.&lt;br /&gt;Für einen kurzen Moment erfüllte mich das mit Angst. Ich hatte das Gefühl, dass jemand plötzlich in diesen einsamen, geheimen Raum getreten war, den ich mir geschaffen hatte. All das, was ich voller Vertrauen dem Papier preisgegeben hatte, war jetzt plötzlich von einem Menschen vernommen, verstanden und sogar beantwortet worden. Doch ich brauchte nur ein wenig in deinem Brief zu lesen, um diese Angst zu zerstreuen und schon kurz danach erwachte in mir ein anderes Gefühl, ein anderer Gedanke.&lt;br /&gt;Es schien mir mit einem Mal, es wäre genau das passiert, was ich all die Jahre gewollt hatte. Das Schreiben hatte mir zwar eine gewisse Beruhigung verschafft, weil ich die Gedanken damit aus meinem Kopf bekommen hatte, aber ich hatte nie eine Reaktion auf all diese wichtigen Dinge bekommen. Aber da ich niemanden hatte, mit dem ich über all das reden konnte, war mir nichts anderes geblieben als zu schreiben. Zu schreiben, meine Gedanken in die Welt hinauszuschicken und darauf zu hoffen, dass sie irgendwann von jemandem verstanden werden würden. Natürlich hatte ich diesen Gedanken nie in der Form, aber wenn ich jetzt zurückdenke, dann ist es nur logisch.&lt;br /&gt;Aus diesem Grund kann ich deine Frage folgendermaßen beantworten: Ich habe geschrieben, um dich zu finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, ich &lt;span style="font-style: italic;"&gt;habe&lt;/span&gt; geschrieben … Jetzt, wo ich dich gefunden habe, brauche ich keine Geheimsprache mehr, keine versteckten Andeutungen, keine Doppeldeutigkeiten. Ich will nur noch dir schreiben. Zum ersten Mal in meinem Leben direkt und konkret über das, um was es mir eigentlich geht.&lt;br /&gt;Ja, dir will ich schreiben … vielleicht auch irgendwann mit dir sprechen, dich sehen …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin froh, dich gefunden zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-3051866366168648283?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/3051866366168648283/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=3051866366168648283' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3051866366168648283'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3051866366168648283'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/03/brief.html' title='Brief&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Brief.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-3634245109191316513</id><published>2009-03-08T15:16:00.007+01:00</published><updated>2009-03-08T16:02:18.188+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Streben</title><content type='html'>In meinem Kopf ist nur mehr Platz für ein Wort: Sarah. Immer wieder muss ich an ihren Namen denken. Mein ganzes Leben scheint sich um sie zu drehen, um dieses Wort, das so groß ist, dass es mein ganzes Denken ausfüllt und alles andere nichtig erscheinen lässt.&lt;br /&gt;In meiner Wohnung glaube ich noch ihre Stimme zu hören. Ihr Lachen hallt leise von den Wänden wider. Ihr Geruch hängt in der Luft. Wenn ich mich umblicke, blitzt immer wieder ihr Gesicht vor meinem inneren Auge auf. Sie ist schon vor über einer Stunde gegangen, doch Spuren ihrer Lebhaftigkeit sind in meinen Gedanken zurückgeblieben und wieder einmal wird mir schmerzlich bewusst, wie einsam, farblos und traurig mein Leben ohne sie ist. Nur in ihrer Nähe habe ich das Gefühl, wirklich zu leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fast drei Monate habe ich es ohne sie ausgehalten. In den ersten Tagen hat sie ein paar Mal angerufen, doch ich habe das Klingeln ignoriert. Schlussendlich hat sie es wohl aufgegeben. Ich habe mich von den Plätzen ferngehalten, an denen ich sie hätte treffen können. Hab den früheren Zug genommen, habe in anderen Geschäften eingekauft, habe gemeinsame Bekannte gemieden, … Alles in der Hoffnung, sie irgendwann ganz aus meinem Leben verschwinden zu lassen und sie zu vergessen. Doch je näher ich meinem Ziel kam, desto mehr wurde mir klar, wie leer mein Leben ohne sie ist, bis mich schlussendlich die Angst überkam, mein Leben könnte sich komplett auflösen, wären erst alle Erinnerungen an sie verschwunden und alle Hoffnung auf sie erloschen.&lt;br /&gt;Das war der Zeitpunkt, an dem ich keine andere Möglichkeit mehr sah: Ich musste sie zurückbekommen. Meine Finger zitterten, als ich ihre Nummer auf meinem Handy heraussuchte und dann die Taste drückte, um sie anzurufen. Ich war total entkräftet und hatte Angst, ich würde nicht einmal mehr das schaffen. Während es klingelte, war ich darauf vorbereitet, sofort wieder aufzulegen, sollte mich der Klang ihrer Stimme zu sehr treffen. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Nur durch ein einziges Wort von ihr fühlte ich mich mit einem Schlag besser. Das Herzklopfen nahm ab, mein Atem wurde ruhig, meine Finger zitterten nicht mehr. Sofort entstand ein angenehmes Gespräch zwischen uns, als wären die drei Monate gar nicht gewesen. Ich hatte meine Sarah zurück.&lt;br /&gt;Kurz darauf trafen wir uns wieder. Und noch mehr als unser Telefonat machte mir dieses Treffen bewusst, wie sehr ich sie vermisst hatte. Wieder in ihre grünen Augen zu blicken war bei weitem das Schönste, was ich in den letzten Monaten erlebt hatte. Mir war sofort bewusst, dass ich sie noch immer liebte, doch störte es mich nicht. Ich war bereit, mich darauf einzulassen.&lt;br /&gt;Bei diesem Treffen merkte ich auch, dass die drei Monate doch etwas ausgemacht hatten. Natürlich hatte Sarah sofort bemerkt, dass es mir nicht gut ging. Das konnte ich nie vor ihr verbergen. Aber auch wenn ich es nicht direkt benennen kann, reagierte sie anders darauf. Allgemein hatten sich unsere Unterhaltungen verändert, ihre Gesten. Teilweise glaubte ich fast, sie würde auch dieses andere Gefühl in mir sehen, das mein Herz jedes Mal schneller schlagen ließ, wenn ich mit ihr zusammen war. Wenn sie es wahrnahm, dann schreckte sie jedoch in keinster Weise davor zurück, sondern kam vielmehr auf mich zu. Ich konnte nicht anders, als wieder zu hoffen beginnen und bei jedem Treffen mit ihr verwandelte sich diese Hoffnung mehr und mehr von einem substanzlosen Traum zu etwas Greifbarem, das schon bald Realität werden könnte …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plötzlich enden meine Gedanken, als wäre ich in eine Sackgasse geraten. Meine Augen blicken auf den Tisch vor mir, auf dem noch unsere leeren Gläser stehen. Meine Sinne richten sich auf den Raum um mich, doch Sarahs Anwesenheit ist kaum mehr zu spüren.&lt;br /&gt;Erneut lasse ich mir den letzten Gedanken durch den Kopf gehen. Ich sehe Sarah vor mir. Allein der Gedanken an sie erwärmt mein Herz und zaubert mir ein Lächeln auf mein Gesicht. Nie war mir jemand so wichtig, wie sie. Nie war ich mir bei etwas so sicher, wie bei ihr. Und trotzdem spüre ich eine Blockade, wenn ich mir vorstellen will, sie zu küssen oder ihr zu sagen, dass ich sie liebe.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Was sollen plötzlich diese beschissenen Gedanken&lt;/span&gt;, geht es mir durch den Kopf. Ich lehne mich nach hinten und fahre mir mit der Hand durch die Haare, mein Blick hilfesuchend an die Decke gerichtet.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Versau das jetzt bloß nicht!&lt;/span&gt; Ich weiß selbst, dass ich es mir nie verzeihen würde, wenn ich mir diese Chance entgehen lassen würde. So kurz vor dem Ziel …&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Es war doch sie, die du immer wolltest. Es war doch ihre Liebe, nach der du dich all die Zeit sehntest …&lt;/span&gt; Ich versuche mir einzureden, dass ich auf dem richtigen Weg bin, aber es will mir nicht gelingen. Genau ein Ziel habe ich noch in meinem Leben und in diesem Augenblick beginnt es plötzlich vor meinen Augen zu verschwimmen und ich bin mir nicht mehr sicher, ob es wirklich das ist, was ich will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir stellt sich die Frage, was mit mir los ist, dass ich nach nichts strebe, dass mir nichts auf dieser Welt wichtig genug erscheint, um es erreichen zu wollen.&lt;br /&gt;Vor allem, wenn ich mich mit Anderen vergleiche:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder hat doch seinen Plan oder seine Wunschvorstellung, wohin sein Leben einmal gehen soll. Sei es das junge Mädchen, das den Traum hat, eine berühmte Sängerin zu werden, oder der empfindsame Poet, der mit seinen Gedichten die Herzen der Menschen erreichen will. Ein anderer junger Mensch sieht all die Probleme auf dieser Welt und strebt eine Karriere in der Politik an, um etwas zu verändern. Der nächste sieht seine Zukunft in der Ferne und wandert in ein anderes Land aus oder er befasst sich mit den Wissenschaften, um vielleicht irgendwann eine entscheidende Entdeckung zu machen. Andere trainieren darauf hin, in irgend einer Sportart Erfolg zu haben und viele stürzen sich in ihre Arbeit und versuchen, sich schnellstmöglich hochzuarbeiten, um später einmal viel Geld zu verdienen.&lt;br /&gt;Doch damit nicht genug. Die Menschheit an sich scheint ihre allgemeingültigen Ziele zu haben. Die Entwicklung muss immer weiter gehen. Alles muss schneller, genauer, schöner und besser werden. Stillstand um keinen Preis.&lt;br /&gt;Bei all dem sind die Menschen ohne weiteres dazu bereit,  Entbehrungen in Kauf zu nehmen. Egal ob es eine einzelne Person oder eine Gruppe ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich versuche mich in jeden einzelnen von diesen Menschen hineinzudenken, doch es gelingt mir nicht einmal ansatzweise. Nicht nur, dass ich ihre Träume nicht nachvollziehen kann. Vielmehr kann ich mir nicht vorstellen, wie sie sich mit ihrem Ziel derart sicher sein können, dass sie dafür andere Dinge aufgeben.&lt;br /&gt;Ich kenne in meinem Leben nur eine einzige Sache, die ich für erstrebenswert erachte. Und obwohl ich nichts dafür aufgeben müsste, scheue ich jetzt, wo ich kurz vor dem Erreichen dieses Zieles stehe, davor zurück. Mit einem Mal bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich das bekommen werde, was ich mir erhoffe. Aber wie könnte ich mir auch sicher sein. Im Grunde genommen habe ich nicht die geringste Ahnung, was es bedeuten würde, mit Sarah zusammen zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem beschäftigt mich in diesem Moment noch eine andere Frage: Was, wenn ich zu einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort geboren wäre? Wenn ich Sarah nie kennengelernt hätte, hätte ich mein ganzes Leben dann ohne Hoffnung und ohne Träume durchleben müssen? Was wäre aus der jungen Sängerin geworden, die berühmt werden will, in einer Zeit, in der es noch gar keine Stars gab? Was wäre aus dem angehenden Wissenschaftler geworden, wäre er in einer Region geboren, in der er ein dafür erforderliches Studium nicht  hätte absolvieren können? Wären diese Menschen ihrer Träume beraubt gewesen? Oder wäre es vielmehr so gewesen, dass sie auch in diesem anderen Leben ein anderes Ziel gefunden hätten, dass sie angestrebt hätten? Hätte auch ich etwas gefunden, an das ich mich in gleichem Maße geklammert hätte, wie ich es jetzt bei Sarah mache?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir wird leicht schwindelig, während ich an all die Möglichkeiten denke, die sich mir in meinem Leben geboten haben und die ich nie ausprobiert habe. Sie alle hätten mich auf einen Weg führen können, der schlussendlich mein persönlicher Traum hätte werden können.&lt;br /&gt;Diese beiden Ungewissheiten bringen mich fast zur Verzweiflung: Zum einen weiß ich nicht, was ich überhaupt bekommen werde, wenn ich mein Ziel erreiche, und zum anderen werde ich erdrückt von der Last all der ungeahnten Möglichkeiten, die überall da draußen auf mich warten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich halte in meinen Gedanken inne, lege meine Hände auf den Tisch vor mir und lasse dann meinen Kopf darauf sinken. Neben all diesen Zweifeln und all diesen nebulösen Ahnungen muss es doch auch etwas geben, dessen ich mir sicher bin und das ich klar benennen kann. Ich horche in mich hinein und nach einigen Augenblicken gelingt es mir, mich wieder an das zu erinnern, was mich dazu gebracht hat, mich in diesem Maße auf Sarah zu konzentrieren: Ich muss wieder daran denken, dass ich mich nur in ihrer Nähe wirklich lebendig fühle und dass es nichts und niemand anderen auf dieser Welt gibt, der auch nur ein ähnliches Gefühl in mir ausgelöst hat. Und ich muss daran denken, wie wundervoll es wäre, dieses Gefühl nicht nur selten, sondern am besten täglich zu spüren … vielleicht sogar noch intensiver als bisher. Entscheidend ist schlussendlich aber wohl ein anderer Gedanke und ich blicke auf, in dem Moment, in dem er mir durch den Kopf geht: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Wenn ich daran denke, mit Sarah zusammen zu sein, kann ich mir vorstellen, dass ich dadurch tatsächlich vollkommen glücklich sein könnte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach diesem Gedanken beginne ich mit einem Mal, alles klarer zu sehen. Als hätte ich den Schlüssel zu meinen Fragen gefunden. Noch einmal versuche ich mich in die anderen Menschen hineinzuversetzen und nun bin ich mir sicher, dass ich mit meinen Zweifeln nicht alleine dastehe.&lt;br /&gt;Immerhin weiß der Arme genau so wenig, was es heißt, reich zu sein, oder das Mädchen, wie es wäre, eine berühmte Sängerin zu sein und auch der Auswanderer kann sich nicht sicher sein, was ihn in diesem anderen Land erwarten wird. Ihnen allen geht es wie mir, sie können nur ahnen, was ihnen ihr Wunsch bringen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht ist jedoch gerade das der Grund, weshalb sie sich sicher sind, ihren Traum gefunden zu haben. Entweder weil sie genau das Gegenteil von ihrem Ziel haben und davon ausgehen, dass es andersherum besser wäre. Zum Beispiel der unbekannte Dichter, der gerne beachtet werden würde. Oder vielleicht weil sie irgendwann einmal im Kleinen das gefühlt haben, von was sie jetzt im Großen träumen. Das könnte die junge Sängerin sein, die bei einer Schulaufführung gesungen und es genossen hat, auf der Bühne zu stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzzeitig empfinde ich eine gewisse Zufriedenheit bei dem Gedanken, dass die Ziele der anderen gar nicht unbedingt klarer sind als meine. Dass ich nur, wie so oft, zu viel über all diese Dinge nachdenke …&lt;br /&gt;Noch einmal komme ich zu meinem Gedanken zurück, der mir die Augen geöffnet hat:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Wenn ich daran denke, mit Sarah zusammen zu sein, kann ich mir vorstellen, dass ich dadurch tatsächlich vollkommen glücklich sein könnte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Wieder und wieder lasse ich mir diesen Satz durch den Kopf gehen und immer mehr habe ich das Gefühl, dass ich nicht der einzige bin, der so denkt.&lt;br /&gt;Könnte nicht jeder anstelle von Sarah seinen ganz persönlichen Traum einfügen? Hat nicht auch der Arme die Vorstellung, er könnte mit mehr Geld glücklicher sein? Die junge Sängerin, wenn sie berühmt wäre? Der politisch interessierte Jugendliche, wenn er wirklich etwas verändern könnte?&lt;br /&gt;Strebt nicht jeder etwas an, dass ihn aus seiner derzeitigen Unzufriedenheit heben könnte oder etwas, dass ihn jetzt schon glücklich macht und von dem er sich noch mehr erhofft?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Moment glaube ich, das einzig Sichere in all dieser Ungewissheit gefunden zu haben. Es sind nicht die konkreten Träume und Ziele. Diese sind grundsätzlich sogar austauschbar. Aus diesem Grund ist es auch nicht entscheidend, alle erdenklichen Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, um sein persönliches Ziel zu finden. Sicher ist einzig, dass man sich davon erhofft, durch das Erreichen dieses Zieles das große Glück zu finden.&lt;br /&gt;Aber kann es so einfach sein? Kann man tatsächlich behaupten, dass der Mensch einzig danach strebt, glücklich zu sein?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was würde das schlussendlich bedeuten? Wären dann all die Maßstäbe, die wir uns setzen, wie Erfolg, Reichtum, Macht oder Ansehen, nicht hinfällig? Würde das nicht bedeuten, dass das einzig Entscheidende ist, wie glücklich jemand mit seinem Leben ist?&lt;br /&gt;Oder wenn ich die Menschheit im Gesamten betrachte. Wäre dann auch dort nicht jeder vermeintliche Fortschritt zu vernachlässigen und müsste man nicht auch dort die Entwicklung der Menschheit daran messen, wie glücklich die Erdenbürger im Durchschnitt sind?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei all diesen Fragen kommen meine Überlegungen ins Stocken und schlussendlich gebe ich es auf, weiter nach Antworten zu suchen. Ich entspanne mich etwas und erhebe mich dann. Immerhin habe ich heute noch etwas anderes zu tun. Doch während ich die Gläser abräume und zur Spüle trage, kehren meine Gedanken zur Ausgangsfrage zurück. Einen Moment verharre ich erneut und starre durch mein Küchenfenster auf das gegenüberliegende Wohnhaus. Während meine Augen von einem Fenster zum nächsten wandern, versuche ich nach all diesen Erwägungen eine Antwort zu finden. Es dauert gerade mal einen kurzen Moment, bis ich genau weiß, was ich zu tun habe. Als hätte sich etwas Grundlegendes verändert, sind all meine Bedenken verschwunden.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ich muss es einfach versuchen&lt;/span&gt;, denke ich und trete von der Spüle zurück. Erleichterung und ein Art Vorfreude breiten sich in mir aus. Ein großes Abenteuer scheint vor mir zu liegen. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Es wird immer ein Risiko sein, mein Glück zu finden. Es wird nie etwas geben, bei dem ich mir zu hundert Prozent sicher sein kann.&lt;br /&gt;Doch wenn es etwas in meinem Leben gibt, dass in mir überhaupt die Hoffnung weckt, tatsächlich glücklich sein zu können, dann ist sie es. Wo sollte ich es sonst versuchen, wenn nicht bei ihr? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-3634245109191316513?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/3634245109191316513/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=3634245109191316513' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3634245109191316513'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3634245109191316513'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/03/streben.html' title='Streben&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Streben.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-4704449377273285397</id><published>2009-01-20T17:57:00.005+01:00</published><updated>2009-01-20T20:43:05.302+01:00</updated><title type='text'>I guess I'll just keep moving and someday, maybe, I'll get to where I'm going.</title><content type='html'>1. Ich lebe noch.&lt;br /&gt;2. Ich weiß noch immer nicht, was ich will. Vielleicht sogar weniger als je zuvor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotzdem geht es mir recht gut. In den letzten Monaten haben sich einige Dinge ergeben, die mir sehr viel Kraft gegeben haben. Genug Kraft, um weiterzugehen, auch wenn ich das Ziel nicht kenne. Vielleicht komme ich ja wirklich irgendwann an einem Ort an, an dem ich glücklich bin und mich niederlassen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ich mich schon so lange nicht gemeldet habe, gibt es heute gleich zwei Texte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/01/spiegel.html"&gt;Spiegel&lt;/a&gt;: Bei dieser Geschichte handelt es sich um einen neuen Teil meiner „&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/so-weit-mich-meine-fe-tragen.html"&gt;So weit mich meine Füße tragen&lt;/a&gt;“ Reihe. Viel Spaß damit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/01/ich-bin-bei-dir.html"&gt;Ich bin bei dir …&lt;/a&gt; : Diese Geschichte ist im Zuge eines Wettbewerbs mit dem Thema „Weit weg und intensiv hier“ entstanden, bei dem ich sogar den dritten Platz erreichen konnte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-4704449377273285397?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/4704449377273285397/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=4704449377273285397' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/4704449377273285397'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/4704449377273285397'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/01/i-guess-ill-just-keep-moving-and.html' title='I guess I&apos;ll just keep moving and someday, maybe, I&apos;ll get to where I&apos;m going.'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-7804137481826210051</id><published>2009-01-20T17:46:00.007+01:00</published><updated>2009-06-21T15:33:29.617+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Ich bin bei dir</title><content type='html'>„Wie geht es dir?“ Das ganze Gespräch über hatte sie sich vor dieser Frage gefürchtet und jetzt stand sie im Raum und verlangte eine Antwort.&lt;br /&gt;„Hmm, nicht so gut“, entgegnete die junge Frau bewusst nichts sagend. Insgeheim hoffte sie weiterhin, er würde nicht näher darauf eingehen. In der Pause, die nach ihrer Antwort entstand, tastete sie behutsam nach ihrem Herzen. Seit einem halben Jahr lag es jetzt wie ein Fremdkörper in ihrem Inneren. Kalt und dunkel. Und an manchen Tagen tat es geradezu weh, wenn sie ihm zu nahe kam. So auch heute.&lt;br /&gt;Bitte frag nicht weiter nach, dachte sie noch, doch da war es schon zu spät.&lt;br /&gt;„Was ist denn los? Ist etwas passiert?“&lt;br /&gt;Sie konnte ihn nicht belügen, das wusste sie. Aber gleichzeitig war sie sich nicht sicher, ob sie dazu in der Lage war, ihm zu antworten. Ihr Blick glitt über die Lichtstreifen, die durch die Jalousien an die Wand ihres dunklen Zimmers gezeichnet wurden. Es war nicht viel Licht, aber es reichte, um zumindest die Umrisse ihres Bettes zu erkennen, in dem sie saß. In ihrem Inneren herrschte dagegen vollkommene Finsternis.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Wie soll ich ihm erklären, was ich selbst nicht verstehe?&lt;/span&gt; Sie stellte sich diese Frage in Gedanken und bemerkte dabei, wie Verzweiflung in ihr hochkam.&lt;br /&gt;„Ach, ich weiß auch nicht.“ Ihre Stimme klang gepresst und obwohl dieser Satz wie eine Ausrede klang, war es genau das, was sie empfand. Jedoch schon während sie die Wörter aussprach, wusste sie, dass er sich damit nicht zufrieden geben würde. Sie tastete sich erneut langsam zu ihrem Herzen vor. Sogleich fühlte sie, wie sich ein Kloß in ihrem Hals bildete und versuchte, sie am Sprechen zu hindern. Ihr Atem wurde schneller. Sie hatte das Gefühl, ihr würde langsam die Luft ausgehen und je näher sie ihrem Herzen kam, umso mehr merkte sie, wie dessen Kälte sich in ihrem gesamten Körper ausbreitete. Fröstelnd zog sie die Knie zur Brust und versuchte sich so klein wie möglich zu machen.&lt;br /&gt;„Hey, komm schon. Ich merke ganz genau, dass es dir nicht gut geht. Mir kannst du es doch sagen.“ Seine tiefe Stimme wirkte beruhigend auf sie und seine Ermutigung gab ihr neue Kraft. Sie hatte ihm immer alles sagen können. Nur diese Sache trug sie jetzt bereits seit Monaten mit sich herum. Vielleicht weil sie selbst nicht genau wusste, wie sie es ausdrücken sollte. Jetzt schien der Augenblick jedoch gekommen, um es wenigstens zu versuchen.&lt;br /&gt;„Mein Bruder hatte einen Autounfall“, sagte sie schnell. Sie wollte diesen Augenblick rasch hinter sich bringen.&lt;br /&gt;Kurz herrschte Stille. „Und, wie geht es ihm. Ich meine, ist er verletzt?“&lt;br /&gt;Sie spürte, wie ihre Kehle sich mit jedem Atemzug mehr zuschnürte. „Ja, er liegt im Krankenhaus.“&lt;br /&gt;„Hast du vor, zu ihm zu fahren? Ich meine …“ Auch ihn schien die Sache sehr zu bewegen.&lt;br /&gt;Sie schloss die Augen und fühlte, wie nach der Kälte langsam auch der Schmerz von ihrem Herzen in ihren Körper drang. Es war sein Mitgefühl, dass sie dazu anhielt, nicht aufzugeben. „Nein, ich glaube nicht. Bis ich bei ihm wäre, müsste ich sechs Stunden mit dem Zug fahren … ich weiß nicht, ob ich das jetzt schaffe.“ Der Schmerz wurde immer stärker und Tränen traten ihr in die Augen. Sie schreckte jedoch nicht zurück. Vielmehr gab sie sich diesem Schmerz ganz hin und hoffte, wenigstens ansatzweise erkennen zu können, wodurch er ausgelöst wurde.&lt;br /&gt;„Aber wieso solltest du es nicht schaffen?“ Sorge schwang in seiner Stimme mit. Er schien genau zu wissen, was in ihr vorging.&lt;br /&gt;„Ich fühle mich so einsam“, presste sie schließlich hervor. Ihr war schwindlig und sie glaubte nicht, dass sie noch weiter vordringen konnte. „Seit meine Mutter vor sechs Monaten gestorben ist, fühle ich mich manchmal, als wäre ich ganz alleine hier auf dieser Welt.“ Ein Schluchzen unterbrach sie. „Wenn jetzt auch mein Bruder geht …“&lt;br /&gt;„Sag so was nicht“, unterbrach er sie. Sie hätte allerdings sowieso nicht mehr weitersprechen können. „Du weißt doch noch gar nicht, wie es deinem Bruder wirklich geht. Also nimm bitte nicht sofort das Schlimmste an.“&lt;br /&gt;Anstatt einer Antwort erhielt er nur ein ersticktes Schluchzen.&lt;br /&gt;Unbeirrt sprach er weiter. Seine Stimme war jetzt viel sanfter und ruhiger: „Wenn ich könnte, würde ich dich jetzt umarmen.“&lt;br /&gt;Obwohl seine Worte gut gemeint waren, taten sie ihr nur noch mehr weh. Ihre Hand zitterte dermaßen, dass sie das Handy nicht mehr richtig halten konnte. Langsam ließ sie sich auf dem Bett nieder und legte sich mit ihrem Ohr einfach auf das Mobiltelefon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich hab dich lieb“, drang seine zärtliche Stimme vom anderen Ende der Leitung zu ihr. Bei seinen Worten schüttelte ein heftiges Schluchzen ihren Körper.&lt;br /&gt;„Aber du bist so weit weg …“, presste sie verzweifelt hervor.&lt;br /&gt;„Nein, ich bin ganz bei dir … du musst es nur wollen.“&lt;br /&gt;Mit ihrer zittrigen Hand zog sie die Bettdecke über ihren fröstelnden Körper. Das Gefühl des Schmerzes in ihr nahm dabei langsam ab und wich einer seltsamen Taubheit, von der sie nicht genau sagen konnte, ob sie besser oder schlechter war als der Schmerz. „Genau das will ich ja! Ich will, dass du hier bist! Hier bei mir. Wann kommst du endlich zurück?“ Während der Stille, die auf ihre Frage folgte, horchte sie in sich hinein. Ihr Atem ging weiterhin schnell und stoßweise, wenigstens war mittlerweile der Kloß in ihrem Hals verschwunden.&lt;br /&gt;„Ich komme in drei Monaten zurück. Vorher kann ich nicht, das weißt du genau so gut wie ich …“ In seiner Stimme klang Bedauern mit.&lt;br /&gt;Erneut begann sie zu weinen. Ihr ganzer Körper bebte und in ihren Fingerspitzen spürte sie ein unangenehmes Kribbeln. Die Taubheit breitete sich weiter in ihr aus und nachdem sie dies bemerkt hatte, fühlte sie plötzlich Panik. Sie fürchtete, die Taubheit könnte sie ganz einnehmen. Ihr Atemzüge wurden wieder hektischer. Fast schon gierig schnappte sie nach jedem bisschen Luft. Alles um sie begann sich zu drehen und sie hatte Angst, ohnmächtig zu werden …&lt;br /&gt;„Pscht“, drang es sanft durch den Telefonhörer. Sie hatte das Gefühl, eine tröstende Hand würde sich auf ihren zitternden Körper legen. „Beruhige dich erstmal … bitte.“&lt;br /&gt;Trotz seiner Worte gelang es ihr jedoch nicht, ihre Panik in den Griff zu bekommen. „Ich kann nicht“, stieß sie zwischen ihren verzweifelten Atemzügen hervor.&lt;br /&gt;„Du kannst es.“ Seine Stimme blieb weiter sanft, wirkte aber gleichzeitig bestimmt. „Versuch langsamer zu atmen. Langsamer.“&lt;br /&gt;Jedes Wort drang in sie ein und hallte in ihrem Körper nach.&lt;br /&gt;„Langsamer. Ein und aus.“&lt;br /&gt;Und mit jedem Mal fühlte sie, wie dieser Hall sich weiter in ihrem Inneren ausbreitete und die Taubheit allmählich verdrängte. Das Gefühl kam in ihre Hände und Füße zurück und gleichzeitig verschwand ihre Panik.&lt;br /&gt;„Ein und aus.“&lt;br /&gt;Wieder und wieder sagte er diese drei Wörter und bei jedem Mal passte sich das Heben und Senken ihres Brustkorbs mehr dem Rhythmus seiner Stimme an. Bis sie mit einem Mal bemerkte, dass ihr Atem mit seiner Stimme synchron ging. Bei dieser Erkenntnis schüttelte ein letztes Schluchzen ihren Körper. Und als hätte sie damit den verbliebenen Rest Ballast abgeworfen, fühlte sie sich mit einem Mal angenehm befreit. Mit einer fahrigen Bewegung zog sie sich die Ärmel ihres Pullovers über ihre kalten Hände und wischte sich damit die Tränen aus dem Gesicht.&lt;br /&gt;„Geht es dir gut?“, hörte sie ihn nach einer langen Pause endlich wieder etwas sagen.&lt;br /&gt;Sie räusperte sich, trotzdem war ihre Stimme belegt, als sie antwortete: „Es geht mir zumindest besser … danke.“&lt;br /&gt;„Kein Problem. Ich bin immer für dich da, das habe ich dir doch gesagt. Immer.“&lt;br /&gt;„Ja, ich weiß“, gab sie zu.&lt;br /&gt;„Das klingt aber nicht sehr überzeugt.“&lt;br /&gt;Er hatte Recht. Seine Worte kamen nicht gegen ihre alten Zweifel an. „Zwischen den wenigen Minuten, die wir miteinander telefonieren, liegen diese ewigen Stunden, in denen du nicht da bist und in denen ich mich so alleine fühle.“ Sie hielt kurz in ihren Worten inne um ihre Gedanken zu sammeln. „Dieses ganze Haus, das noch vor wenigen Jahren vom Leben erfüllt war, liegt jetzt vollkommen verlassen da. Es weckt in mir das Gefühl, auch ich selbst würde nicht mehr hier her gehören. Und auch wenn ich auf die Straße gehe, ist es nicht anders. Nur fremde Gesichter und Orte, die alles verloren zu haben scheinen, was mich jemals mit ihnen verbunden hat. Selbst die wenigen Freunde, die noch zu mir halten, haben nichts mehr Vertrautes an sich ...“&lt;br /&gt;Er hörte sich ihre Geschichte geduldig an und wartete, bis er sicher war, dass sie alles gesagt hatte. Erst dann sprach er mit eindringlicher Stimme zu ihr: „Aber ich bin immer bei dir! Du musst nur an mich denken und ich bin bei dir. Egal wo du bist. Egal wie weit wir voneinander entfernt sind. Solange du an mich denkst, bin ich da.“&lt;br /&gt;Ganz in sich vertieft lag sie in ihrem Bett und fühlte den Worten nach, die sich in ihrem Inneren ausbreiteten. Etwas sagte ihr weiterhin, dass dies alles nicht so einfach war. Gleichzeitig fühlte sie aber mehr und mehr, dass sich die Ängste in ihr auflösten und zumindest seine Stimme dazu führte, dass das Gefühl der Einsamkeit verschwand. Durch diesen inneren Kampf traten ihr erneut Tränen in die Augen, während sie darauf wartete, dass er weitersprechen würde.&lt;br /&gt;„Du hast jetzt neun Monate durchgehalten. Neun harte Monate, das weiß ich. Jetzt sind es nur mehr drei. Das ist eine lange Zeit, aber das schaffst du auch noch.“&lt;br /&gt;Ein Schluchzen ließ ihre Stimme erzittern. „Und dann kommst du wieder zurück zu mir?“, fragte sie ihn ängstlich.&lt;br /&gt;„Ja, ich komme wieder zurück zu dir.“ Er sagte es fest und bestimmt. „Ich komme zurück zu dir und wir werden da weitermachen, wo wir aufgehört haben, ja?“&lt;br /&gt;„Okay.“ Sogar dieses eine Wort war fast zu viel für sie. Die Tränen strömten geradezu aus ihr heraus und erstickten jeden Laut. Minuten vergingen, in denen sie nur dalag, weinte und auf das fast unhörbare Rauschen aus dem Telefon hörte. Obwohl sie kein Wort wechselten, gab ihr dieses Rauschen das Gefühl, er wäre ganz nah bei ihr.&lt;br /&gt;„Ich muss jetzt leider auflegen“, ertönte seine leise Stimme nach einiger Zeit.&lt;br /&gt;Sie brauchte nicht zu überlegen, was sie erwidern sollte. Ihr Gefühl gab ihr eine klare Antwort: „Ist gut, ich hab dich ja weiter bei mir.“ Zum ersten Mal seit Wochen oder vielleicht gar Monaten fühlte sie ein schwaches Lächeln auf ihren Lippen.&lt;br /&gt;„Und du bist mir auch nicht böse?“&lt;br /&gt;Sie setzte sich in ihrem Bett etwas auf und schüttelte den Kopf. „Nein, wirklich nicht.“&lt;br /&gt;„Schön.“ Er ließ das Wort kurz im Raum stehen. „Ich denk’ an dich.“&lt;br /&gt;„Ich denke auch an dich.“ Abermals bemerkte sie dieses schwache ziehen an den Mundwinkeln, dass sich so ungewohnt anfühlte, während weiterhin Tränen über ihre Wangen liefen.&lt;br /&gt;„Ruf mich an, wann immer du willst, ja?“&lt;br /&gt;„Ja, mach ich.“&lt;br /&gt;„Gut, dann bis bald.“&lt;br /&gt;„Bis bald.“&lt;br /&gt;Das Telefon verstummte, die Verbindung war unterbrochen und sie wieder ganz alleine in ihrem Zimmer. Unschlüssig verharrte sie ein paar Augenblicke halb aufgerichtet im Bett, ließ sich schlussendlich aber doch zurück auf das weiche Polster sinken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Weile lag sie nur da und dachte an gar nichts. Wie von selbst zogen an ihrem inneren Auge Bilder der letzten sechs Monate vorbei. Von dem Moment, an dem ihre Mutter in der Küche zusammengebrochen war über die Nacht, die sie im Krankenhaus verbracht und auf gute Nachrichten gewartet hatte. Die Beerdigung, bei der sie ihren Bruder das letzte Mal gesehen hatte. Dann die lange Zeit bis jetzt, die ihr seltsam leer erschien, und zum Schluss der Anruf heute. Das alles durchlebte sie in Schwarz-Weiß-Bildern ein weiteres Mal und hatte dabei das Gefühl, als würde sie das Leben von jemand anderem betrachten.&lt;br /&gt;Erst nach langer Zeit kehrte die Realität zögerlich in ihr Bewusstsein zurück. Sie war sich nicht einmal sicher, ob sie vielleicht sogar kurz geschlafen hatte. Es mochten Minuten oder gar Stunden vergangen sein. Ihre Wangen und ihr Polster waren nass von ihren Tränen. Auf eine seltsame Weise erschöpft stemmte sie sich im Bett hoch. Sie fühlte sich, als wäre sie nach langer Krankheit endlich erwacht. Kraftlos wischte sie sich die Tränen weg und schälte sich aus ihrer Bettdecke, unter der es ihr viel zu heiß war. Selbst ihre Wangen glühten geradezu.&lt;br /&gt;Ihr Blick begann durch das Zimmer zu wandern. Dabei bemerkte sie, dass die Lichtstreifen an der Wand um einiges schwächer geworden waren. Anscheinend war doch mehr Zeit vergangen, als sie gedacht hätte. Und außerdem kam ihr all das um sie gar nicht mehr so fremd vor, wie noch vor kurzer Zeit.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Das ist mein Zimmer,&lt;/span&gt; dachte sie mit einem eigenartigen Gefühl von Überraschung.&lt;br /&gt;Einige Minuten verharrte sie und betrachtete die Schatten und Umrisse der vielen kleinen Dinge, die sie teilweise seit ihrer Kindheit begleiteten. Dabei beobachtete sie die Gefühle, die bei diesem Anblick in ihr hochstiegen, bis ihr mit einem Mal das schwache Schlagen ihres Herzens bewusst wurde. Sofort tauchten wieder die dunklen Gedanken in ihrem Kopf auf, die sie durch das Gespräch ganz vergessen hatte. Als wollte sie sich nur langsam herantasten, legte sie eine Hand auf ihre Brust und versuchte, die rhythmischen Schläge zu erspüren. Nur ganz schwach nahm sie eine Bewegung wahr. Fast schüchtern wirkte es.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;War dieses Gefühl früher nicht viel intensiver?,&lt;/span&gt; ging es ihr durch den Kopf. Sie ließ ihre Hand an der Stelle liegen und lauschte dem gleichmäßigen Takt der Schläge. Sie wollte sich mit diesem, ihr fremd gewordenen Gegenstand erst in Einklang bringen.&lt;br /&gt;Nach einigen Augenblicken sagt ihr eine innere Stimme, dass es Zeit war, den nächsten Schritt zu machen. Sehr vorsichtig wagte sie sich jetzt auch mit ihren Gedanken in die Nähe ihres Herzens. Ganz vorsichtig nur. Immer darauf gefasst, plötzlich auf diese Kälte, diese Dunkelheit oder diesen Schmerz zu stoßen. Doch obwohl sie immer näher herankam, fühlte sie nichts von alledem. Nur ganz kurz erschauderte ihr Körper unter einem unangenehmen Gefühl, dann war die Kälte verschwunden. Für einen winzigen Augenblick spürte sie einen Stich in ihrem Herzen, aber auch dieser verschwand schneller, als er gekommen war. Und umso näher sie sich zu ihrem Herzen vorwagte, umso mehr glaubte sie in der Dunkelheit ein kleines Licht erkennen zu können. Nur ganz schwach, aber es war da, dessen war sie sich mittlerweile sicher.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Solange du an mich denkst, bin ich da,&lt;/span&gt; erinnerte sie sich an seine Worte.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Ich komme zurück zu dir und wir werden da weitermachen, wo wir aufgehört haben,&lt;/span&gt; auch das hatte er gesagt und in dem Moment, in dem sie sich daran erinnerte, glaubte sie zu sehen, wie das Licht in ihrem Herzen kurz aufflackerte. Dieser winzige helle Punkt in ihr erfüllte sie mit einer solchen Faszination, dass sie sich gar nicht mehr davon lösen konnte. Zum ersten Mal seit Monaten war es ihr möglich, einen Blick auf all die schönen Dinge zu werfen, die die ganze Zeit im Dunkel gelegen hatten. Erinnerungen an Früher tauchten in ihr auf. Sie dachte an ihn und an die Zeit, die sie miteinander verbracht hatten. Sorgenfreie und heitere Tage waren es gewesen. Voller Hoffnungen und Plänen für die Zukunft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Telefon klingelte und ließ sie aus ihren Gedanken hochschrecken. Irgendwo zwischen der Bettdecke sah sie das aufgeregte Blinken des Displays und griff schnell danach.&lt;br /&gt;„Ja?“, meldete sie sich.&lt;br /&gt;„Ich bin’s.“ Es war die Freundin ihres Bruders. Sie weinte und schon diese wenigen Worte ließen erahnen, dass sie keine guten Neuigkeiten überbrachte.&lt;br /&gt;Die junge Frau setzte sich aufrecht in ihrem Bett hin und schloss die Augen. Sie horchte kurz in sich hinein. Erneut fühlte sie Angst und Verzweiflung, aber gleichzeitig war da dieses kleine Licht, das sie wärmte und ihr Hoffnung gab. Sie wusste, egal was sie jetzt erfahren würde, sie würde es verkraften. Er würde da sein und ihr helfen, auch diese Zeit zu überstehen. Egal wie weit er entfernt war, in ihrem Herzen war er ganz nah bei ihr.&lt;br /&gt;„Wie geht es meinem Bruder?“, fragte sie nach einigen Augenblicken mit ruhiger Stimme.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-7804137481826210051?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/7804137481826210051/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=7804137481826210051' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/7804137481826210051'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/7804137481826210051'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/01/ich-bin-bei-dir.html' title='Ich bin bei dir&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Ich bin bei dir.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-1105084801055556569</id><published>2009-01-20T17:42:00.005+01:00</published><updated>2009-01-20T20:41:11.078+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Spiegel</title><content type='html'>Erschöpft setze ich mich auf den heruntergeklappten Klodeckel. Meine Ellbogen auf meine Knie gestützt blicke ich auf meine zitternden Hände hinab. Kalter Schweiß auf meiner Stirn. Um mich die kalte, sterile Atmosphäre einer öffentlichen Toilette.&lt;br /&gt;Seit diesem Vorfall in der Bar sind diese Orte zu meinem geheimen Rückzugsgebiet geworden. Wann immer ich das Gefühl habe, ich bräuchte eine Pause, kann ich mir diese hier gönnen. Niemand fragt nach, wenn man sagt, man müsse auf die Toilette. Niemand stört einen hier. Man kann sich erholen, sich auf sich selbst konzentrieren. Egal ob bei der Arbeit, beim Einkaufen oder wenn ich mal weggehe. Immer häufiger brauche ich diese Pause von der restlichen Welt und ziehe mich in diese winzigen Kabinen zurück, die in diesen Momenten fast schon eine gewisse Geborgenheit ausstrahlen.&lt;br /&gt;Als dumpfes Dröhnen dringt die Außenwelt zu mir herein. Nur durch ein paar Mauern von mir getrennt ist eine großartige Party im Gange und ich sitze hier und fühle mich wieder einmal vollkommen fehl am Platz.&lt;br /&gt;Eigentlich wollte ich gar nicht herkommen. Ich kenne hier niemanden, aber ein Arbeitskollege hat mich eingeladen. Damit auch ich mal etwas erlebe. Ich hatte ihm sogar schon abgesagt, bekam kurz darauf jedoch durch Zufall mit, dass Sarah auch vor habe hier her zu kommen und da konnte ich nicht Nein sagen. Seit mir klar geworden ist, dass ich jemanden brauche, der mich liebt, vergeht kein Tag, an dem ich nicht an Sarah denke. Sie ist die einzige, die mir dieses Gefühl jemals geben konnte und deshalb ist sie auch die, auf die ich all meine Hoffnungen setze. Ich will entweder sie oder niemanden.&lt;br /&gt;Allerdings bin ich jetzt bereits seit mindestens zwei Stunden hier und sie habe ich noch nirgends entdeckt. Wenn das so weitergeht, weiß ich nicht, wie lange ich es zwischen diesen ganzen fremden Menschen noch aushalte und ob es überhaupt Sinn macht, länger zu bleiben.&lt;br /&gt;Ich höre, wie sich die Tür öffnet, kurz dringt Musik von der Party zu mir herein, dann schließt sich die Tür wieder und es ist nur noch die Unterhaltung von zwei jungen Männern zu vernehmen. Ich höre gar nicht hin, sondern versuche mich vollkommen ruhig und still zu verhalten. Mit einem Mal wirkt mein Zufluchtsort auf mich wie ein Gefängnis und ich möchte am liebsten schnellstmöglich raus hier. Doch wage ich es nicht. In diesem Moment ist mein Entschluss gefasst. Ich verschwinde hier so schnell es geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin wieder zurück auf der Party. Um mich ohrenbetäubend laute Musik und Geschrei. Ausgelassene, lachende Gesichter blicken mir entgegen und ich will gar nicht daran denken, was für ein Ausdruck in dem Moment auf meinem liegt. Ich dränge mich durch die Menschen, versuche mir einen Weg zu bahnen. Dabei komme ich mir wie ein Fremdkörper in diesem Raum vor. Ein Fremdkörper, der mit aller Macht abgestoßen wird. Am liebsten würde ich dieser Kraft nachgeben. Aber ich will mich anstandshalber wenigstens noch von meinem Kollegen verabschieden, der überall hier sein könnte.&lt;br /&gt;Erleichtert entdecke ich ihn nach langer Suche endlich an der Bar. Er unterhält sich gerade mit einem Freund von ihm, der mir schon früher am Abend vorgestellt wurde. Mark heißt er, wenn ich mich recht erinnere.&lt;br /&gt;Ich zwänge mich zu den beiden durch. &lt;br /&gt;"Ne, ich muss jetzt echt los. Tut mir leid. Aber war geil hier", höre ich diesen Mark gerade sagen.&lt;br /&gt;Während mein Kollege ihn noch enttäuscht ansieht, nutze ich die Gelegenheit.&lt;br /&gt;"Hey, ich bin übrigens auch weg."&lt;br /&gt;Mein Arbeitskollege dreht sich zu mir um. "Was, du auch noch?"&lt;br /&gt;"Ja, sorry."&lt;br /&gt;"Aber die Party hat doch noch gar nicht richtig angefangen."&lt;br /&gt;Ich zucke nur mit den Schultern.&lt;br /&gt;"War wohl doch nicht so dein Ding, was?"&lt;br /&gt;"Ne, nicht ganz."&lt;br /&gt;Er blickt mich kurz an. "Ja, ist schon okay. Aber cool, dass du es mal versucht hast."&lt;br /&gt;"Ja", ich sehe ihn entschuldigend an, "wünsche dir aber noch einen schönen Abend."&lt;br /&gt;"Dir auch."&lt;br /&gt;Ich mache bereits einen Schritt Richtung Ausgang.&lt;br /&gt;"Wie gesagt, bin jetzt auch weg, viel Spaß noch", verabschiedet sich auch Mark.&lt;br /&gt;"Ja, gleichfalls", wünscht ihm mein Arbeitskollege.&lt;br /&gt;Ich winke ihm noch mal zu und drehe mich zum Ausgang um. Während ich in die Richtung gehe, schließt Mark zu mir auf.&lt;br /&gt;"Hey, wie kommst du eigentlich nach hause?"&lt;br /&gt;"Ach, kein Problem. Ich fahre mit dem Zug."&lt;br /&gt;Er sieht mich an. "Also wenn du willst, kann ich dich auch mitnehmen. Wir müssen sowieso in die gleiche Richtung."&lt;br /&gt;Ich zucke mit den Schultern. Ich möchte in diesem Moment am liebsten alleine sein. Aber auf der anderen Seite ist mir die Gesellschaft von Mark doch lieber, als die der Typen, die sich um diese Uhrzeit im Zug aufhalten. "Also wenn es dir wirklich nichts ausmacht, wär das echt cool."&lt;br /&gt;"Ne, macht mir nichts aus." Er grinst mich an.&lt;br /&gt;"Ja, gut. Danke."&lt;br /&gt;"Kein Problem."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zusammen treten wir in die Dunkelheit und Stille der Nacht hinaus. Nach all dem Trubel, den Lichtern und dem Lärm legt sich die Ruhe geradezu wohltuend über uns. Sogar der recht kühle Wind fühlt sich nach der abgestandenen, warmen Luft im Inneren des Gebäudes angenehm und erfrischend an.&lt;br /&gt;Während wir Richtung Parkplatz gehen, wandert mein Blick zum Nachthimmel hinauf, der sich vollkommen klar und sternenübersät über uns spannt. Doch wie so oft in letzter Zeit, kann ich diesen Anblick nur für kurze Zeit ertragen. Anstatt von den Sternen, wird meine Aufmerksamkeit viel mehr von der unergründlichen Dunkelheit dazwischen angezogen. Und auch wenn meine Augen nur kurz auf diesen Flecken Unendlichkeit ruhen, macht sich in mir ein seltsames Gefühl breit. Die Gravitation scheint für einen Augenblick ihre Kraft zu verlieren und ich habe Angst, ich könnte in die Unendlichkeit geschleudert werden, mich selbst in dieser ewigen Dunkelheit verlieren und dort einsam dahin treiben. Ohne Anhaltspunkt um mich zu orientieren. Ich senke meinen Blick wieder und bin erleichtert, wenigstens irgend jemanden in meiner Nähe zu haben. Spätestens jetzt bin ich froh, Marks Angebot angenommen zu haben.&lt;br /&gt;Wir haben den Parkplatz mittlerweile erreicht und ich lasse meinen Blick über die abgestellten Autos schweifen, obwohl ich nicht die geringste Ahnung habe, welches davon Mark gehört.&lt;br /&gt;Bei einem wie recht neu aussehenden Auto bleibt er kurz stehen und begibt sich zur Fahrertür. Der Wagen wirkt sehr sportlich und auch wenn ich mich mit Autos nicht auskenne, kann ich mir vorstellen, dass er nicht billig war.&lt;br /&gt;Ich steige ein und auch der Innenraum ist sehr ansprechend. Sportsitze und all die Dinge, die man sich vorstellt.&lt;br /&gt;"Nettes Auto", kommentiere ich meine Eindrücke.&lt;br /&gt;"Danke", sagt er und grinst. "Du weißt ja, das kommt gut bei den Mädels an."&lt;br /&gt;"Wirklich?", frage ich in scherzhaftem Ton.&lt;br /&gt;Er zuckt mit den Schultern. "Na ja, es geht."&lt;br /&gt;Ich will erst noch etwas dazu sagen, doch seine Stimmlange klang nicht danach, als wäre er zu Scherzen aufgelegt. Vielleicht ist er schon müde und will jetzt seine Ruhe haben.&lt;br /&gt;Ohne ein weiteres Wort startet Mark den Motor und wir fahren los.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach etwa fünf Minuten haben wir die fast leeren Straßen der Stadt hinter uns gelassen und fahren auf die Autobahn auf. Mark beschleunigt auf weit über hundert Kilometer pro Stunde. Durch unsere Geschwindigkeit und die Dunkelheit um uns verliere ich jeden Bezug zur Umgebung. Für mich existiert nur noch der kleine Raum des Wageninneren. Ich lehne mich zurück und lausche der leisen Musik, die aus dem Radio kommt und das gleichmäßige Geräusch des Motors kaum übertönt.&lt;br /&gt;"Du bist wohl auch eher der ruhige Typ."&lt;br /&gt;Bei diesen Worten zucke ich zusammen. Viel zu oft schon habe ich diesen Satz gehört. Ich frage mich, wie er auf die Idee kommt. Immerhin verbringen wir kaum zehn Minuten miteinander. Auch wenn er in der ganzen Zeit gar nichts gesagt hätte, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, ihn einen ruhigen Typen zu nennen. Ich könnte ja auch nur müde sein oder ...&lt;br /&gt;In meine Überlegungen hinein blickt mich Mark an und sagt: "Ist bei mir das Gleiche." Er verzieht sein Gesicht resigniert und wendet sich wieder der Straße zu. "Hab deshalb auf der Party gerade ein Mädchen verloren."&lt;br /&gt;"Oh, tut mir leid", ist das einzige, was mir dazu einfällt.&lt;br /&gt;"Kein Problem. Ich hätte eigentlich damit rechnen können." Seine Stimme klingt traurig und kraftlos.&lt;br /&gt;Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll, sitze ruhig da und hoffe darauf, dass er selbst weiter spricht. Erst scheint er nichts mehr sagen zu wollen und mir wird die Situation etwas peinlich. Wenige Augenblicke später fährt er allerdings doch noch fort.&lt;br /&gt;"Sie war mit mir hingegangen und ich hatte mich schon lange auf den Abend gefreut." Er macht eine kurze Pause und ein schwaches Lächeln erscheint auf seinem Gesicht. "Ja, gut, ich gebe es zu. Ich hatte mir erwartet, dass vielleicht was zwischen uns läuft. Aber wenn nicht, wäre auch nicht schlimm gewesen. Es ging mir nur darum, einen schönen Abend mit ihr zu verbringen. Und dann, kaum waren wir da, taucht ein Typ auf und quatscht sie voll. Und was mache ich? Ich sitze daneben und sage nichts. Erst noch, weil ich glaube, er würde eh gleich wieder abhauen und danach traue ich mich nicht mehr, weil sie so viel Spaß mit ihm zu haben schien, dass ich sie nicht unterbrechen wollte. Zur Krönung des Ganzen fragte sie mich auch noch, ob es mir was ausmacht, wenn sie kurz mit ihm tanzen geht. Und natürlich sage ich: Nein, geh nur." Er starrt ein paar Momente auf die Straße vor uns. "Danach wollte ich mich erst besaufen, hab ein paar Bier getrunken, aber schlussendlich ist es mir doch zu blöd geworden und ich bin abgehauen."&lt;br /&gt;Bei dem Kommentar mit dem Bier wird mir etwas mulmig zumute, aber mir scheint, dass man ihm den Alkohol nicht anmerkt. Außerdem: Was soll schon passieren?&lt;br /&gt;"Ich wollte ihr erst noch Bescheid sagen, aber dann hab ich sie mit ihm an der Bar gesehen, immer noch quatschend und lächelnd. Das Getränk in ihrer Hand wahrscheinlich von ihm bezahlt. Bei dem Anblick konnte ich einfach nicht mehr."&lt;br /&gt;"Sie ist mit dir hergefahren?"&lt;br /&gt;Er nickt. "Ja, ich weiß, das ist scheiße von mir. Aber sie wird schon nachhause kommen. Ich habe mir einer Freundin von ihr geredet. Die nimmt sie zur Not mit, wenn sie keinen anderen findet ..." Er betont das Wort "anderen" auf eine Weise, dass kein Zweifel daran besteht, wen er meint. "Weißt du, manchmal denke ich, es wäre am besten, den ganzen Scheiß hinzuschmeißen und zu verschwinden."&lt;br /&gt;Seine Worte sind dermaßen bitter ausgesprochen, dass für mich sofort klar ist, was er damit meint. Trotzdem frag ich zur Sicherheit nach: "Du meinst irgendwo hin abhauen? Eine andere Stadt oder so."&lt;br /&gt;Er starrt geradeaus. "Nein, verschwinden ... komplett."&lt;br /&gt;Es ist das erste Mal, dass ich jemanden davon reden höre und es schockiert mich so sehr, dass ich im ersten Moment gar nicht weiß, was ich darauf antworten soll. "Aber wieso denn das? Nur wegen dieses einen Mädchens?"&lt;br /&gt;Er schüttelt langsam den Kopf. "Ach ... wie soll ich es erklären." Er denkt ein paar Sekunden nach. "Kennst du das, wenn dein ganzes Leben nur scheiße ist. Und plötzlich kommt ein Mensch, der so wundervoll ist, dass es dir von einem Moment auf den nächsten möglich erscheint, dass sich doch noch alles zum Guten wenden kann?" Er sieht mich kurz an.&lt;br /&gt; Ich nicke nur.&lt;br /&gt;"Genau das war sie für mich. Sie gab mir neue Hoffnung und ich wollte alles dafür tun, um ihr näher zu kommen. Weißt du, wir kennen uns jetzt schon ein paar Wochen. Anfangs habe ich mich noch dagegen gewehrt, weil ich dachte, das wird sowieso nichts. Ich wollte mich gar nicht darauf einlassen. Aber mit ihr lief alles geradezu perfekt und eine Alternative blieb mir ohnehin nicht. Also habe ich es versucht und es schien alles zu klappen. Was meinst du, wie ich mich gefreut habe, als sie zugesagt hat, mit mir zu der Party zu gehen. Und jetzt das ..."&lt;br /&gt;Ich sehe ihn von der Seite an. Sein Gesicht schwach vom Licht der Armaturen beleuchtet.&lt;br /&gt;"Schon seit Jahren habe ich das Gefühl, mein Leben würde mich nur verarschen. Ich habe immer nur Pech. Selbst wenn sich einmal etwas zum Guten wendet, schlussendlich bricht es doch wieder zusammen und lässt mich unglücklicher zurück als davor. Genau wie jetzt auch wieder. Ich habe wirklich gehofft und geglaubt, dass es dieses mal anders wird. Und was passiert. Genau in dem Moment, wo ich mich kurz vor dem Ziel sehe, zerstört mein Schicksal mir all meine Träume, wendet mir den Rücken zu und lacht sich über meine Dummheit kaputt."&lt;br /&gt;Er ist mittlerweile wütend geworden und langsam mache ich mir doch Gedanken darüber, ob eine solche Unterhaltung bei dieser Geschwindigkeit das richtige ist.&lt;br /&gt;"Wieder habe ich mich verarschen lassen und langsam reicht es mir. Ich will mich nicht noch einmal zum Narren machen. Das alles soll einfach aufhören, zu Ende gehen."&lt;br /&gt;Er macht eine kurze Pause und ich nutze die Gelegenheit und versuche ihn zu beruhigen. "Ja, ich kann das alles sehr gut verstehen, glaub mir. Und es tut mir auch wirklich leid für dich. Aber ich finde, du solltest deswegen trotzdem nichts überstürzen. Denk noch einmal darüber nach. Nur wegen ihr alles ..."&lt;br /&gt;"Nein!", unterbricht er mich energisch. Er hat das Wort fast geschrien, beruhigt sich jedoch zum Glück ein wenig, bevor er weiter spricht. "Ich habe doch gesagt, es geht nicht nur um sie. Es ist mein ganzes Leben." Er blickt mich kurz an und da ich nicht weiß, was er von mir erwartet, sehe ich möglichst neutral und ruhig zurück. "Weißt du, vor nicht ganz einem Jahr war ich schon einmal kurz davor. Ich hatte bereits alles vorbereitet. Nur ich war zuhause, meine Eltern wären erst Stunden später zurückgekommen. Ich hatte mich im Bad eingeschlossen, die Wanne mit Wasser gefüllt, das Messer bereits an meinem Handgelenk. Aber letztendlich habe ich es doch nicht getan."&lt;br /&gt;"Warum?", frage ich vorsichtig, da er nicht weiter spricht.&lt;br /&gt;"Ja, das frage ich mich auch", seine Stimme klingt verzweifelt. "Anfangs war ich noch froh darüber, es nicht gemacht zu haben. Doch bereits ein paar Wochen später begann ich mir diese eine Frage zu stellen: Warum hast du es nicht gemacht? Und mir fiel keine Antwort dazu ein."&lt;br /&gt;"Hast du dir gewünscht, du hättest es doch getan?"&lt;br /&gt;Er denkt kurz über die Frage nach. "Ja, eine Zeitlang war es so. Bis ich sie kennengelernt habe. Da habe ich wirklich für ein paar Wochen geglaubt, ich hätte etwas gefunden, das alles rechtfertigt."&lt;br /&gt;"Bis zum heutigen Abend."&lt;br /&gt;"Genau." Er blickt starr die Straße entlang.&lt;br /&gt;"Also sagst du, mit ihr hat sich dein Leben auf eine Art verändert, dass es plötzlich wert war gelebt zu werden? Sogar wenn man bedenkt, was dir davor alles passiert ist."&lt;br /&gt; Er nickt ruhig.&lt;br /&gt;"Also die Zeit, die du mit ihr verbracht hast, war bereits schön genug? Es hätte nicht mehr daraus werden müssen?"&lt;br /&gt;Wieder nickt er und sagt: "Ja, aber ich wollte möglichst viel haben und ich wollte auch dafür kämpfen ..."&lt;br /&gt;"Ja, ich mache dir auch keinen Vorwurf. Ich wollte es nur wissen." Ich mache eine kurze Pause um mir meine nächsten Sätze zu überlegen. Wir sind mittlerweile an der Ausfahrt zu unserem Ort angekommen und biegen von der Autobahn ab.&lt;br /&gt;Ich versuche meine Stimme möglichst ruhig klingen zu lassen, als ich weiterspreche: "Auch wenn du anders darüber denkst, glaube ich doch, dass sie genau der Wendepunkt in deinem Leben ist, den du Anfangs in ihr gesehen hast. Egal was sich jetzt weiter entwickelt."&lt;br /&gt;Er blickt mich skeptisch an. "Ja, genau. Und was ist mit dem heutigen Abend?"&lt;br /&gt;"Es geht nicht um den heutigen Abend", antworte ich und  mache wieder eine kurze Pause. "Du hast doch gesagt, bis du sie kennengelernt hast, gab es nichts in deinem Leben, dass dich wirklich glücklich gemacht hat."&lt;br /&gt;Er nickt, sein Gesicht wirkt desinteressiert.&lt;br /&gt;"Das heißt also, durch sie hast du erfahren, dass das Leben auch lebenswert sein kann. Ja, dass man sogar glücklich sein kann. Und sie hat dir nicht nur die Hoffnung gegeben, dass es so sein könnte. Nein. Für ein paar Wochen oder gar Monate hattest du wirklich das Gefühl, glücklich zu sein und das gefunden zu haben, was du all die Zeit gesucht hast."&lt;br /&gt;"Ja, okay. Aber was nützt mir das jetzt?" Es scheint ihn jetzt zumindest zu interessieren, was ich zu sagen habe.&lt;br /&gt;"Es bringt dir die Gewissheit, dass das Leben schön sein kann. Klar ist es beschissen, dass der heutige Abend nicht auf die Art verlaufen ist, wie du es wolltest. Aber du hast in der letzten Zeit zumindest erfahren, dass es Dinge gibt, die es sogar Wert sind, eine lange Zeit voller Schmerz und Trauer auf sich zu nehmen. Und auch wenn es mit ihr nicht klappen sollte, kannst du doch zumindest darauf hoffen, dass du noch einmal einen solchen Menschen findest." Ich mache eine Pause um ihm die Chance zu geben, zu antworten, aber er bleibt still. "Immerhin hast du ja gesagt, dass du selbst auch nicht ganz unschuldig warst. Du hast dich heute zu ruhig verhalten. Glaub mir, das kann ich nur zu gut verstehen. Es war sozusagen dein erster Versuch, also denke ich, du solltest dir selbst zumindest noch eine zweite Chance geben." Wieder wird es kurz still.&lt;br /&gt;"Ach, ich weiß auch nicht ...", antwortet er.&lt;br /&gt;"Außerdem ist doch noch gar nichts entschieden. Sie hat sich heute mit irgend einem Typen unterhalten. Ist das wirklich so schlimm? Mit dir hat sie bereits viel länger zu tun. Wenn sie jetzt wirklich mit ihm zusammen kommen würde, dann wäre sie es meiner Meinung nach gar nicht wert, dass du dich ihretwegen derart fertig machst."&lt;br /&gt;"Du musst hier irgendwo raus, oder?", ist die einzige Antwort, die er mir darauf gibt.&lt;br /&gt;"Ja", antworte ich enttäuscht, weil mir vorkommt, ich hätte vollkommen an ihm vorbeigeredet, "fahr der Straße entlang weiter. Ich sag dir, wenn wir da sind."&lt;br /&gt;Einige Zeit herrscht Stille im Auto. Ich weiß nicht mehr, was ich noch dazu sagen sollte. Marks Unverständnis hat mich entmutigt.&lt;br /&gt;"Weißt du, du hast Recht", sagt er völlig unerwartet. "Mit allem irgendwie." Er denkt kurz nach und ich gebe ihm die Zeit. "Sie würde das auch nie machen, das ist mir klar ... Wahrscheinlich war es nicht mal böse gemeint." Wieder verstummt er.&lt;br /&gt;"Ich muss da vorne raus", sage ich leise zu ihm und deute auf die nächste Kreuzung.&lt;br /&gt;Mark bringt seinen Wagen an der Straße zum Stehen, die zu meiner Wohnung führt, starrt aber weiter gerade aus.  "Scheiße", sagt er nach einiger Zeit, "ich habe mich wie ein Idiot verhalten. Jetzt steht sie alleine da auf dieser Party. Wieso hab ich sie einfach stehen gelassen."&lt;br /&gt;"Ach, mach dir deswegen mal keinen Kopf", beruhige ich ihn.&lt;br /&gt;Er sieht mich an. "Aber was soll ich denn jetzt sagen. Sie hält mich bestimmt für einen Arsch. Sie denkt sicher, ich hätte sie vergessen", sagt er verzweifelt.&lt;br /&gt;Ich atme einmal tief durch. "Weißt du, ich habe ja selbst keine Ahnung davon. Aber ich denke am besten kommt immer an, wenn du ihr direkt die Wahrheit sagst."&lt;br /&gt;Mark schüttelt ausweichend den Kopf.&lt;br /&gt;"Du musst ihr ja nicht gleich erzählen, dass du was von ihr wolltest. Sag ihr zum Beispiel, dass du nur wegen ihr da hin gegangen bist und dass es dir dann keinen Spaß mehr gemacht hat, weil sie ja nur mit dem anderen Typen gequatscht hat. Und sag ihr vielleicht noch, dass du sie dabei nicht stören wolltest."&lt;br /&gt;"Aber da könnte sie sich doch denken, was ich ihr damit sagen will."&lt;br /&gt;Ich blicke ihn nachdenklich an. "Na ja, wer hatte heute mehr Erfolg? Der Typ, der sie angebaggert und ihr einen Drink bezahlt hat oder du mit deiner freundschaftlichen, zurückhaltenden Art."&lt;br /&gt;Er grinst etwas verlegen.&lt;br /&gt;"Du musst dir ja nicht gleich den Typen zum Vorbild nehmen. Aber wenn du schon das Gefühl hattest, zu ruhig gewesen zu sein, kann es doch kein Fehler sein, dich wenigstens ein bisschen zu ändern."&lt;br /&gt;"Ja, ich weiß was du meinst. Du hast Recht."&lt;br /&gt;Einige Zeit sitzen wir still nebeneinander im Auto.&lt;br /&gt;"Alles klar?", frage ich ihn.&lt;br /&gt;Er grinst mich an. "Ja, ich denke schon."&lt;br /&gt;"Okay, viel Glück noch." Ich öffne die Tür.&lt;br /&gt;"Ja, ich geb mir Mühe. Vielen Dank Mann, du hast mir wirklich geholfen."&lt;br /&gt;Ich stehe bereits auf der Straße. "Kein Problem. Danke fürs Mitnehmen."&lt;br /&gt;Er muss lachen. "Ja, ja, wie du meinst. Ich lad dich mal zu einem Bier ein, ja?"&lt;br /&gt;"Okay, dann kannst du mir ja erzählen, wie's weiterging."&lt;br /&gt;"Ja, mach ich. Und danke noch mal."&lt;br /&gt;Ich nicke und schlage die Türe zu.&lt;br /&gt;Mark startet den Motor und fährt los. Bereits nach wenigen Metern verschwinden die Rücklichter seines Autos um die nächste Ecke und ich bleibe verwirrt auf dem Bürgersteig zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt bin ich wieder alleine in dieser großen, kalten und dunklen Welt. Keine Regung ist in meiner Nähe zu vernehmen und nur von weit entfernt dringen nicht identifizierbare Laute an mein Ohr. In Gedanken gehe ich noch einmal das Gespräch mit Mark durch und frage mich dabei, ob das wirklich ich war, der ihm diesen ganzen Dreck erzählt hat. Nach dem Motto: Alles wird gut. Wie oft hat man genau solche Geschichten mir schon erzählt und wie wenig haben sie mir gebracht?&lt;br /&gt;Aber warum habe ich ihm nicht das erzählt, was ich für mich als Schluss aus dieser ganzen Sache gezogen hätte. Dass das Leben immer so ist. Ungerecht und Scheiße und dass es sich nie ändern wird. Ich denke kurz darüber nach und muss mir eingestehen, dass ich ihm das auch jetzt nicht sagen würde. Würde er noch einmal zu mir kommen, ich würde ihm ein weiters Mal Mut zusprechen. Aber warum? Bin ich mir meiner eigenen Meinungen und Überzeugungen derart unsicher, dass ich es nicht wage, sie auf einen anderen anzuwenden? Und wenn ja, wieso nehme ich sie dann für mich selbst so wichtig?&lt;br /&gt;Kann es vielleicht sogar sein, dass ich mich da in etwas verrannt habe? Und dass all die, die mir sagten, es gäbe doch noch Hoffnung, vollkommen recht hatten. War ich vielleicht nur zu blind, um es in meinem Leben zu sehen.&lt;br /&gt;Völlig desorientier lasse ich meinen Blick zum Nachthimmel empor wandern. Noch immer stehen die Sterne strahlend über mir. Ich warte auf dieses seltsame Gefühl, doch es kommt nicht. Die Gravitation scheint unerwartet wieder ihre alte Stärke zu haben. Doch im gleichen Moment, in dem ich mich darüber wundere, kommt mir ein anderer Gedanke. Es war vielleicht gar nicht die Erdanziehung, die nachgelassen hat. Könnte es nicht auch sein, dass ich es war, der selbst alle Verbindungen gekappt hat, die mich noch auf der Erde hielten. Und war ich vielleicht in den Momenten, in denen ich zum Sternenhimmel blickte, kurz davor, mich vollends von diesem Planeten zu lösen und mich mit einem Sprung in die schwarze Unendlichkeit zu stürzen?&lt;br /&gt;Ich senke meinen Blick wieder und betrachte die Straßen, Bäume und Häuser um mich, an denen ich fast täglich vorbeikomme. Zum ersten Mal überhaupt habe ich das Gefühl, ich wäre viel mehr selbst für meine Situation verantwortlich, als ich es jemals gedacht hätte.&lt;br /&gt;Mein Blick folgt der Straße, auf der Mark sicher schon vor Minuten verschwunden ist. In mir das fast schon vergessene Gefühl der Verbundenheit zu einem anderen Menschen.&lt;br /&gt;"Ich danke dir", flüstere ich in die Nacht, drehe mich um und gehe nach Hause.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-1105084801055556569?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/1105084801055556569/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=1105084801055556569' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1105084801055556569'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1105084801055556569'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/01/spiegel.html' title='Spiegel&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Spiegel.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-2189482148581121369</id><published>2008-07-26T13:28:00.003+02:00</published><updated>2008-07-26T13:31:06.830+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Einsam</title><content type='html'>Einsam und verloren hören sich meine Schritte an, als ich ungeduldig immer wieder über diese kahlen Betonplatten schreite. Auf und ab, immer wieder die selbe Strecke. Ein kühler Wind bläst mir abwechselnd in Gesicht oder Rücken. Nur mit einem T-Shirt und einer Jeans bekleidet, friere ich am ganzen Körper. Aber ich bin auch selbst schuld. Langsam könnte ich mir wirklich merken, dass dieses Scheißwetter, dass wir zurzeit haben, nichts mit Sommer zu tun hat. Verärgert trete ich einen kleinen Stein über den Boden. Er macht ein paar einsame Sprünge und trifft dann scheppernd den Mast einer Laterne. Ich sehe mich kurz um, aber es ist sowieso niemand da, den ich hätte stören können. Diese verdammte Einsamkeit macht mich langsam fertig.&lt;br /&gt;Sicher zum zehnten Mal heute Abend werfe ich einen Blick auf die Uhr. Schon fast fünfzehn Minuten Verspätung. Am Himmel haben sich schon wieder die ersten dunklen Wolken zusammengezogen und so wie es aussieht, wird es in den nächsten Minuten noch zu regnen beginnen. Mir kommt es so vor, als wäre es jetzt schon seit Monaten immer das Gleiche. Immer nur Regen, Regen und nochmals Regen. Und ich sitze hier in diesem Kaff fest, in dem es am Bahnhof nicht einmal etwas gibt, wo man sich unterstellen könnte.&lt;br /&gt;Meine Kollegen hatten es da besser. Für sie hieß es gleich nach Schulschluss erstmal für zwei Wochen in den Süden. Badeurlaub vom Feinsten bei vierzig Grad im Schatten. Na ja, zumindest stelle ich es mir so vor. Wenn dieser beschissene Zug irgendwann auftauchen würde, dann würde ich sie ja endlich wiedertreffen und dann könnten sie mir erzählen, ob es schlussendlich wirklich so toll war, wie erwartet. Seit ihrem Urlaub haben wir uns nicht mehr gesehen. Ehrlich gesagt habe ich sie schon seit Monaten nicht mehr gesehen. Sie studieren alle drei zusammen an der gleichen Uni, einige hundert Kilometer entfernt von hier. Anfangs kamen sie noch jedes Wochenende nachhause und es war alles so wie früher auch. Aber vor allem zum Semesterende hin hatten alle drei so viel Stress, dass sie den Großteil ihrer Zeit mit Lernen verbrachten und deshalb gar nicht mehr nachhause kamen. Dafür freue ich mich jetzt um so mehr auf sie. Diesen Abend lasse ich mir nicht vermiesen. Scheißwetter hin oder her.&lt;br /&gt;Endlich tauchen auch die Lichter des Zuges in der Ferne auf. Ich sehe auf die Uhr: zwanzig Minuten Verspätung. Aber das ist mir jetzt auch egal. Ich hoffe einfach, dass der Abend wenigstens halbwegs so wird, wie ich ihn mir vorgestellt habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Zug hält neben mir und ich steige ein. Drinnen erwartet mich ein Gewirr aus Gesprächsfetzen, Gelächter und blecherner Musik aus Handylautsprechern. Das Abteil scheint voll besetzt zu sein, sogar im Bereich der Stehplätze herrsch schon ziemliches Gedränge. Aber was habe ich mir erwartet? In letzter Zeit geht bei mir alles schief, was irgendwie schiefgehen kann. Wieso soll es gerade heute anders sein. Doch im gleichen Moment, in dem mir dieser Gedanke durch den Kopf geht, entdecke ich plötzlich Simon am anderen Ende des Abteils, der mir zuwinkt. Sofort hellt sich meine Stimmung auf.&lt;br /&gt;Während sich der Zug schwankend in Bewegung setzt, versuche ich, möglichst ohne an jemandem anzustoßen, durch das voll besetzte Abteil zu kommen. Mein Weg führt mich an den unterschiedlichsten Gestalten vorbei, die aber alle das gleiche Ziel haben: Irgendwo hinfahren und sich betrinken. Normalerweise stehe ich auf so was ja nicht, aber mit den richtigen Menschen um einen macht alles Spaß. Und dann komme ich endlich bei ihnen an. Simon, Markus Andreas und Daniel. Alle bester Laune und bis auf Simon auch alle braun gebrannt. Sie haben es sich zu viert auf zwei Vierer-Plätzen bequem gemacht, so dass ich keine Angst mehr haben muss, keinen freien Platz zu bekommen. Andreas ist gerade dabei, irgendeine Geschichte zu erzählen, aber als er mich sieht, bricht er ab um mich zu begrüßen.&lt;br /&gt;„Da ist er ja endlich!“, ruft er mir zu und auch Markus und Daniel drehen sich jetzt zu mir um und brechen in übertriebenen Jubel aus.&lt;br /&gt;„Ja, ja, ist ja schon gut“, ist das Einzige, was mir einfällt. Irgendwie bin ich es gar nicht mehr gewohnt, mit so vielen Leuten zusammen zu sein und ich fühle mich etwas überwältigt. Gleichzeitig wird mir aber auch das breite Grinsen auf meinem Gesicht bewusst und ich stelle fest, wie sehr ich das alles vermisst habe. Nachdem ich jedem einzelnen die Hand gegeben habe, nehme ich bei Simon und Daniel Platz, die auf der linken Seite des Zuges sitzen.&lt;br /&gt;„Und was war dann mit Markus?“, fragt Simon, als ich mich gerade neben ihn setze. Ich bin zuerst etwas verwirrt, aber anscheinend meint er nicht mich, denn Andreas antwortet ihm.&lt;br /&gt;„Ach ja … Also für alle, die erst später dazugekommen sind“, er blickt mich an, als er das sagt. „Markus meint ja immer, er wäre der Prototyp des echten Mannes. Als solcher braucht er natürlich keine Handschuhe im Winter und auch keinen Regenschirm, wenn es regnet und schon gar keine Sonnencreme, wenn die Sonne so herunterbrennt, dass man Würstchen grillen könnte, indem man sie einfach in die Luft hält.“&lt;br /&gt;Obwohl ich mir jetzt schon denken kann, wie die Geschichte ausgeht, höre ich Andreas wie gebannt zu. Wenn er etwas erzählt, schafft er es immer, mich zum Lachen zu bringen, selbst wenn das Ereignis selbst gar nicht so lustig war. Außerdem sind seine Sticheleien mit Markus legendär und schon jetzt warte ich darauf, bis dieser sich wehrt. Doch noch scheint es nicht so weit zu sein.&lt;br /&gt;„Wenn ich mich richtig erinnere, hat Markus uns sogar noch ausgelacht, als wir uns am Morgen im Hotel eingecremt haben“, erzählt Andreas weiter und wirft dabei einen herabwürdigenden Blick auf Markus, der allerdings ebenfalls bereits Grinsen muss. „War es nicht so, dass du uns noch gefragt hast, wann die Mädchen denn endlich ihre Vorbereitungen abgeschlossen hätten?“&lt;br /&gt;Markus Grinsen wird noch breiter und er sieht etwas verlegen zu Boden. „Ach, halt doch die Klappe“, murmelt er dabei in Richtung Andreas, aber der denkt gar nicht daran.&lt;br /&gt;„Na ja, auf jeden Fall mussten wir dann beim Abendessen ganz schön aufpassen. Es stand nämlich Krebs auf der Speisekarte und wir hatten die ganze Zeit Angst, der Koch könnte Markus auch mit in den Topf werfen. Von der Farbe her hätte es gepasst.“&lt;br /&gt;Andreas erzählt das ganze mit so gut gespielter Sorge, dass ich laut loslachen muss und auch Simon und Daniel können sich nicht mehr zurückhalten. Markus gequälter Gesichtsausdruck macht alles nur noch lustiger, denn er zeigt, dass auch er sich nur ungern an all das erinnert.&lt;br /&gt;„Ich glaube, ich muss nicht erwähnen“, fährt Andreas fort, als wir uns wieder eingekriegt haben, „dass auch die Frauen nicht viel von unserem Krebsmann gehalten haben. Deswegen lief bei ihm die ganze Woche überhaupt nichts.“&lt;br /&gt;Wieder brechen wir in Lachen aus, doch dieses mal wird es Markus zu bunt.&lt;br /&gt;„Du hast doch auch keine abgekriegt, also spiel dich hier mal nicht so auf.“ Markus sagt es zu Andreas, als wäre es ihm wirklich ernst, hat dabei jedoch immer noch ein Grinsen auf dem Gesicht.&lt;br /&gt;Andreas lässt sich das allerdings nicht so einfach gefallen. „Und was war mit der Einen in der Strandbar?“&lt;br /&gt;Jetzt ist es Markus, der lachen muss. „Die, der du einen scheißteuren Cocktail bezahlt hast und die dich dann einfach stehenließ?“&lt;br /&gt;Andreas setzt einen herausfordernden Blick auf. „Ja, genau die.“&lt;br /&gt;Als ich den beiden so zuhöre, kommen mir die ganzen Geplänkel wieder in den Sinn, die die beiden schon untereinander hatten, und mein Grinsen wird noch breiter. Ich stelle fest, wie unglaublich wohl ich mich nach diesen wenigen Minuten fühle, die ich jetzt mit meinen Kollegen verbracht habe. Obwohl wir uns fast zwei Monate nicht mehr gesehen haben, ist es sofort wieder wie früher. All meine Ängste und Sorgen der letzten Wochen sind in diesem Moment wie weggeblasen und ich freue mich einfach über all das.&lt;br /&gt;Andreas hat anscheinend bemerkt, dass seine letzte Antwort zu wenig herausfordernd war und fügt deshalb hinzu: „Immerhin hat sie mir dafür einen Kuss auf die Wange gegeben. Damit war ich schon mal näher an einer heißen Nacht als du.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So geht es noch einige Zeit weiter, bis der Zug im Bahnhof der Stadt einfährt. Lachend steigen wir zusammen mit einem Großteil der anderen Gestalten aus. Draußen ist es immer noch kalt und es hat leicht zu regnen begonnen, doch das stört mich jetzt überhaupt nicht mehr.&lt;br /&gt;Zusammen mit meinen Freunden gehe ich Richtung Stadtzentrum. Vor und hinter uns sind andere Gruppen von Jugendlichen. Alle scheinen gut drauf zu sein und auch ich genieße das gute Gefühl in mir und freue mich auf den weiteren Abend.&lt;br /&gt;„Und, was hast du so in letzter Zeit getrieben?“, fragt mich Markus, nachdem der Streit zwischen ihm und Andreas dahingehend entschieden wurde, dass bei beiden im Urlaub nichts nennenswertes gelaufen ist und sie beide Loser sind.&lt;br /&gt;„Keine Ahnung. Eigentlich nicht viel, das Wetter war ja die ganze Zeit über ziemlich beschissen …“ Ich hätte ihm auch von den ganzen Überstunden und dem Stress bei der Arbeit erzählen können, den ich dank der Urlaubszeit hatte, aber ich will meine Kollegen heute nicht mit meinen Problemen belasten und ehrlich gesagt will ich auch selbst gar nicht daran denken. Ich will das alles einfach vergessen und meinen Spaß haben.&lt;br /&gt;„Wahrscheinlich hat er wieder die ganze Zeit gearbeitet und jetzt massig Kohle auf dem Konto“, wirft Andreas ein, der mich neben Simon noch am besten kennt.&lt;br /&gt;Ich lache etwas übertrieben. „Ja, vor allem, weil ich ja so viel verdiene.“&lt;br /&gt;„Hey, du darfst nicht vergessen, wir sind alles arme Studenten.“&lt;br /&gt;„Fast alle“, meldet sich Simon, der ebenfalls bereits arbeiten geht. Da er seine Lehre allerdings noch nicht abgeschlossen hat, verdient er noch nicht sonderlich viel.&lt;br /&gt;Ich setze einen nachdenklichen Blick auf. „Okay, in dem Fall sieht es mit meinem Kontostand doch gar nicht so schlecht aus.“&lt;br /&gt;„Da könntest du uns ruhig mal was abgeben“, kommt es von Markus, der mich dabei leicht anrempelt.&lt;br /&gt;„Geht doch selbst arbeiten, ihr Schmarotzer!“, fahre ich Markus an und schubse ihn dabei von mir weg.&lt;br /&gt;„Ach, komm schon, es sind Ferien, ich habe keine Lust zu arbeiten.“&lt;br /&gt;Ich gebe mich geschlagen. „Okay, gut, dann bezahle ich heute zumindest die erste Runde.&lt;br /&gt;Markus grinst mich breit an. „Gut, wir nehmen dich beim Wort.“&lt;br /&gt;Ich zucke nur mit den Schultern. Mittlerweile haben sich die verschiedenen Personengruppen in den Gassen der Stadt verteilt und wir sind fast alleine unterwegs. Überall links und rechts des Weges locken hell erleuchtete und warme Lokale, aber wir wissen genau, wo wir hinwollen, und allzu weit ist es jetzt auch nicht mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gut gelaunt steigen wir zusammen die Treppe in die Bar hinab. Wir waren früher oft hier und sie ist so etwas wie unsere Stammkneipe. Das Lokal befindet sich in einem alten Keller, ist aber schön und gemütlich eingerichtet.&lt;br /&gt;An der Theke stehen schon einige Leute an und auch sonst ist es bereits gut gefüllt. Als wir uns nach einem Platz umsehen, entdecke ich gleich ein paar flüchtige Bekannte, die ich ebenfalls hier kennengelernt habe. Mit einigen von ihnen werde ich mich heute sicher noch unterhalten, aber erst später am Abend. Jetzt zählen erstmal meine Kollegen. Zum Glück finden wir in einer Ecke noch einen freien Tisch, an dem wir alle Platz haben, und wir setzen uns hin.&lt;br /&gt;"Okay, ich würde sagen, Simon übernimmt die erste Runde, ich glaube, der war noch nie dran." Markus spielt damit auf einen alten Scherz von uns an. Simon war früher immer der, der am schnellsten und am meisten getrunken hat. Wenn wir beim zweiten Bier ankamen und erst richtig warm wurden, war er schon so dicht, dass er nur noch hinter dem Tisch saß und man ihm nicht mehr zutrauen konnte, das er für die ganze Runde was zu Trinken holt.&lt;br /&gt;"Ach, fick dich doch!", kommt es sofort von Simon, der anscheinend gehofft hatte, dass dieses Thema mittlerweile vergessen ist.&lt;br /&gt;Wieder brechen alle in Gelächter aus.&lt;br /&gt;"Ach komm schon, nur dieses eine Mal", bettelt Andreas ihn an, "Du kannst doch einmal eine Ausnahmen machen."&lt;br /&gt;"Hey ..." Simon setzt zu einer Antwort an, aber ich unterbreche ihn.&lt;br /&gt;"Ich geh' schon. Hab’ ich ja versprochen" Während ich das sage, erhebe ich mich bereits, um die Getränke zu holen.&lt;br /&gt;"Ja, das ist doch mal ein Mann", höre ich hinter mir Markus.&lt;br /&gt;"So was möchte ich mal von dir hören", kommt es von Daniel, der jetzt anscheinend auch noch auf Simon herumhacken muss.&lt;br /&gt;Dieser flucht vor sich hin und wieder lachen alle.&lt;br /&gt;Ich gehe derweil an die Bar und bestelle fünf Bier. Wir haben das immer so gemacht. Jedes Mal holt ein anderer die Getränke und auch wenn man von Simon etwas anderes behauptet, bezahlt am Ende meist jeder gleichviel.&lt;br /&gt;Mit den fünf Flaschen irgendwie zwischen meine Finger geklemmt gehe ich zurück zu unserem Tisch und stelle sie dort ab. Daniel und Andreas erzählen Simon gerade abwechselnd von zwei Mädels, die sie anscheinend im Urlaub getroffen haben. Ich stelle jedem sein Bier hin und setze mich dann auch wieder dazu.&lt;br /&gt;Daniel schildert gerade, wie er versucht hat, eine der beiden ins Bett zu bekommen: "Die war irgendwie komisch. Hat von Anfang an nur rumgezickt. Ich dachte dann: Zahlste ihr zwei Bier, dann wird die lockerer und dann wird da schon was laufen. Aber ich sag's euch, das erste Bier hatte die weg wie nichts und ich dachte mir schon: Was geht denn mit der ab? Ich also noch ’n zweites Bier bestellt und die haut wieder voll rein und ich frag mich schon, ob ich so ’ne Alkoholikerin erwischt habe, die mich jetzt mal gemütlich unter den Tisch säuft, während ich ihr alles bezahle. Aber als auch das zweite Bier leer war und ich schon ein neues bestellen will, sieht die mich plötzlich so komisch an und im nächsten Augenblick nimmt sie auch schon ihr Handtäschchen und rennt Richtung Klo ..."&lt;br /&gt;"Musste sie kotzen?", fragt Simon, der ein breites Grinsen auf dem Gesicht hat.&lt;br /&gt;"Sie hat's mir zwar nicht gesagt, aber so bleich wie die danach wieder rausgekommen ist, kannst du drauf wetten. Und getrunken hat sie den ganzen Abend auch nichts mehr ..."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und während meine Kollegen noch über die Geschichte lachen, verstehe ich plötzlich nicht mehr, was Daniel erzählt. Ich sehe noch das Grinsen auf seinem Gesicht und wie sich sein Mund bewegt und ich höre auch noch die Worte, aber ich verstehe sie nicht mehr. Alles, was er sagt, verschmilzt mit der Musik und dem allgemeinen Lärm um uns. Genauso verschmelzen plötzlich die Gesichter meiner Kollegen mit den Gesichtern all der Leute um mich und den flackernden Lichtern über der Bar. Und dieses ganze Gewirr um mich erscheint mir plötzlich fremd und ich fühle mich so einsam und verlassen, wie noch nie in meinem Leben. Sogar mein Körper fühlt sich plötzlich fremd an, fremd und schwach. Ein kalter Schauer durchfährt mich von oben nach unten und ich spüre, wie ich am ganzen Körper eine Gänsehaut bekomme. Gleichzeitig setzt das Pochen in meiner Brust für einen Herzschlag aus, um dann mit doppelter Geschwindigkeit wieder einzusetzen. Das alles passiert im Bruchteil einer Sekunde. Das Einzige, was ich in dieser Zeit wahrnehme, ist Panik. Panik und der Wunsch, von hier zu verschwinden. Einfach weg, weit weg. Nur mit Mühe kann ich diesem Wunsch widerstehen.&lt;br /&gt;Dann schält sich plötzlich wieder Daniels Stimme aus diesem Gewirr. Er sagt etwas davon, dass wir jetzt endlich anfangen sollten zu saufen. Ich sehe, wie er zu seiner Flasche greift und sie hochhebt, um mit uns anzustoßen.&lt;br /&gt;Ich nehme ebenfalls die Bierflasche vor mir in die Hand und rede mir dabei ein, ich müsse mich zusammenreißen. Zu lange habe ich mich auf diesen Abend gefreut. Auf das Wiedersehen mit meinen alten Kollegen. Das kann ich jetzt nicht so schnell kaputt machen.&lt;br /&gt;Doch schon als ich nach der Flasche greife, bemerke ich, dass meine Bewegungen unsicher und fahrig sind. Ich hebe die Flasche hoch und versuche verzweifelt, sie möglichst ruhig in meinen zittrigen Händen zu halten. Wieder einer Panikattacke nahe, stoße ich trotzdem mit meinen Kollegen an und hoffe, dass niemand etwas merkt. Dabei schaffe ich es aber nicht einmal, ihnen ins Gesicht zu sehen. Mein Blick ist starr auf mein Bier gerichtet.&lt;br /&gt;Nachdem wir angestoßen haben, setze ich gierig die Flasche an meine Lippen und trinke sie in einem Zug bis zur Hälfte leer. Heute will ich mich so richtig besaufen, diesen Entschluss habe ich gerade gefällt. Es ist der einzige Weg, diesen Abend noch zu retten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder verschwimmt alles um mich und für ein paar Minuten existieren nur ich und mein Bier. Ein Schluck nach dem anderen rinnt meine Kehle hinab und als wüsste ich es nicht selbst besser, hoffe ich jedes Mal, dass ich zumindest ein bisschen etwas spüre. Doch ich fühle nur die Kühle des Bieres, die sich in meinem Magen wie etwas anfühlt, dass dort nicht hingehört. Wieder frage ich mich, ob es nicht besser wäre, einfach zu verschwinden. Doch das kann ich nicht. Ich kann einfach nicht. Ich muss das hier durchstehen. Das Einzige, was mir dabei helfen kann, ist der Alkohol.&lt;br /&gt;Als die Flasche leer ist, höre ich Simon sagen, dass ich heute ein gutes Tempo vorlege. Ich blicke auf und sehe, wie er mich angrinst. Die Flaschen meiner Kollegen sind noch halb voll. Ich will zurücklächeln, aber als ich es versuche, spüre ich, wie meine Mundwinkel zu zucken beginnen, als hätten sie nicht mal mehr die Kraft, diesen falschen Gesichtsausdruck aufrecht zu erhalten. Ich senke schnell meinen Kopf, in der Hoffnung, dass er nichts bemerkt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als nächstes erklärt sich Simon bereit, Bier zu holen, und alle brechen in Jubel aus. Ich warte schon beinahe gierig darauf, dass endlich Nachschub kommt. Simon geht auf Nummer sicher und bringt die Flaschen unter zwei Mal zu uns. Als er das zweite Mal kommt, wissen wir auch, warum. Er bringt für mich zwei Flaschen, damit mir nicht langweilig werde. Wieder lachen alle und stoßen an. Ich versuche wenigstens halbwegs so zu tun, als wäre auch ich gut drauf.&lt;br /&gt;Beim ersten Bier bemühe ich mich, es dieses Mal etwas langsamer angehen zu lassen, und bekomme schon Sprüche von meinen Kollegen zu hören, ob ich etwa meine ganze Energie bereits beim ersten verbraucht hätte. Wieder muss ich mich anstrengen, um so zu wirken, als könnte ich über ihre Witze lachen, aber ich spüre selbst, dass mir dies immer schlechter gelingt.&lt;br /&gt;Als auch das zweite Bier leer ist, spüre ich immer noch nicht das, was ich eigentlich erhofft habe. Ich spüre nur, dass mir schon langsam schlecht wird, sonst nichts. Verzweifelt mache ich mich an das dritte Bier und schlussendlich hole ich meine Kollegen doch noch ein. Die erhoffte Wirkung bleibt allerdings weiterhin aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andreas ist als nächster an der Reihe. Er fragt, ob wir jetzt was anderes wollen und ich bin für Whiskey. Als er zurückkommt, bringt er mir einen Doppelten. Anscheinend entwickelt sich das für meine Kollegen heute zu einem neuen Witz. Aber mir ist es egal. Ich will nur endlich betrunken sein. Ich will nur endlich meine Gedanken betäuben, will nur endlich weg von hier.&lt;br /&gt;Als wir mit dem Whiskey anstoßen, sehe ich an den Gesichtern meiner Freunde bereits, dass sie mittlerweile schon gut angeheitert sind. Ich spüre immer noch nichts.&lt;br /&gt;Als ich den ersten Schluck trinke, fühle ich, wie eine Wärme meinen Hals hinunterspült und sich dann in meinem Magen ausbreitet. Ich glaube, endlich das Richtige gefunden zu haben.&lt;br /&gt;Aber auch als das Whiskeyglas leer vor mir steht, fühle ich mich immer noch nüchtern. Mittlerweile ist mir dafür so schlecht, dass ich fast Angst habe, nichts mehr hinunter zu bekommen.&lt;br /&gt;Unruhig drehe ich das Glas auf dem Tisch hin und her und beobachte meine Kollegen, ohne dabei wirklich mitzubekommen, was sich zwischen ihnen abspielt. Ich versuche zumindest an den richtigen Stellen kurz zu lachen. Mehr schaffe ich heute Abend einfach nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Endlich geht Daniel los um die nächste Runde zu holen. Wieder kommen die gleichen Sprüche, aber mich stören sie schon gar nicht mehr. In der Zwischenzeit geht Markus aufs Klo und nur noch ich und Andreas sitzen am Tisch. Ich habe keine Ahnung, was ich mit ihm sprechen soll und hoffe nur, dass Daniel bald wieder kommt. Trotz des ganzen Lärmes hier drin entsteht eine peinliche Stille. Andreas ist es dann, der diese durchbricht. Er fragt mich, was heute eigentlich mit mir los sei. Warum ich so ruhig sei.&lt;br /&gt;Ich habe keine Ahnung, was ich antworten soll. Ich weiß nur, dass mir schlecht ist und dass Daniel endlich zurückkommen soll. Nicht nur, um mich aus dieser Situation zu retten, sondern auch, damit ich endlich wieder was zu trinken habe. Ich blicke mich in der Bar unruhig nach ich um, aber ich finde ihn nicht. Dafür treffen sich meine Blicke von Zeit zu Zeit mit denen von anderen Gästen. Mir kommt es so vor, als würden sie mich alle beobachten. Ich habe Angst, sie könnten bemerkt haben, wie es in mir wirklich aussieht. Wenn sie mich wirklich beobachtet haben, dann wäre das nicht einmal schwer. Ich versuche die Gedanken zu verdrängen und suche wieder nach Daniel. Wo bleibt er nur.&lt;br /&gt;Als er endlich auftaucht, ist es schon zu spät. Andreas fragt mich nochmals, was mit mir los sei. Die Übelkeit in mir wird immer stärker. Ich sehe in Andreas’ Gesicht und kann darin nichts mehr erkennen, was mich mit ihm verbindet. Und plötzlich wird mir klar, dass mich mit meinen „Kollegen“ genau so wenig verbindet, wie mit all denn anderen Personen in diesem Raum. Mir wird klar, dass sie für mich nur Ablenkung sind. Ablenkung von meinen beschissenen Gedanken. Und das es immer so sein wird, weil es immer so war. Die Übelkeit in mir wird dabei fast unerträglich. Daniel stellt die Bierflasche vor mich hin und ich greife schnell danach, in der Hoffnung, dass der Alkohol mich doch noch aus dieser ganzen Scheiße befreien kann. Doch ich greife daneben und die Flasche fällt um. Das ganze Bier ergießt sich über den Tisch. Im selben Moment spüre ich, wie sich ein Brechreiz in mir regt. Ich springe auf und renne zum Klo.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Toiletten angekommen sticht mir das helle Licht der Neonröhren in die Augen, aber ich stürme weiter auf ein unbesetztes Klo zu und beuge mich darüber. Erst denke ich, dass ich den Brechreiz überwunden habe, aber als mir der Geruch von Pisse und zu starkem Putzmittel in die Nase steigt, rebelliert mein Magen und unter einem grässlichen Würgen ergießt sich der ganze Dreck, den ich heute in mich hineingeschüttet habe, in die Kloschüssel. Ich versuche nach dem ersten Schwall gerade wieder Luft zu holen, da kommt schon der zweite, dann der dritte und der vierte. Beim letzten kommt nur noch irgendeine dickflüssige, braune Soße. Mein Magen ist leer. Schwer atmend lehne ich mich gegen die kalte, geflieste Toilettenwand, den Geschmack von Kotze im Mund und Tränen in den Augen. Ich frage mich, ob ich wegen dem Alkohol kotzen musste oder deswegen, weil es mir so beschissen geht. Aber kann es einem so schlecht gehen, dass man sich erbrechen muss?&lt;br /&gt;Und noch während ich so dasitze und mich selbst bemitleide, regt sich bereits ein anderes Gefühl in mir. Ein anderes, altbekanntes Gefühl. Ich spüre, wie sich auf meinem Gesicht ein Grinsen breit macht. Das erste echte Grinsen an diesem Abend. Aber es handelt sich dabei nicht um ein amüsiertes Grinsen, sondern um ein verachtendes.&lt;br /&gt;Ich muss daran denken, was für ein Schwächling ich bin. Ich weiß, dass viele nur davon träumen können, so zu leben, wie ich es tue. Mir fehlt es an nichts. Ich habe genug Geld, ein Zuhause, genug zu essen, eine Arbeit ...&lt;br /&gt;Aber trotzdem ist da dieser Schmerz in meinem Herzen, der von Zeit zu Zeit so stark ist, dass ich Angst habe, daran zu sterben. Und genau deswegen hasse ich mich so sehr. Weil mein Kopf mein Herz nicht versteht und umgekehrt. Und ich kann nichts dagegen tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wie ich jetzt so dasitze und mich wie so oft selbst hasse, wird mir eines klar. Mir wird klar, dass es nicht möglich ist, zu überleben, wenn man auf dieser Welt niemanden hat, der einen liebt. Dass es einfach unerträglich ist, wenn man von allen Seiten nur gehasst wird. Vor allem von einem selbst. Aber da ich mich selbst einfach nicht lieben kann, brauche ich wenigstens jemanden auf dieser Welt, der mich liebt. Wenigstens jemanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit meiner zitternden Hand fahre ich durch meine verschwitzten Haare und frage mich dabei, wo ich so jemanden nur findend soll. Wo soll ich einen Menschen finden, der jemanden wie mich lieben kann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-2189482148581121369?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/2189482148581121369/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=2189482148581121369' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2189482148581121369'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2189482148581121369'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2008/07/einsam.html' title='Einsam&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Einsam.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-947417931334152042</id><published>2008-06-07T14:52:00.000+02:00</published><updated>2008-06-07T14:54:00.584+02:00</updated><title type='text'>Are you writing from the heart?</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=""&gt;Früher war das die einzige Frage, die ich mir gestellt habe, wenn es darum ging, zu bewerten, ob ich mit einem Text zufrieden bin oder nicht. Solange ich beim Schreiben das Gefühl hatte, ich würde wirklich von Herzen schreiben und die Gefühle so meinen, wie ich sie darstelle, dann war ich zufrieden.&lt;br /&gt;In letzter Zeit habe ich mir allerdings immer mehr Gedanken über viele andere Dinge gemacht. Über den Aufbau, die Themen und alles mögliche. Allerdings muss ich sagen, dass mich das vielmehr davon abgehalten hat, an Geschichten zu schreiben, als dass es mich wirklich vorwärts gebracht hätte. Umso mehr Gedanken ich mir gemacht habe, umso mehr fiel mir auf, was ich noch besser machen könnte und um so unzufriedener bin ich geworden.&lt;br /&gt;Wie gesagt, ob es mir im Gegenzug etwas für meine Geschichte gebracht hat, weiß ich bis heute noch nicht. Allerdings bin ich in den letzten Wochen wieder dazu übergegangen, einfach draufloszuschreiben was mir im Kopf herumgeht und das hat zumindest bis jetzt dazu geführt, dass ich um einiges produktiver geworden bin.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;    &lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=""&gt;Ich muss dazu sagen, dass es mir bei einer Geschichte hauptsächlich um das eine geht: Gefühle zu transportieren. Und ich selbst habe bisher die Erfahrung gemacht, dass dies vielmehr davon abhängt, ob man das Gefühl hat, der Autor meint es ehrlich, als von Aufbau, Rechtschreibung oder was auch immer. Ich hoffe, anderen geht es auch so.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style=""&gt;Deshalb gibt es auch schon heute wieder eine neue Geschichte. Viel Spaß damit.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-947417931334152042?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/947417931334152042/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=947417931334152042' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/947417931334152042'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/947417931334152042'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2008/06/are-you-writing-from-heart.html' title='Are you writing from the heart?'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-2237354859994757413</id><published>2008-06-07T14:09:00.003+02:00</published><updated>2008-07-26T13:28:15.622+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Wünsche</title><content type='html'>Ich sitze in meinem Bett und denke an Sarah. Immer wieder tauchen die Erinnerungen an sie in mir auf. Etwa so, wie man mitten in einem langen und kalten Winter an den letzten Sommer zurückdenkt. Wenn man sich noch einmal an die längst vergessenen Strahlen der Sonne erinnert, um sich wenigstens von innen zu wärmen.&lt;br /&gt;Allerdings kehren die Jahreszeiten immer wieder und ein Blick zurück bringt auch immer die Hoffnung mit sich, dass es irgendwann wieder so werden wird. Der Sommer kehrt jedes Jahr zurück. Sarah hingegen kommt nicht wieder. Das mit ihr ist vorbei, für immer. Eigentlich habe ich mir vorgenommen, nicht mehr an sie zu denken. Ich habe versucht, sie hinter mir zu lassen und mein Leben ohne sie weiterzuführen. Ich will mich nicht darauf konzentrieren, was ich verloren habe, sondern darauf, was ich noch bekommen kann. All das gelingt mir nur selten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Schulabschluss veranstaltete Martin, einer meiner Mitschüler, eine große Party, zu der er alle aus der Klasse eingeladen hatte. Seine Eltern stellten uns dazu ihr Ferienhaus in den Bergen zur Verfügung und verzichteten sogar darauf, uns den ganzen Abend zu überwachen. Wir alle waren froh darüber, die Schule endlich hinter uns gebracht zu haben. Die Sommerferien standen vor der Tür und wir alle wussten, dass sich unser Leben in den nächsten Jahren stark verändern würde. Trotzdem, oder genau deshalb, ließ sich niemand diese Feier entgehen.  Alle kamen wir noch einmal zusammen, viele habe ich dort zum letzten Mal gesehen. Bis in die Nacht hinein wurde getrunken, geraucht und herumgealbert. Ein paar Idioten hatten in der Speisekammer einen Kräutertee gefunden und haben sich daraus Zigaretten gedreht, in der Hoffnung, davon hi zu werden. Einer von ihnen hat danach das halbe Bad vollgekotzt. Außerdem erzählte man sich, dass Martin und Lisa sich oben im Schlafzimmer eingeschlossen hätten, was aber niemand wirklich glaubte, weil sich die beiden noch nie leiden konnten. Bis heute weiß ich nicht, was da wirklich gelaufen ist.&lt;br /&gt;Solche Geschichten gab es an diesem Abend noch einige mehr. Mir kam es teilweise so vor, als würde ich einige meiner Freunde erst an diesem Abend wirklich kennen lernen, obwohl ich jetzt vier Jahre lang mit ihnen zur Schule gegangen war.&lt;br /&gt;Erst als der Morgen schon langsam heraufzuziehen begann, beruhigte sich die Party langsam. Einige meiner Mitschüler waren, komplett betrunken, einfach auf einem Stuhl oder der Couch eingeschlafen. Eine Gruppe hatte sich um den Esstisch versammelt um irgendein Kartenspiel zu spielen und in einer Ecke schien eine heftige, aber müde Diskussion im Gange. Nur die Musik dröhnte immer noch mit gleicher Lautstärke durch das gesamte Haus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sarah und ich waren zusammen nach draußen gegangen. Wir betrachteten den Himmel, der sich im Osten bereits zu einem matten Blau verfärbte und wir sahen ins Tal hinab, wo vereinzelte Lichtpunkte zu sehen waren. Um uns herrschte Stille und wir lauschten unseren Gedanken, die sich nach dem ganzen Lärm des Abends endlich wieder Gehör verschaffen konnten. Ich fühlte mich vollkommen erschöpft und müde, aber trotzdem wohl, da ich wusste, dass die Sommerferien vor mir lagen, in denen nichts von mir verlangt werden würde.&lt;br /&gt;„Weißt du schon, was du jetzt machen willst?“, fragte mich Sarah, nachdem wir einige Zeit nur dagesessen hatten.&lt;br /&gt;„Nicht so wirklich“, antwortete ich ihr. „Ich werde jetzt erst noch ein Jahr zur Schule gehen und mir dann eine Lehrstelle suchen, mehr weiß ich noch nicht.“ Meine Stimme zitterte leicht, als ich das sagte, und erst da merkte ich, dass ich eine Gänsehaut auf meinen Armen hatte. Es musste ziemlich kalt gewesen sein, aber ich spürte es gar nicht. „Und was ist mit dir?“, fragte ich Sarah nach einer kurzen Pause.&lt;br /&gt;Ein paar Augenblicke schien sie darüber nachzudenken, dann antwortete sie: „Ich weiß es ehrlich gesagt auch noch nicht.“&lt;br /&gt;Über den Berggipfeln ging das dunkle Blau des Himmels langsam aber sicher in ein helles Weiß über. „Ist schon komisch“, sprach ich mit ruhiger Stimme weiter, „wir stehen vor Entscheidungen, die unser ganzes Leben verändern werden, und lassen einfach alles auf uns zu kommen.“ Neben mir nahm ich eine Bewegung von Sarah war und drehte mich zu ihr um. Mit einem nachdenklichen Lächeln auf dem Gesicht sah sie mich an.&lt;br /&gt;„Ja, da hast du recht.“ Sie senkte ihren Blick auf den Boden und riss ein paar Grashalme aus der Wiese, auf der wir saßen. „Aber weißt du, das alles erscheint mir irgendwie so unwichtig. Klar, ich mache jetzt diese Schule und hoffe, dass ich irgendwann Erzieherin in einem Kindergarten werde um dort vielleicht ein paar Jahre zu arbeiten. Aber es ist nicht so, dass ich das wirklich möchte … Ach, ich möchte es schon, klar, aber es ist kein Ziel von mir, das zu erreichen. Ich &lt;span style="font-style: italic;"&gt;wünsche&lt;/span&gt; es mir nicht. Ich mache es einfach um irgendetwas zu machen.“ Wieder trat eine kurze Stille zwischen uns ein. „Verstehst du?“ Sie blickte hoffnungsvoll zu mir auf.&lt;br /&gt;„Und was wünschst du dir?“, fragte ich, ohne ihr zu antworten.&lt;br /&gt;Ein kurzes Lächeln umspielte ihre Lippen und sie senkte den Blick wieder. „Ach, ich weiß selbst nicht …“&lt;br /&gt;Es war einer der wenigen Momente, in denen ich Sarah verlegen erlebt habe, und das machte ihn für mich zu etwas ganz Besonderem. „Ach, sag schon“, versuchte ich eine Antwort aus ihr herauszubekommen. Auch ich lächelte jetzt.&lt;br /&gt;Eine Weile betrachtete ich sie, wie sie nervös neben mir saß und wahrscheinlich nach einer Formulierung suchte, um das zu auszudrücken, was sie wirklich sagen wollte. „Ich will einfach irgendwann eine glückliche Familie“, begann sie dann. Ihre Stimme klang sanft, als wollte sie die Stille um uns nicht unnötig stören. „Einen Mann, ein paar Kinder, zwei oder drei, und vielleicht ein eigenes Haus. Mehr will ich gar nicht.“ Ich sah, wie sich ein Lächeln über ihr ganzes Gesicht ausbreitete. „Ich stelle es mir so schön vor, ein kleines Kind aufzuziehen, es in den Armen zu halten, ihm die Welt zu zeigen …“ Sie verstummte abrupt und sah mich dann grinsend an. „Aber du verstehst das sicher nicht.“&lt;br /&gt;Ich grinste zurück. „Ach komm, nur weil ich ein Mann bin?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie antwortete nicht, sondern blickte jetzt auch an den Horizont, an dem es so aussah, als könnte die Sonne jeden Moment dahinter hervorkommen. Wenn ich heute an diesen Moment zurückdenke, bekomme ich jedes Mal einen Stich im Herzen. Ich hätte dieser Mann sein können. Ich hätte ihr ihren Wunsch erfüllen können. Doch jetzt ist es vorbei und damals waren mir solche Gedanken überhaupt nicht gekommen. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sie mir nie gekommen wären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich glaube, irgendwann wird sich mein Wunsch erfüllen“, sprach Sarah ein paar Augenblicke später weiter. „Man sagt, wenn man irgendetwas von ganzem Herzen will, wenn man es sich so sehr wünscht, wie nichts anderes auf der Welt, dann setzt sich das ganze Universum in Bewegung, um einem diesen Wunsch zu erfüllen.“ Sie blickte mich an und ihre Augen wirkten seltsam ernst. „Hast du davon schon einmal gehört.“&lt;br /&gt;Ich nickte. Ja, ich hatte schon davon gehört, aber ich hatte nie viel darauf gegeben.&lt;br /&gt;„Ich glaube daran“, sagte Sarah und richtete ihren Blick dann wieder in die Ferne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nahm mir die Worte von Sarah zu Herzen und mit der Zeit begann ich auch daran zu glauben. Immer wieder schien es mir, als wäre wirklich etwas an dieser Geschichte dran. Immer, wenn ich etwas wirklich wollte und mich bemühte, kam ich meinem Ziel plötzlich unerwartet schnell näher. Als würden sich Kräfte für mich einsetzen, die nicht nur von mir kamen. Doch schlussendlich lief es immer auf das selbe hinaus. Kurz vor dem Ziel zerfiel alles in Trümmer und ich stand vor dem Nichts. Wie bei der Sache mit Sarah. Dann blieb nur noch, daran zu glauben, dass es nicht wirklich mein Herzenswunsch war, dieses Ziel zu erreichen, und darauf zu hoffen, dass ich irgendwann das finden würde, was ich mir wirklich wünsche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gleichen Leute sagen auch, dass es einem nur schlecht geht, wenn man sich wünscht, dass es einem schlecht geht. Auch wenn man es selbst vielleicht gar nicht bemerkt.&lt;br /&gt;In letzter Zeit frage ich mich immer häufiger, ob das bei mir der Fall ist. Will ich wirklich, das alles immer kurz vor der Erfüllung zerbricht? Will ich vielleicht Leiden? Will ich, das mir all das passiert?&lt;br /&gt;Suche ich nur nach Gründen, damit ich irgendwann sagen kann, ich konnte einfach nicht mehr anders? Ist es nur eine Art, sich vor der Verantwortung zu drücken, die ich bekommen würde, wenn mir wirklich einmal etwas gelingen würde? Will ich die ganze Zeit über nichts anderes, als dem allem endlich ein Ende zu setzen?&lt;br /&gt;Und wenn ja, kann ich mir dann nicht einfach etwas anderes wünschen? Kann ich mir nicht einfach etwas schönes wünschen und es dann bekommen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was wünschst du dir?“, fragte mich Sarah. Es waren bestimmt einige Minuten vergangen, aber die Sonne zeigte sich immer noch nicht.&lt;br /&gt;Ich dachte kurz nach, da ich mir diese Frage selbst nie wirklich gestellt hatte, aber ich kam zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. „Ich weiß auch nicht“, antwortete ich dann endlich. „Ich möchte einfach glücklich sein, genauer kann ich meinen Wunsch nicht formulieren.“&lt;br /&gt;Sarah sah mich mit diesem mitfühlenden Blick an, den ich so zu schätzen gelernt habe. „Irgendwann wirst du wissen, was du brauchst, um glücklich zu sein, und dann wirst du es auch bekommen.“&lt;br /&gt;Ich spürte eine angenehme Wärme in mir aufkommen und ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. „Meinst du?“&lt;br /&gt;Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne erhellten ihr Gesicht. „Ja, ganz sicher.“ Ich blickte ihr einen Moment in ihre grünen Augen, dann wandte sie sich lächelnd ab. „Wollen wir reingehen, es ist ziemlich kalt?“, fragte sie mit leiser Stimme.&lt;br /&gt;„Ja“, antwortete ich, erhob mich dann und reichte ihr meine Hand, um ihr aufzuhelfen. Zusammen gingen wir zurück ins Haus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute glaube ich zu wissen, was ich suche. Aber es ist bestimmt nichts, an das Sarah an diesem Morgen gedacht hat. Es ist auch nichts, an das ich gedacht habe. Aber es kommt mir so vor, als wäre es der einzige Wunsch, den ich wirklich in meinem Herzen trage, und irgendwann wird er sich erfüllen. Das ganze Universum wird mir dabei helfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-2237354859994757413?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/2237354859994757413/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=2237354859994757413' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2237354859994757413'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2237354859994757413'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2008/06/wnsche.html' title='Wünsche&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Wünsche.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-7516284976368423023</id><published>2008-06-01T22:03:00.001+02:00</published><updated>2008-06-01T22:06:03.343+02:00</updated><title type='text'>I mean nothing to no one but that's nobodys fault</title><content type='html'>Eigentlich ist die heutige Überschrift ziemlich beschissen, habe ich doch gerade in den letzten Wochen und Monaten mehr als zuvor gemerkt, dass es doch Personen gibt, denen noch etwas an ihren Mitmenschen liegt. Trotz allem ist das Gefühl in mir gleich geblieben und ich frage mich langsam, ob sich das noch irgendwann ändern wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber genug davon. Die letzten Monate waren zwar extrem hart für mich, aber jetzt scheint alles langsam wieder bergauf zu gehen und aus diesem Grund habe ich auch wieder Motivation gefunden, an meinem Blog weiter zu arbeiten. Erstaunlicherweise habe ich nämlich gerade in der Zeit, in der es mir am schlechtesten ging, einiges zu Papier gebracht, was jetzt nur darauf wartet, überarbeitet und veröffentlicht zu werden. Es wird zwar nicht so sein, dass ich jetzt täglich etwas neues online stellen werde, immerhin will ich nicht wieder gleich mein ganzes Pulver verschießen, aber es wird bestimmt häufiger Updates geben als bisher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An der Geschichte über Freundschaft, die ich heute eingestellt habe, habe ich ziemlich lange gearbeitet. Es gab schon mal eine ganz andere Version, die mir aber überhaupt nicht gefallen hat. Mit dieser hier bin ich halbwegs zufrieden.&lt;br /&gt;Ich finde es ist ziemlich schwer über dieses Thema zu schreiben, weil es schon in dutzenden kitschigen Hollywoodfilmen behandelt worden ist und die „Aussage“ ziemlich abgedroschen klingt. Trotzdem war es mir wichtig, diese Geschichte zu schreiben. Vor allem auch deswegen, weil ich gelernt habe, dass die beste Aussage nichts bringt, wenn sie (in diesem Fall) der Leser nicht wirklich ernst nimmt. Oft hört man doch immer wieder die gleichen alten Weisheiten und denkt keine Sekunde darüber nach und erst wenn man sie in einem anderen Zusammenhang sieht, wird einem klar, wie viel Wahrheit dahintersteckt.&lt;br /&gt;Deswegen denke ich, dass es nicht ganz sinnlos war, diese Geschichte zu schreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Abschluss möchte ich noch eine Webseite empfehlen, über die ich in den letzen Wochen durch Zufall gestolpert bin. Als Hobby-Autor kennt man doch das Problem: In Literaturforen sind hauptsächlich andere Autoren zu finden, die einem zwar wichtige Ratschläge zum Text geben, die man aber nicht wirklich als „Leser“ ansehen kann und auf private Homepages oder Blogs verirrt sich auch so gut wie nie jemand, der einfach nur daran interessiert ist, eine gute Geschichte zu lesen.&lt;br /&gt;Eine gute Lösung für dieses Problem ist meiner Meinung nach die Seite &lt;a href="http://bookrix.de"&gt;bookrix.de&lt;/a&gt;. Dort kann man als Schriftsteller seine Werke in recht professioneller Weise online stellen und sie so einem breiteren Publikum zugänglich machen. Die Community ist noch sehr jung, wächst aber mit jedem Tag und nach meinen bisherigen Erfahrungen kann ich sie nur jedem weiterempfehlen. Zumindest habe ich in den wenigen Tagen, in denen ich meine Geschichten dort eingestellt habe, mehr Kommentare und Bewertungen bekommen, als in der ganzen Zeit in der dieser Blog nun existiert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-7516284976368423023?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/7516284976368423023/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=7516284976368423023' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/7516284976368423023'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/7516284976368423023'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2008/06/i-mean-nothing-to-no-one-but-thats.html' title='I mean nothing to no one but that&apos;s nobodys fault'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-8937787899287806728</id><published>2008-06-01T21:58:00.006+02:00</published><updated>2008-07-26T13:27:52.725+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Freundschaft</title><content type='html'>Das Telefon klingelt. Als ich abhebe höre ich Toms Stimme am anderen Ende der Leitung. Seit er bei mir ausgezogen ist, haben wir nicht mehr miteinander gesprochen. Das war vor ungefähr einem Monat.&lt;br /&gt;„Hi, hier spricht Tom.“&lt;br /&gt;„Hallo.“&lt;br /&gt;„Und, wie läuft’s so?“ Er klingt gut gelaunt und freundlich. Genau so, wie ich ihn in Erinnerung habe.&lt;br /&gt;„Soweit ziemlich gut. Wie immer“, antworte ich „du kennst mich ja.“&lt;br /&gt;Er lacht.&lt;br /&gt;„Und bei dir?“&lt;br /&gt;„Ja, im Großen und Ganzen nicht schlecht.“&lt;br /&gt;„Alles klar mit der Wohnung und so?“ Das er mich bei der Einweihungsparty seiner Wohnung so mies behandelt hat, habe ich ihm bereits verziehen. Ich freue mich einfach, dass er sich wieder einmal meldet.&lt;br /&gt;„Ja, läuft recht gut. Allerdings ist es mehr Arbeit als ich erwartet hätte.“&lt;br /&gt;Jetzt muss ich lachen. Zwischen uns scheint alles wieder so zu sein, wie zu der Zeit, als er noch hier wohnte.&lt;br /&gt;„Hast du heute noch was vor?“&lt;br /&gt;„Ne, nichts Besonderes“, antworte ich.&lt;br /&gt;„Stört es dich, wenn ich später kurz vorbeikomme.“&lt;br /&gt;„Nein, überhaupt nicht.“ Mich freut es sogar sehr, dass er wieder einmal vorbeischauen will.&lt;br /&gt;„Gut, dann bis etwa in einer Stunde.“&lt;br /&gt;„Okay, bis dann.“&lt;br /&gt;Er verabschiedet sich und legt auf.&lt;br /&gt;Noch während ich darüber nachdenke, warum Tom sich wohl plötzlich wieder bei mir meldet, beginne ich die Wohnung aufzuräumen. Ich will schließlich, dass es halbwegs ordentlich ist wenn schon einmal jemand zu besuch kommt. Sonst habe ich sowieso nie die Motivation dazu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Stunde später habe ich den kompletten Abwasch der letzten Woche, der sich schon gestapelt hat, erledigt, den Boden gekehrt, das Sofa abgesaugt und die Möbel abgestaubt. Ich sitze mit einem Glas Wasser am Küchentisch und überlege mir schon, was wir zusammen machen könnten. Ich habe ein paar neue DVDs, die Tom bestimmt gefallen werden und auch ein paar CDs, die ich ihm vorspielen will. Ich beschließe, schonmal eine der CDs einzulegen und dann auf ihn zu warten.&lt;br /&gt;Als es endlich klingelt, ist das Album bereits halb durch. Trotzdem freue ich mich, als ich die Tür öffne und Tom vor mir steht. Er hat sich kaum verändert, seit ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Sein Haar ist etwas länger und er hat sich einen kurzen Bart stehen lassen, aber ansonsten ist es immer noch der alte Tom.&lt;br /&gt;„Sorry, ich musste noch was erledigen, ist etwas später geworden.“&lt;br /&gt;„Kein Problem.“ Ich mache ihm keine Vorwürfe deswegen, das kann ja mal vorkommen.&lt;br /&gt;Er setzt sich an den Tisch und sieht sich in der Wohnung um.&lt;br /&gt;„Willst du was trinken?“, frage ich ihn.&lt;br /&gt;„Ja, aber nur Wasser oder so was.“&lt;br /&gt;„Bier hätte ich sowieso keins da.“&lt;br /&gt;„Ja, war mir schon klar“, sagt er schmunzelnd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich ihm ein Glas Wasser hingestellt habe, sprechen wir kurz über den vergangenen Monat. Was wir so erlebt haben und wie es bei der Arbeit läuft. Das Übliche eben. Die Sache mit der Party sprechen weder er noch ich an. Trotz der anfänglich guten Stimmung werden Toms Antworten immer einsilbiger und nach einiger Zeit sitzen wir uns schweigend gegenüber.&lt;br /&gt;„Ich bin eigentlich gekommen um dich was zu fragen.“ Er blickt auf sein Glas, als er das sagt.&lt;br /&gt;„Ja, was denn?“&lt;br /&gt;„Naja, weißt du, mit der Wohnung gibt es doch etwas Probleme. Ich habe mich etwas verkalkuliert mit der Kaution und den ganzen neuen Möbeln und allem.“&lt;br /&gt;„Wollen sie dich etwa rauswerfen?“ Plötzlich bin ich besorgt um Tom. Er hat lange gebraucht um das aufzubauen und ich weiß, dass es ihm sehr wichtig ist.&lt;br /&gt;„Nein, so schlimm ist es nicht. Aber die Miete für den nächsten Monat steht an und ich hab’ nicht genug Geld auf der Seite um sie pünktlich zu zahlen.“&lt;br /&gt;Ich nicke und weiß schon, worauf er hinaus will.&lt;br /&gt;Er grinst mich etwas beschämt an. „Es würde kein gutes Bild machen, wenn ich schon beim ersten Mal nicht pünktlich wäre.“&lt;br /&gt;„Ja, kann ich mir vorstellen.“&lt;br /&gt;„Deshalb wollte ich fragen, ob du mir vielleicht nochmal was leihen könntest.“ Er blickt mich an und ich sehe in seinen Augen, dass er das Geld wirklich nötig hat. Mir ist sofort klar, dass ich es ihm gegen werde. Egal, wie viel er braucht, und wenn es die ganze Miete ist. Es ist mir auch klar, dass ich es vielleicht nie mehr zurückbekomme, aber das kümmert mich gar nicht. Geld ist eines der wenigen Dinge, von denen ich genug habe. Ich wüsste auch nicht, wofür ich es ausgeben sollte. Das meiste was ich will, kann man sich mit Geld sowieso nicht kaufen. Deshalb bin ich froh, wenn ich wenigstens anderen damit helfen kann. Allerdings will ich auch, dass er meine Hilfe anerkennt.&lt;br /&gt;„wie viel brauchst du denn?“&lt;br /&gt;„Etwa dreihundert Euro.“&lt;br /&gt;Ich denke kurz nach. „Und bis wann?“&lt;br /&gt;Er blickt wieder verlegen auf sein Glas. „Morgen erwartet der Vermieter das Geld.“&lt;br /&gt;Ich reibe mit Daumen und Zeigefinger über mein Kinn.&lt;br /&gt;„Tut mir Leid das ich deswegen zu dir komme und dann auch noch so kurzfristig, aber ich dachte eben bis zuletzt, dass ich es selbst auf die Reihe bekomme.“ Er klingt, als würde es ihn ernsthaft bedrücken.&lt;br /&gt;„Ach, kein Problem. Wenn du willst, kann ich dir das Geld noch heute geben.“&lt;br /&gt;„Echt?“&lt;br /&gt;„Ja, kein Problem.“&lt;br /&gt;„Das wäre echt super Mann.“ Man sieht, dass eine Last von ihm abgefallen ist. Er grinst übers ganze Gesicht. „Du bekommst es auch bestimmt zurück. Es ist nur jetzt am Anfang etwas stressig alles auf die Reihe zu bekommen.“&lt;br /&gt;Ich nicke nur.&lt;br /&gt;„Gut, ich muss dann leider schon wieder los.“ Tom erhebt sich von seinem Stuhl, als er das sagt.&lt;br /&gt;Enttäuschung macht sich in mir breit, als er so plötzlich aufbricht. „Echt?“&lt;br /&gt;„Ja, bin noch mit ’ner Freundin verabredet und die wartet bestimmt schon auf mich.“&lt;br /&gt;„ach so. Ja, kein Problem.“ Ich begleite ihn zur Tür.&lt;br /&gt;„Dann komme ich heute Abend nochmal vorbei, okay?“&lt;br /&gt;„Ja, ich geh’ jetzt gleich zur Bank und dann bin ich den ganzen Abend zuhause.“&lt;br /&gt;„Gut. Dann sehen wir uns heute nochmal.“&lt;br /&gt;„Ja, bis dann.“&lt;br /&gt;„Tschau.“ Tom eilt die Treppe hinunter und ist schon im nächsten Augenblick wieder aus meinem Leben verschwunden.&lt;br /&gt;Ich schließe die Tür und mache mich auf die Suche nach meiner Bankomatkarte um das Geld für ihn zu holen. Im Radio läuft gerade das letzte Stück der CD. Ich denke an all die Sachen, die wir eigentlich hätten machen können, doch jetzt ist er schon weg. Aber am Abend kommt er ja nochmals vorbei. Vielleicht hat er dann mehr Zeit. Vielleicht.&lt;br /&gt;Ich mache mich auf den Weg zur Bank.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;- - -&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Bereits etwas genervt werfe ich einen Blick nach draußen auf die düstere Landschaft, die an uns vorbeirauscht. Wiesen und Wälder, die schon in kurzer Entfernung vom Nebel verschluckt werden. Der Regen prasselt gegen die Scheiben, sammelt sich zu kleinen Rinnsalen und wird vom Wind mitgenommen.&lt;br /&gt;Da mich der Anblick dieser düsteren Landschaft nur herunterzieht, richte ich meine Aufmerksamkeit wieder auf das Innere des Zuges. Rund um mich nehme ich den Geruch von feuchter Kleidung und nassen Regenschirmen war. Der Mittelgang ist vom Wasser  von den Schuhen der einsteigenden Passagiere bedeckt. Vom Heizkörper unter mir strömt mir eine heiße und unangenehm trockene Luft entgegen, die sich seltsamerweise nicht mit der feuchten Kälte zu vermischen scheint.&lt;br /&gt;„Ach verdammt. Nein, ich habe heute schon was anderes vor … Ich gehe ins Kino … Ja, mit einem Arbeitskollegen.“&lt;br /&gt;Ich schnappe diese Worte auf, ohne dass ich es wirklich will. Schon seit wir losgefahren sind telefoniert Katharina fast ununterbrochen. Ich habe mich die ganze Woche auf diesen Tag gefreut und jetzt, als es endlich so weit ist, scheint alles schief zu gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Katharina arbeitet seit ein paar Monaten mit mir in der gleichen Firma, allerdings im Büro. Trotz der kurzen Zeit, die sie bei uns arbeitet. Hat sie sich schon gut eingefunden. Eigentlich jeder in der Firma mag sie. Sie ist bei jedem Spaß dabei und hat viele Freunde. Anfangs hatte ich nicht sonderlich viel mit ihr zu tun, aber bei einer Firmenfeier sind wir kurz ins Gespräch gekommen und haben uns überraschend gut verstanden. Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie sich hauptsächlich darüber Gedanken macht, wie sie ihren Tag mit möglichst vielen sinnlosen Aktivitäten füllen kann. Allerdings war dem überhaupt nicht so. Wir haben uns über Bücher unterhalten, die wir beide gelesen haben, über unsere Hobbies und über vieles andere. Sie hat mir erzählt, dass sie in ihrer Freizeit gerne fotografiert, allerdings nicht oft dazukommt. Leute, die etwas kreatives machen, hinterlassen bei mir sofort einen besseren Eindruck.&lt;br /&gt;In den Wochen danach haben wir uns dann von Zeit zu Zeit in der Firma getroffen oder auch mal telefoniert, aber trotzdem hatte ich nie das Gefühl, wirklich mit ihr in Kontakt zu kommen. Es waren immer nur kurze Begegnungen in denen wir uns kaum ernsthaft über etwas unterhalten konnten und nach denen ich immer das Gefühl hatte, dass ich nur einen kurzen Blick auf die Person werfen konnte, die sie wirklich ist und umgekehrt.&lt;br /&gt;Deshalb habe ich mich auch so auf diesen Tag gefreut. Wir haben beschlossen, zusammen ins Kino zu gehen. Jeder von uns hat Interesse an dem Film und wir beide haben niemanden gefunden, der ihn sich mit uns ansehen will. Es ist keiner dieser Filme, die groß beworben werden und bei denen die Kinosäle voll sind. Ich bin auch nur durch Zufall auf eine winzige Anzeige in einer Zeitung gestoßen. Die Geschichte klang allerdings sehr interessant und so habe ich mich nach jemandem umgesehen, der mich begleiten würde.&lt;br /&gt;„Ja, wenn du willst kannst du ja nachkommen. Wir warten dann auf dich.“&lt;br /&gt;Auf Katharinas Gesicht erscheint ein Grinsen, während sich in meinem Magen ein flaues Gefühl breitmacht.&lt;br /&gt;„Okay, bis dann. Tschüs.“ Endlich legt sie auf und steckt ihr Handy zurück in ihre Handtasche. „Macht es dir was aus, wenn noch eine Freundin von mir mitgeht?“, fragt sie mich in fröhlichem Ton. „Sie studiert und ist nicht oft zuhause, deshalb habe ich sie jetzt schon über einen Monat nicht mehr gesehen und da würde ich sie gerne wieder einmal treffen.“&lt;br /&gt;„Nein, kein Problem.“ Ich sage das, obwohl ich eigentlich überhaupt nicht damit einverstanden bin.&lt;br /&gt;„Ich kenne sie schon seit Jahren, aber seit ich angefangen habe zu arbeiten habe ich so wenig Zeit, dass wir uns fast nie mehr sehen können. Das ist eigentlich das Einzige, was mich an der Arbeit wirklich stört. Allerdings muss man dann eben auch flexibel sein, wenn sich die Möglichkeit einmal bietet. Sie ist auch eine ganz Liebe …“ Und so erzählt Katharina weiter von ihrer Freundin, bis wir aus dem Zug aussteigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Bahnhof fahren wir dann weiter zum Kino. Auf der ganzen Fahrt bin ich bedrückt und habe eigentlich gar keine Lust mehr auf den Nachmittag. Die meiste Zeit sitzen ich und Katharina schweigend nebeneinander und blicken auf den Regen hinaus. Ich zeichne Muster auf die beschlagenen Fensterscheiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir endlich beim Kino ankommen sagt Katharina, sie würde vor der Tür auf Melanie, ihre Freundin, warten.&lt;br /&gt;„Du kannst ja schon Popcorn besorgen“, weist sie mich an.&lt;br /&gt;„Okay, wie viel soll ich bringen?“ Ich versuche noch immer, mir meinen Ärger nicht anmerken zu lassen.&lt;br /&gt;„Bring gleich drei große Tüten, Melanie nimmt bestimmt auch.“&lt;br /&gt;So verschwinde ich also im Gedränge der Eingangshalle und kaufe für uns drei Popcorn ein. Eigentlich hätte ich mir auch noch gerne was zum Trinken gekauft, aber immerhin habe ich nicht mehr als zwei Arme. Als ich bezahlt habe und mich wieder auf den Weg zurück zum Eingang mache, kommen mir Katharina und ihre Freundin bereits entgegen. Wir begrüßen uns und ich gebe ihnen das Popcorn.&lt;br /&gt;„wie viel hat das gekostet?“, will Katharinas Freundin wissen und sucht in ihrer Tasche schon Kleingeld.&lt;br /&gt;„Ach, gar nichts. Ich lade euch ein.“&lt;br /&gt;Sie lächelt mich an. „Danke.“&lt;br /&gt;Obwohl sie wirklich nett zu sein scheint, stört mich ihre Anwesenheit. Wieder habe ich das Gefühl, vollkommen fehl am Platz zu sein. Hier nicht erwünscht zu sein.&lt;br /&gt;„Und, was wollt ihr euch ansehen?“, will sie als nächstes wissen.&lt;br /&gt;Katharina zuckt nur mit den Schultern und deshalb antworte eben ich.&lt;br /&gt;Melanie verzieht das Gesicht. „Hmm, noch nie gehört. Was ist das für ein Film?“&lt;br /&gt;„Naja, laut Programm ist es ein Drama. So viel weiß ich über den Film aber auch nicht.“&lt;br /&gt;„Ach ne, ich mag keine traurigen Filme.“ Melanie wendet sich enttäuscht zu Katharina um, die sich zu dem Thema noch gar nicht geäußert hat.&lt;br /&gt;Kurz hoffe ich sogar, Melanie würde wieder nach Hause gehen, aber dem ist leider nicht so.&lt;br /&gt;„Läuft nicht auch irgendwas Komisches?“ Sie sieht Katharina und mich fragend an, bekommt aber keine Antwort. „Soll ich vielleicht mal an der Kasse nachfragen?“&lt;br /&gt;Ich will schon den Kopf schütteln, aber Katharina scheint die Idee plötzlich ganz toll zu finden.&lt;br /&gt;„Ja, frag’ mal nach, vielleicht läuft wirklich irgendwas gutes.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Drei Stunden später stehen Katharina und ich wieder am Bahnhof. Schlussendlich hat Melanie ihren Willen bekommen und wir haben uns eine Teenie-Komödie angesehen, auf die wir allerdings erst eine dreiviertel Stunde warten mussten. In der Zeit haben sich Katharina und Melanie lebhaft über deren Studium unterhalten, während ich so gut wie gar nicht zu Wort gekommen bin. Danach konnte ich mir eineinhalb Stunden lang ansehen, wie sich irgendwelche Idioten gegenseitig ins Essen, in die Getränke und wo sonst noch hin urinierten oder ejakulierten, während Zwischendurch immer wieder jemand ein Bein oder einen Ball in die Lendengegend abbekam. Katharina und Melanie schienen sich köstlich zu amüsieren, während ich nur hoffte, so schnell wie möglich wieder nach Hause zu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt hat sich Melanie endlich von Katharina verabschiedet und wir stehen alleine hier und warten auf den Zug. Über uns hat sich das Grau des Himmels bereits in ein tiefes schwarz verwandelt. Der Regen prasselt immer noch unverändert stark auf das Blechdach unseres Unterstandes. Wie auf Befehl klingelt Katharinas Handy nur kurze Zeit, nachdem Melanie verschwunden ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir in den Zug einsteigen hat sie endlich Zeit, sich mit mir zu unterhalten. Zum ersten Mal an diesem Tag scheint sie mich wirklich zu beachten.&lt;br /&gt;„Und, wie hat dir der Film heute gefallen.“&lt;br /&gt;Ich verziehe mein Gesicht zu einem angestrengten Lächeln. „Naja“, antworte ich, „ich hätte lieber den Anderen gesehen.“&lt;br /&gt;„Ja, der wäre sicher auch nicht schlecht gewesen. Aber irgendwie war mir heute auch mehr nach was Lustigem.“ Sie beginnt zu lachen, anscheinend immer noch amüsiert über den Film.&lt;br /&gt;Ich blicke etwas verärgert zum Fenster hinaus, vor dem jetzt nur noch von Zeit zu Zeit ein paar dunkle Schemen auftauchen.&lt;br /&gt;„Wir können den anderen Film ja auch noch ansehen. Von mir aus irgendwann nächste Woche. So lange wird er doch noch laufen.“&lt;br /&gt;Die Aussicht auf einen weiteren Tag mit Katharina stimmt mich von einem Moment auf den anderen um. „Also ich würde mich freuen“, antworte ich schnell.&lt;br /&gt;„Ja, ich weiß zwar noch nicht, wann ich Zeit habe, aber ich ruf’ dich dann einfach an, okay?“&lt;br /&gt;„Ja klar, ich habe immer Zeit.“&lt;br /&gt;Sie lächelt mich an. „Ist gut.“&lt;br /&gt;Die Ansage gibt die nächste Station durch.&lt;br /&gt;„Okay, ich muss dann hier raus“, sage ich zu ihr.&lt;br /&gt;Ihr Handy klingelt schon wieder und sie beginnt sofort in ihrer Tasche zu kramen.&lt;br /&gt;„Dann noch einen schönen Abend“, wünsche ich ihr, als ich sonst keine Reaktion bekomme.&lt;br /&gt;„Ja, dir auch“ Ihre Stimme wirkt schon ganz abwesend.&lt;br /&gt;„Tschüss.“&lt;br /&gt;Sie blickt auf das Display, um zu sehen, wer sie anruft. „Ach, immer bekomme ich Anrufe von Leuten, mit denen ich eigentlich gar nichts zu tun haben will“, murmelt sie dabei. Im nächsten Moment nimmt sie das Gespräch entgegen und meldet sich mit der selben freundlichen Stimme, die ich von ihr gewohnt bin.&lt;br /&gt;Als ich durch den Zug nach vorne zu den Türen gehe, frage ich mich, ob ich auch zu den Leuten gehöre, mit denen sie eigentlich gar nichts zu tun haben will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;- - -&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Als ich nach Hause komme denke ich bereits darüber nach, was ich das nächste Mal besser machen könnte. Es kotzt mich an, dass ich den ganzen Tag so schweigsam und genervt war. Ich hätte mich doch ein wenig zusammenreißen können. So schlimm war es schließlich auch wieder nicht.&lt;br /&gt;Ich gehe in mein Zimmer und frage mich, was ich mit der Zeit anfangen soll. Der nächste Kinobesuch scheint mir das einzig Wichtige in den nächsten Tagen.&lt;br /&gt;Ich setze mich an den Computer und fahre ihn hoch. Um etwas Musik zu hören oder sonst was. Irgendwas wird mir schon einfallen.&lt;br /&gt;Als der Messenger startet, sehe ich, dass Simon online ist und er schreibt mich auch sofort an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Simon&lt;/font&gt;: Hey, wie geht’s?&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Ich&lt;/font&gt;: Geht so.&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Simon&lt;/font&gt;: Wo warst du denn?&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Ich&lt;/font&gt;: Mit einer Arbeitskollegin im Kino.&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Simon&lt;/font&gt;: Aha.&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Simon&lt;/font&gt;: Und, war nicht so toll, oder wie?&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Ich&lt;/font&gt;: Nein, ist Scheiße gelaufen.&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Simon&lt;/font&gt;: Hmm, hast du noch Lust vorbeizukommen?&lt;br /&gt;Kurz denke ich darüber nach, aber dann stimme ich zu.&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Simon&lt;/font&gt;: Dann bist später.&lt;br /&gt;&lt;font style="font-style: italic;"&gt;Ich&lt;/font&gt;: cu&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich bei Simon bin fragt er mich gleich nach dieser Arbeitskollegin und was denn passiert sei. Ich erzähle ihm die ganze Geschichte. Jedoch versuche ich bereits alles so hinzubiegen, dass Katharina nicht ganz so schlecht dasteht.&lt;br /&gt;„Ich hatte einfach einen schlechten Tag, ich weiß auch nicht“, schließe ich ab.&lt;br /&gt;„Ach, das wird schon wieder. Immerhin hat sie ja angeboten, nochmal mit dir ins Kino zu gehen. So schlimm wird es also nicht gewesen sein“, muntert mich Simon auf, nachdem er sich alles angehört hat.&lt;br /&gt;Ich grinse ihm zu um zu zeigen, dass ich mir da nicht ganz so sicher bin. Und als wir so dasitzen wird mir plötzlich klar, wie wenig ich Simon eigentlich schätze.&lt;br /&gt;Während ich bei anderen immer versuche, einen guten Eindruck zu hinterlassen, kann ich mich bei ihm so verhalten, wie ich wirklich bin und er hat sich noch nie darüber aufgeregt. Auch wenn ich ihm wieder einmal stundenlang meine Probleme vorgejammert habe, hat er sich alles geduldig angehört und hat versucht, mich aufzumuntern. Ich habe mich nie darum bemüht, die Zeit mit ihm besonders toll zu gestalten, mit ihm irgendetwas zu unternehmen, was ihm Spaß machen könnte oder etwas in der Richtung. Ich habe es einfach immer als selbstverständlich betrachtet, dass er da ist und dass ich mit ihm über alles reden kann.&lt;br /&gt;Andere verlangen immer nur von mir. Sie kommen sowieso nur, wenn sie etwas brauchen. Geld oder irgendeine andere Hilfe. Und ich gebe ihnen alles, weil ich denke, dass sie es Wert sind. Simon hingegen verlangt nie etwas und trotzdem ist er der Einzige, der mir etwas gibt. Der mir seine Hilfe und seine Zeit anbietet.&lt;br /&gt;Ich frage mich, warum mir all die anderen Menschen so wichtig erscheinen, wo ich doch noch nie etwas von ihnen bekommen habe. Meine ganze Beziehung zu ihnen besteht aus der Hoffnung, dass ich irgendwann einmal etwas Besonderes durch sie bekommen werde. Dabei lasse ich mich immer wieder auf ein anderes Mal vertrösten und bekomme schlussendlich doch nichts zurück.&lt;br /&gt;Mir wird klar, was für ein Arsch ich Simon gegenüber bin. Ich behandle ihn kaum anders als manche meiner „Freunde“ mich behandeln. In diesem Moment würde ich ihm am liebsten für alles danken, was er für mich getan hat. Aber ich kann es nicht. Es wäre einfach zu billig. All die Zeit die er für mich geopfert hat mit einem einfachen „Danke für alles“ auszugleichen, würde alles nur noch schlimmer machen.&lt;br /&gt;Mir bleibt nur, mir vorzunehmen, mehr darauf zu achten, wer mir wirklich etwas gibt und dass dann auch gerecht zurückzugeben. Bis dahin kann ich nur hoffen, dass Simon bemerkt, wie dankbar ich ihm für alles bin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-8937787899287806728?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/8937787899287806728/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=8937787899287806728' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/8937787899287806728'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/8937787899287806728'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2008/06/freundschaft.html' title='Freundschaft&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Freundschaft.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-1998037849809829938</id><published>2007-10-14T19:40:00.000+02:00</published><updated>2007-10-14T20:38:51.653+02:00</updated><title type='text'>I'll fight like hell to hide that I've given up</title><content type='html'>Nach einer halben Ewigkeit gibt es wieder mal was Neues von mir. Es handelt sich dabei um eine Kurzgeschichte oder besser gesagt um eine Momentaufnahme eines Gefühls. Ich weiß nicht, ob es eines dieser Gefühle ist, das jeder von Zeit zu Zeit hat, aber es ist das Gefühl, das mich in den letzten Wochen und Monaten am häufigsten begleitet hat. Das auch ein wenig als Erklärung dazu, warum es hier nichts Neues gab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Linkliste sind übrigens zwei neue Seiten zu finden, die ich nur empfehlen kann:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.siteworld.de/wie-ich/"&gt;... wie ich ...&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.free-blog.in/Grauwolfzauberer"&gt;Belgaraths Lyrikwelt&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-1998037849809829938?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/1998037849809829938/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=1998037849809829938' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1998037849809829938'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1998037849809829938'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/10/ill-fight-like-hell-to-hide-that-ive.html' title='I&apos;ll fight like hell to hide that I&apos;ve given up'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-3927933073942837956</id><published>2007-10-14T19:38:00.001+02:00</published><updated>2007-10-14T20:11:09.897+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Manchmal ...</title><content type='html'>"Manchmal ... will ich einfach nicht mehr." Kalt und rau fielen die Worte in das Dämmerlicht dieses lauen Herbstabends. Nun lagen sie da, zwischen dem Laub, und niemand wusste so recht etwas damit anzufangen. Auch er selbst war enttäuscht, als er hinabblickte. Sein Herz hatte darin Hoffnung gesehen, doch jetzt, wo er sie in diese Welt entlassen hatte, war von dieser Hoffnung nichts mehr zu sehen und seine eigenen Worte erschienen ihm genauso sinnlos wie alles andere um ihn herum. Er hoffte nur noch, der Wind würde sie nehmen und zusammen mit den Blättern fortwehen, damit er sie nie wieder sehen musste.&lt;br /&gt;Ihr taten die Worte leid, wie sie so einsam dalagen und vom Wind bereits bis zum Rand des Weges getragen worden waren. Nur noch ein paar Augenblicke und sie würden über die Kante rollen und wären für immer verschwunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Was meinst du damit?", fragte sie, in der Hoffnung, seine Worte damit noch einzuholen. Sie wusste, dass sie nur einen schwachen Gefährten hinterhergeschickt hatte, aber es war besser als nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ich will nicht mehr." Begann er noch einmal, doch was er hörte, enttäuschte ihn genauso sehr wie beim ersten Mal. Verzweifelt fuhr er fort: "Ich … ich will nichts mehr sehen, nichts mehr hören. Nicht mehr reden ... Ich will nicht mehr weitermachen und schon gar nichts mehr Neues anfangen. Ich will nicht mehr fühlen und nicht mehr denken … Selbst was ich will, will ich nicht mehr." Er sah, wie sich die Worte vor ihm aufbauten, aber sein Herz wurde kein bisschen leichter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein kühler Wind strich über ihre Arme und bescherte ihr eine Gänsehaut während sie ihm so zuhörte. Mit einem Schlag war der Abend in die Nacht übergegangen und diese brachte eine herbstliche Kälte mit sich, die langsam in ihren Leib kroch und vielleicht bis zu ihrem Herzen vordringen würde.&lt;br /&gt;Bei all den Worten, die er zwischen ihnen auftürmte, fiel es ihr immer schwerer, ihn dahinter noch zu erkennen. Doch sie gab sich Mühe, denn sie liebte ihn. Sie wollte ihn verstehen. Sie wollte begreifen, was ihn so belastete, damit sie ihm helfen konnte, diese Last zu tragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch er spürte die Kälte um sich, doch er beachtete sie nicht. Er war viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Mittlerweile war er sich nicht mehr ganz sicher, ob es die Worte waren, die ihn so ihm so schwer im Herzen lagen, denn er fühlte in seinem Inneren nichts leichter werden. Trotzdem sprach er weiter: "Vor allem will ich nicht mehr gebraucht werden, nicht mehr entscheiden müssen. Nicht mehr daran verzweifeln, dass alles so ist wie es ist und nicht mehr hoffen, dass es irgendwann besser wird. Ich will das alles nicht mehr. Ich will ..." Er sprach nicht mehr weiter, er konnte nicht mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Zittern ging durch ihren Körper als ein weiterer Windhauch sie umwehte. In letzter Hoffnung suchte sie nach einer Chance, einen Blick auf den Mann zu werfen, den sie einmal kennengelernt hatte. Doch sie fand ihn nicht. So gab sie nach und führte seinen Satz zu Ende: "... nicht mehr Leben?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie hoffte, die richtigen Worte gewählt zu haben. Vielleicht wären sie stark genug, um ihn doch noch zu erreichen oder zumindest ein Fenster zu ihm zu öffnen. Vielleicht …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wenn es so einfach wäre." Er spürte sein Herz noch genauso schwer in seiner Brust wie zuvor. Nichts hatte sich geändert. Alles was er hervorgebracht hatte, waren leere Hülsen. "Aber selbst das was ich will, will ich nicht mehr."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Mal blieben seine Worte allein. Niemand wollte ihnen Gesellschaft leisten. Einsam rollten sie zum Rand des Weges und dann über das Gras des Hügels hinunter in die bereits in Dunkelheit verschwindende Landschaft hinaus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für ihn gab es nichts mehr zu sagen. Er stand auf und machte sich auf den Weg nach Hause. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Benommen ließ er sie zurück. Ein paar Augenblicke blieb sie sitzen und wusste nicht, was sie tun sollte. Dann begann sie mit ihren kalten und klammen Fingern seine Worthülsen einzusammeln. Ihr erschienen sie schwer und sie lagen kalt in ihrem Herzen, aber sie hoffte, sie könne ihm damit helfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-3927933073942837956?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/3927933073942837956/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=3927933073942837956' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3927933073942837956'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3927933073942837956'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/10/manchmal.html' title='Manchmal ...&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Manchmal.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-6501142143023213056</id><published>2007-05-05T14:08:00.000+02:00</published><updated>2007-05-05T14:20:02.375+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Suche</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es ist Montagmorgen und ich sitze im Zug auf dem Weg zur Arbeit. Ein Kollege steigt bei der nächsten Station ein und setzt sich sofort zu mir. Ohne viel Umschweife beginnt er, mir von seinem Wochenende zu erzählen. Den üblichen wilden Partys, auf denen er sich immer herumtreibt. Mehr oder weniger interessiert höre ich ihm zu, bis dann am Ende die übliche Frage kommt, was ich denn so gemacht habe.&lt;br /&gt;Da ich sowieso weiß, dass es ihn nicht interessieren wird, was ich zu erzählen habe, sage ich ihm, ich hätte nichts gemacht.&lt;br /&gt;Er schüttelt den Kopf, wie immer, und erklärt mir, ich könne doch nicht immer nur nichts machen.&lt;br /&gt;„Komm doch mal mit mir“, bietet er mir an. „Immer nur zuhause zu sitzen bringt doch nichts. Du musst auch mal raus, Party machen, die Sau rauslassen!“&lt;br /&gt;Ich antworte ihm ausweichend.&lt;br /&gt;„Mann, du musst doch auch mal Spaß haben. Das Leben ist zu kurz, um es so zu verschwenden.“&lt;br /&gt;Obwohl ich dem letzten Satz eigentlich zustimme, sage ich ihm, ich hätte keine Lust.&lt;br /&gt;Wieder schüttelt er nur den Kopf. Er versteht mich eben nicht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;- - -&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Simon kommt zu mir. Wie immer zündet er sich sofort eine Zigarette an, nachdem er sich an den Tisch gesetzt hat. Er ist wie ich. Auch er kommt mit dem Leben nicht zurecht, lebt mehr in Gedanken als in der realen Welt. Doch heute wirkt er verändert. In seinen sonst so matten Augen strahlt heute etwas.&lt;br /&gt;Er sagt, er habe jetzt den Weg gefunden, der uns retten kann.&lt;br /&gt;Ich setze mich zu ihm und warte, bis er weiterredet.&lt;br /&gt;Er klopft die Asche von seiner Zigarette um die Pause zu dehnen und beginnt dann zu erzählen.&lt;br /&gt;„Leute wie du und ich können in dieser Welt nicht leben. Das, was wir hier suchen, dass gibt es nicht. Wer wie wir nicht nur Zufriedenheit sondern Freude, statt Gesellschaft Freundschaft, statt nur zu existieren leben will, der wird dies hier nicht finden.“&lt;br /&gt;Ich sehe ihn an und warte ein wenig. Er spricht nicht weiter, also setze ich zu einer Antwort an.&lt;br /&gt;„Aber“, unterbricht er mich genau in dem Moment, als ich etwas sagen will, „in der Unendlichkeit können wir Freude finden. Mit all’ unseren Gedanken und Ideen können wir berühmt werden. Ist es denn nicht allen großen Künstlern so ergangen wie uns? Auch ihr Leben war ihnen oft nicht viel wert, doch sie haben etwas daraus gemacht und sieh sie dir jetzt an! Sie werden von hunderten von Leuten geliebt und wahrscheinlich wird man sich noch einige Jahrhunderte lang an sie erinnern. Sie haben ihr Leben sowieso trostloses Leben der Kunst geopfert und dafür Unsterblichkeit erreicht.“&lt;br /&gt;Er sieht mich voller Begeisterung an, doch anscheinend erkennt er den Zweifel auf meinem Gesicht.&lt;br /&gt;„Es ist zwar ein genauso schlechtes Leben, aber wenigstens gibt es ihm einen Sinn und das ist es doch, für was es sich zu leben lohnt.“&lt;br /&gt;Ich schenke ihm ein Lächeln, denn ich freue mich wirklich für ihn, dass er seinen Weg gefunden hat.&lt;br /&gt;Er fragt mich, ob ich ihm denn nicht zustimmen würde und ich bin ehrlich zu ihm und sage, dass ich seine Meinung nicht teile. Doch ich sage ihm auch, er soll seinen Weg gehen, wenn er ihn glücklich macht, doch mein Weg ist es nicht.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;- - -&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich sitze zuhause. Es ist wieder einer der Tage, an denen ich am liebsten alles hinschmeißen würde. Sarah, besucht mich. Ich habe sie angerufen.&lt;br /&gt;Als ich ihr die Tür aufmache, merkt sie sofort, was mit mir los ist. Sie nimmt mich in den Arm und wir beginnen zu reden. Und sie fragt mich, wieso ich nicht einfach aufhören könne. Wieso ich nicht einfach so leben könne wie alle anderen.&lt;br /&gt;Ich antworte ihr, dass das einfach nicht geht, dass ich das nicht kann.&lt;br /&gt;Sie blickt mich nur verzweifelt an und sagt: „Aber wenn du so weitermachst wirst du untergehen. Sieh dich doch an! Wieso musst du dir über alles immer so viele Gedanken machen? Wieso musst du immer versuchen es allen Recht zu machen? Schlussendlich bringt das doch niemandem etwas, am allerwenigsten dir selbst!&lt;br /&gt;Mach es doch wie all die anderen! Versuche für dich das Beste aus deinem Leben herauszuholen? Du musst dich doch auch einmal darum kümmern selbst glücklich zu sein!“&lt;br /&gt;Ich blicke ihr ins Gesicht und sehe, dass sie Tränen in den Augen hat. „Aber genau das mache ich ja“, erkläre ich ihr mit ruhiger Stimme „Jeder Mensch will doch glücklich sein … oder zumindest zufrieden. Aber genau aus dem Grund muss ich genau so leben, wie ich lebe. Es gibt Dinge, die ich einfach machen muss. Denn genau das wäre es, was mich am Ende eines Tages wirklich fertig machen würde. Wenn ich so egoistisch durchs Leben gehen würde wie viele andere. Deshalb bleibt mir nichts anderes als mein Leben zu leben und das Beste daraus zu machen.“&lt;br /&gt;Noch immer blicke ich ihr in die Augen und weiß nicht, ob sie mich verstanden hat. Doch sie nimmt meine Hand und das gibt mir Kraft. Es zeigt mir, dass es zumindest noch eine Person gibt, die mir hilft, diesen Weg zu gehen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;- - -&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich bin auf einer Party. Wieder einmal habe ich mich dazu überreden lassen. Doch schon nach wenigen Minuten merke ich wieder, dass es mir keinen Spaß macht. All die fröhlichen Menschen um mich, die sich an Dingen erfreuen, die mir einfach nichts bedeuten.&lt;br /&gt;Plötzlich erblicke ich dich. Einsam stehst du in einer Ecke. Dein Blick ist zu Boden gerichtet. Du wirkst, als würdest du das Getümmel um dich herum gar nicht wahrnehmen. Du bist in deiner eigenen Welt.&lt;br /&gt;Ich gehe zu dir hin, denn in dir sehe ich mich selbst wieder. Ich versuche ein Gespräch mit dir zu beginnen. Du wirkst schüchtern, doch du merkst auch, dass ich nicht bin wie die anderen.&lt;br /&gt;Nach einer Weile verrätst mir, dass du Marie heißt. Und als du erst einmal aufgetaut bist, hörst du fast gar nicht mehr auf zu erzählen.&lt;br /&gt;„Manchmal kommt es mir so vor, als wäre auf dieser Welt kein Platz für mich. Alle haben ein Ziel, dass sie erreichen wollen. Berühmt oder reich sein oder eine Familie gründen. Sie alle haben einen Weg vor sich, den sie gehen wollen und an dessen Ende sie ihr Glück erhoffen. Doch ich habe keinen Weg, den ich gehen kann. Ich habe nicht mal etwas, das ich erreichen will. Da ist einfach nichts, für was es sich zu kämpfen lohnen würde. Und genau das macht mich so krank: Obwohl ich nichts erreichen will und an diesem Rennen gar nicht teilnehme, spüre ich von allen Seiten wie ich herumgeschubst und ausgetrickst werde. Während alle anderen weiterrennen liege ich am Boden und werde noch immer getreten oder angestoßen und ich denke mir die ganze Zeit: Da muss es doch etwas geben. Da muss doch etwas sein, für dass sich all das lohnt. Aber bis jetzt habe ich es noch nicht gefunden.“ Dein Blick senkt sich wieder zu Boden. „Mittlerweile frage ich mich, ob ich überhaupt noch weitersuchen soll.“&lt;br /&gt;Ich antworte dir, dass ich das kenne und dass du nicht aufgeben sollst. Irgendwann wirst auch du dein Glück finden.&lt;br /&gt;Du siehst mich hoffnungsvoll an und fragst mich, ob ich dir denn nicht helfen könne. Wenn ich meinen Weg schon gefunden habe, dann könnte ich dir doch sicher auch helfen, den deinen zu finden.&lt;br /&gt;Erst weiß ich nicht, was ich sagen soll, doch dann versuche ich, dir zumindest einen Tipp zu geben. Ich sage: „Wie du deinen eigenen Weg findest, kann ich dir nicht sagen, denn ich weiß viel weniger darüber, als du selbst. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Nur weil ich meinen gefunden habe, hilft mir das noch lange nicht dabei, dir bei der Suche nach deinem zu helfen.“&lt;br /&gt;Ich sehe die Enttäuschung in deinem Gesicht, aber ich bin noch nicht fertig.&lt;br /&gt;„Ich kann dein Leben nicht retten. Genauso wenig kann mir jemand mein Leben retten. Jeder muss das für sich selbst machen. Doch wir können versuchen, uns gegenseitig dabei zu helfen.&lt;br /&gt;Sieh dich einfach um in deiner Umgebung! Was fehlt in dieser Welt um dich herum und was kannst du dieser Welt geben? Egal was, wenn du die Aufgabe annimmst, der Welt das zu geben, was ihr fehlt, dann hast du deinen Weg gefunden. Und wenn dich dein Weg glücklich macht und er niemandem schadet, dann hast du den richtigen Weg gefunden, dann hat dein Leben einen Sinn.“&lt;br /&gt;Ich sehe in deinen Augen, dass du immer noch auf etwas wartest. Aber da kommt nichts mehr. Ich habe dir alles gesagt, was ich dir zu sagen habe. Ich fühle mich schlecht dabei, dass ich dir nicht helfen konnte und langsam erkennst auch du, dass ich nichts mehr sagen werde. Eine peinliche Stille entsteht zwischen uns und du weichst meinem Blick aus, entfernst dich von mir.&lt;br /&gt;„Noch etwas!“, rufe ich dir nach, da mir doch noch etwas eingefallen ist.&lt;br /&gt;Du drehst dich um und siehst mich voller Erwartung an.&lt;br /&gt;„Ich denke, es ist gar nicht so schwer, einen Sinn in seinem Leben zu finden. Viel schwerer ist es, diesen Sinn auch zu akzeptieren.“&lt;br /&gt;Erst wirkst du nachdenklich, doch dann erscheint ein Lächeln auf deinem Gesicht und ich weiß, du hast mich verstanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-6501142143023213056?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/6501142143023213056/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=6501142143023213056' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/6501142143023213056'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/6501142143023213056'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/05/suche.html' title='Suche&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Suche.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-3261887703932340439</id><published>2007-04-06T11:15:00.001+02:00</published><updated>2007-04-06T11:36:10.313+02:00</updated><title type='text'>I especially am slow</title><content type='html'>So, wieder ist über ein halbes Jahr vergangen, ohne dass sich etwas getan hätte. Wer sich jetzt fragt: „Was hat der Typ denn die ganze Zeit gemacht?“, dem kann ich leider nur antworten: „Keine Ahnung!“&lt;br /&gt;Irgendwie habe ich in letzter Zeit jeden Tag Stress und muss irgendwie tausend Sachen machen, aber wenn ich mich dann am Ende der Woche, oder des Monats, oder eben eines halben Jahres frage, was ich eigentlich gemacht habe, dann ist das meistens so gut wie gar nichts.&lt;br /&gt;Aber gut, jetzt ist es ja endlich doch noch so weit gekommen und mein Blog ist endgültig online und deswegen will ich nicht mehr lange über die Vergangenheit schreiben, denn ein paar Sachen haben sich dann doch getan und die will ich hier kurz vorstellen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als erstes hätten wir da CC bzw. Creative Commons. Meine Geschichten sind ab sofort alle unter CC lizenziert, was man auch an folgendem Button unter jeder Geschichte sehen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem Klick auf die Grafik bekommt man genauere Informationen über die jeweilige Lizenz und &lt;a href="http://creativecommons.at/"&gt;hier&lt;/a&gt; gibt es nähere Informationen zu Creative Commons selbst.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz zusammengefasst ist CC eine andere Form von Copyright. Anstatt wie üblich einfach jede Nutzung zu verbieten, gibt Creative Commons von vornherein vor, was mit dem entsprechenden Inhalt angestellt werden darf und was eben nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Lizenz, die ich verwende, sieht das folgendermaßen aus:&lt;br /&gt;BY steht dafür, dass immer angegeben werden muss, von wem der entsprechende Inhalt stammt. In diesem Fall muss bei jeder Weiterverwendung einer meiner Geschichten immer mein Name angegeben werden.&lt;br /&gt;ND bedeutet „No Derivative Works“ bzw. „Keine Bearbeitung“. Meine Texte dürfen also in keiner Weise verändert werden.&lt;br /&gt;Im Gegenzug dazu, dürfen meine Texte vervielfältigt, verbreitet und öffentlich aufgeführt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als zweite Neuerung gibt es bei mir bei längeren Kurzgeschichten und Romanen Buchcover. Zurzeit habe ich erst für zwei Geschichten Cover erstellt. Zum einen natürlich für &lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/tagebuch-eines-toten.html"&gt;„Tagebuch eines Toten“&lt;/a&gt;, zum anderen für die neue Kurzgeschichte &lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/in-nomine-satanis.html"&gt;„In Nomine Satanis“&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und da wären wir auch schon beim dritten und letzten Punkt: neue Geschichten.&lt;br /&gt;Anstatt der versprochenen einen neuen Geschichte gibt es nämlich gleich drei neue Kurzgeschichten von mir.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/in-nomine-satanis.html"&gt;In Nomine Satanis&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hierbei handelt es sich um eine kurze Horror-Story, die ich schon vor einiger Zeit geschrieben habe. Ich habe hier vor allem bei den Beschreibungen versucht, einen gewissen „Stil“ durchzuziehen. Falls jemandem etwas auffällt, bitte einen Kommentar hinterlassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/04/stillstand.html"&gt;Stillstand&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/sarah.html"&gt;Sarah&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese beiden Geschichten finden sich unter der ebenfalls neuen Rubrik &lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/so-weit-mich-meine-fe-tragen.html"&gt;„So weit mich meine Füße tragen …“&lt;/a&gt; Hier sammele ich Eindrücke und Gedanken aus dem täglichen Leben, weswegen es gut sein könnte, dass es in diesem Bereich öfters Mal etwas neues gibt (allerdings will ich nichts versprechen.)&lt;br /&gt;Wer sich übrigens fragt, wie das Motto dieses Blogs zu verstehen ist, der findet vielleicht in der Geschichte &lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/04/stillstand.html"&gt;„Stillstand“&lt;/a&gt; eine Antwort.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem gibt es ab sofort jede meiner Geschichten als PDF zum lesen als auch zum downloaden. Einfach neben der jeweiligen Überschrift auf das PDF-Symbol klicken. Längere Geschichten (also alles über 5 A4 Seiten) gibt es sogar nur als PDF, da die Anzeige hier auf der Seite dann doch nicht ganz so lesefreundlich ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und zu guter letzt möchte ich noch auf die Navigationsspalte rechts hinweisen. Dort finden sich nämlich nicht nur die Links zu all meinen Geschichten, sondern noch einiges mehr. Direkt darunter findet ihr nämlich einige meiner Fotos. Mit einem Klick auf eines der Bilder könnt ihr euch dieses natürlich auch genauer ansehen und kommt dann auch auf die Seite, auf der ihr den Rest meiner Fotos findet.&lt;br /&gt;Unter meinen Fotos befindet sich eine Auflistung meiner meistgehörten Bands der letzten Woche. Diese wird jeden Montag aktualisiert.&lt;br /&gt;Darunter findet sich dann noch eine Linkliste, die mit der Zeit noch erweitert wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, das war’s dann erstmal. Ich würde mich über Kommentare sowohl zum neuen Design, als natürlich auch zu den Geschichten sehr freuen. Ich mache mich jetzt erstmal daran, an meinen Geschichten und vor allem auch an meinem Roman weiterzuschreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich melde mich wieder, sobald es was Neues gibt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-3261887703932340439?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/3261887703932340439/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=3261887703932340439' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3261887703932340439'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3261887703932340439'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/04/i-especially-am-slow_06.html' title='I especially am slow'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-1582903669746267719</id><published>2007-04-03T11:08:00.001+02:00</published><updated>2007-04-06T11:05:37.556+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Stillstand</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wieder einmal steht meine Welt still.&lt;br /&gt;Um mich dreht sich alles weiter. Geht seinen Lauf. Hastet davon.&lt;br /&gt;Ich bleibe zurück.&lt;br /&gt;Immer wieder versuche ich mitzuhalten. Strenge mich an, den Anschluss nicht zu verlieren. Stolpere hinterher. Doch dann passiert es wieder und ich bleibe stehen. Falle zurück. Bin wieder dort, wo ich angefangen habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt gehe ich querfeldein. Mein Atem geht keuchend. In meinen Oberschenkeln spüre ich bereits ein Brennen. Meine Füße tragen mich trotzdem immer weiter voran, Schritt für Schritt, jedoch ohne wirkliches Ziel. Ich nehme meine Umgebung nicht einmal richtig war. Ich will nur weg von hier. Weg von den Menschen.&lt;br /&gt;In meinem Kopf hallen noch immer ihre Stimmen wieder:&lt;br /&gt;„Was will denn der Versager hier?“&lt;br /&gt;„Bist du etwa auch eingeladen?“&lt;br /&gt;„Hey Tom, hast du den Typen hier eingeladen?“&lt;br /&gt;Es war bei dieser Party und wie so oft fühlte ich mich fehl am Platz. Ich wollte eigentlich sofort wieder gehen. Dann tauchte allerdings endlich Tom auf. Er sah etwas überrascht aus, als er mich sah. Ich war erleichtert, denn ich wusste, er würde alles aufklären. Doch als er bei mir war, führte er mich sofort zur Tür. Die Party wäre nur für seine Freunde, erklärte er zu mir.&lt;br /&gt;Zuerst wusste ich gar nicht wirklich, was er mir eigentlich sagen wollte. Als ich es dann begriff, stand ich fassungslos vor ihm. „Soll ich dann vielleicht morgen oder so vorbeikommen?“, fragte ich, um die Situation noch halbwegs zu retten.&lt;br /&gt;„Ähm … ich ruf’ dich mal an.“&lt;br /&gt;Er sagte es zwar, aber in seinem Blick konnte ich lesen, dass er es nicht wirklich vorhatte. Er stellte mich einfach vor die Tür, ohne sich zu verabschieden. Und da stand ich dann und fühlte meine Hoffnungen in mir zusammenbrechen. Dann bin ich einfach losgelaufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun bin ich hier in dieser Einsamkeit. Um mich schleicht die Kälte des Herbstes in dunklen Nebelschwaden über das Land. Unter meinen Füßen vom Regen aufgeweichter Boden. Ein paar braune Grashalme, die sich noch an ihr Leben klammern, ragen daraus hervor. Dazwischen Blätter, die von den Bäumen geweht wurden. All das einst so üppige Leben liegt im Dreck zu meinen Füßen, sterbend.&lt;br /&gt;In mir finde ich dieselben Bilder, dasselbe Gefühl. Meine Freundschaft zu einem Menschen, von dem ich hoffte, er wäre anders, er würde mich verstehen, mit Füßen zu Boden getreten. Ich habe ihm geholfen, als ihn seine Eltern rausgeschmissen haben. Als er ohne Geld und ohne Arbeit auf der Straße saß und keiner seiner Kollegen Platz für ihn hatte. Ich habe ihn bei mir aufgenommen, gratis natürlich. Sogar das Essen habe ich ihm bezahlt, zumindest, bis er einen Job gefunden hatte, oder besser gesagt, bis ich ihm einen Job besorgt hatte.&lt;br /&gt;Allerdings war er nie eine Last für mich. Ich habe das alles gerne getan. Tom war immer nett und hatte sich auch bemüht, so gut es ging mitzuhelfen. Als er dann genug Geld hatte, hat er sich auf die Suche nach einer eigenen Wohnung gemacht und ist ausgezogen. Ich dachte, er wäre mein Freund. Ich dachte, ich hätte endlich jemanden getroffen, der mich verstehen würde, und der mich zu schätzen wusste. Anscheinend war ich für ihn aber nur Mittel zum Zweck, so wie immer. Die Party heute war eigentlich gedacht, um seine neue Wohnung einzuweihen. Anscheinend war ich nicht erwünscht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Füße haben sich wieder in Bewegung gesetzt und ich gehe weiter. Um mich tauchen die Umrisse von Bäumen aus dem Nebel auf und verschwinden dann wieder. Geräusche kommen von irgendwoher und verstummen plötzlich wieder. Ich kann nichts davon wirklich zuordnen. Sogar hier in der Natur kommt es mir vor, als würde ich nicht in diese Welt passen.&lt;br /&gt;Irgendwann schält sich direkt vor mir eine leichte Erhebung aus dem Nebel. Als ich näher trete, erkenne ich, dass es sich um einen Bahndamm handelt. Ich gehe auf ihn zu und klettere dann über die groben Steine auf ihn hinauf. Nach links und rechts erstrecken sich jeweils vier parallele Linien in die Unendlichkeit. Ich denke gar nicht daran, dass in dieser menschenleeren Gegend ein Zug auftauchen könnte. Ich trete zwischen zwei Schienen und folge ihrem Verlauf. Ich brauche jetzt etwas, an das ich mich halten kann, an dem ich mich orientieren kann. Ich hoffe, ich kann dadurch etwas Struktur in meine Gedanken bringen. Mehr will ich gar nicht. Meine Schritte tragen mich von einer Eisenbahnschwelle zur nächsten und meine Gedanken schweifen wieder ab. Ich denke zurück.&lt;br /&gt;An einen Abend schon vor einigen Jahren. Ein Freund von mir machte mit dem Mädchen herum, in das ich mich verliebt hatte. Er hatte eigentlich davon gewusst, doch es war ihm egal gewesen.&lt;br /&gt;An die Arbeit. Wenn jemand Hilfe braucht, kommt man immer zu mir. Überstunden sind an der Tagesordnung. Doch schlussendlich sind es die Anderen, die weiterkommen. Ich käme mit meiner Arbeit einfach nicht voran, meint der Chef.&lt;br /&gt;An die vielen kleinen Dinge, die ich jeden Tag mache, um den Leuten um mich zu helfen. Ohne dafür auch nur irgendetwas zurückzubekommen.&lt;br /&gt;An die Bücher, die ich gelesen habe, die Lieder, die ich hörte, die intelligenten Sprüche, die mir Hoffnung gaben. Sie alle versprachen mir das eine: Wer Liebe gibt bekommt Liebe zurück.&lt;br /&gt;Doch was nützt mir all das, wenn mein Leben etwas anderes sagt?&lt;br /&gt;In dieser Welt musst du ein Arschloch sein. Das bekomme ich als Antwort, wenn ich jemanden frage, warum er mich verraten hat. Warum er mir die Freundin weggenommen hat. Warum er alle Schuld auf mich geschoben hat. Warum er mich behandelt wie den letzten Dreck. Und mittlerweile glaube ich, sie haben recht. Doch ich kann nicht auf ihr Gleis wechseln, es geht einfach nicht. Ich kann mich dieser Hassgesellschaft nicht anschließen. Ich muss meinem Weg folgen, egal, wohin er mich führt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Plötzlich bemerke ich, dass ich wieder stehengeblieben bin. Ich weiß selbst nicht warum. Mir fehlt einfach die Kraft oder vielmehr der Wille, um noch einen Schritt weiterzugehen. Ich sehe kleine Atemwolken vor meinem Gesicht aufsteigen und tief in meinem Inneren höre ich das vertraute Schlagen meines Herzens. Aber sonst ist da nichts, überhaupt nichts. Sowohl in mir, als auch um mich. Ich bin am Ende angekommen.&lt;br /&gt;Ich blicke nach vorne, in die Zukunft. Nur ein paar Meter sehe ich klar, dann verschwimmt alles im Nebel. In der Ferne ist noch ein Strommast zu erkennen, der aus dem Nebel hervorragt. Eine Hoffnung, an die ich mich klammern könnte. Doch schon von hier kann ich erahnen, dass mein Weg mich wieder daran vorbeiführen wird. Schon zu oft wurde ich von solchen Hoffnungen enttäuscht, als dass ich mich noch daran klammern könnte.&lt;br /&gt;Ich drehe mich um und blicke zurück. Doch auch hinter mir beginnt der Nebel schon wieder alles zu verschlucken und zu verzerren. Nur die Gegenwart ist klar. Nur was hier passiert, ist wirklich und echt.&lt;br /&gt;Ich drehe mich einmal um meine eigene Achse um vielleicht doch noch etwas zu erblicken. Doch um mich ist alles karg, kalt und leer. Es gibt hier nichts mehr, was mich noch retten könnte. Enttäuscht lasse ich meinen Kopf sinken und in diesem Moment fällt mein Blick auf eine kleine, rote Blume. Sie wächst direkt an den Gleisen. Sie sieht so aus, als hätte sie schon einiges zu überstehen gehabt. Ihre Blütenblätter sind schmutzig, ihr Stängel verkümmert, doch sie lebt. Wie gebannt starre ich auf diesen kleinen roten Farbtupfer in dieser sonst so trostlosen Landschaft.&lt;br /&gt;Plötzlich höre ich hinter mir ein Geräusch. Ein Horn, das laut aufheult und dann ein Dröhnen, das sich mir nähert. Ich drehe mich um und sehe drei Lichter aus dem Nebel auf mich zukommen. Ich fühle wie mein Herzschlag sich beschleunigt, doch ich bleibe einfach stehen. Das Dröhnen wird immer lauter und ein weiteres Mal erschallt das Horn. Meine Vergangenheit holt mich ein. Immer schneller rast sie heran um in wenigen Sekunden alles zu zermalmen was ich bin. Im letzten Moment trete ich von den Gleisen. Ich stehe keinen Meter von den Schienen entfernt, als der Zug an mir mit unglaublichem Getöse vorbeirauscht. Ein kalter Wind schlägt mir ins Gesicht und zieht an meinen Kleidern. Der Boden unter meinen Füßen scheint zu beben.&lt;br /&gt;Dann ist plötzlich alles vorbei. Wieder ist eine Entscheidung an mir vorbeigezogen. Der Zug verschwindet im Nebel und langsam kehrt wieder Stille ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich blicke auf die Blume hinab. Sie schwankt immer noch leicht vor und zurück, doch sie steht noch da. Diese Blume erinnert mich an mein Leben. Auch sie hat es nicht leicht und kann es genauso wenig ändern wie ich. Hier ist sie aus dem Boden gesprossen und nun muss sie sehen, was sie daraus macht. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als so lange wie möglich zu kämpfen. Und das werde ich auch. Noch gebe ich nicht auf. Dieses Mal noch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wieder setze ich mich in Bewegung. Stolpere voran. Versuche, hinterher zu kommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-1582903669746267719?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/1582903669746267719/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=1582903669746267719' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1582903669746267719'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1582903669746267719'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/04/stillstand.html' title='Stillstand&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Stillstand.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-8906576832793532452</id><published>2007-03-26T11:27:00.009+02:00</published><updated>2010-03-21T11:28:49.943+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichten'/><title type='text'>So weit mich meine Füße tragen ...</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;Geschichten, die das Leben schreibt, allerdings nichts Autobiografisches.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/04/stillstand.html"&gt;  Stillstand&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/sarah.html"&gt;Sarah&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/05/suche.html"&gt;Suche&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2008/06/freundschaft.html"&gt;Freundschaft&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2008/06/wnsche.html"&gt;Wünsche&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2008/07/einsam.html"&gt;Einsam&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/01/spiegel.html"&gt;Spiegel&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/03/streben.html"&gt;Streben&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2009/06/ende.html"&gt;Ende&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://mathias-erhart.blogspot.com/2010/03/sehnsucht.html"&gt;Sehnsucht&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-8906576832793532452?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/8906576832793532452/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=8906576832793532452' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/8906576832793532452'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/8906576832793532452'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/so-weit-mich-meine-fe-tragen.html' title='So weit mich meine Füße tragen ...'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-230559023411141405</id><published>2007-03-25T20:13:00.000+02:00</published><updated>2007-04-06T10:48:42.642+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Roman'/><title type='text'>Tagebuch eines Toten</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Patrick hat in seinem bisherigen Leben nur Leid erfahren. In der Schule wird er gemobbt, seine Eltern sind geschieden und seine Mutter kümmert sich kaum um ihn. Nur Marion, seine beste und einzige wirkliche Freundin, gibt ihm noch Halt in dieser Welt. Doch auch ihr geht es nicht viel besser als ihm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Zusammen fällen die Beiden eine Entscheidung, die alles verändern wird, das wissen sie. Doch worauf sie sich dabei wirklich eingelassen haben, wird ihnen erst viel zu spät klar.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Rga_Gz-4xHI/AAAAAAAAAAc/Sdb4maJNEvM/s1600-h/Cover.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer;" src="http://4.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Rga_Gz-4xHI/AAAAAAAAAAc/Sdb4maJNEvM/s200/Cover.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5045930556269315186" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Rga_Gz-4xII/AAAAAAAAAAk/wRXcqTfNIpc/s1600-h/Backcover.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer;" src="http://4.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Rga_Gz-4xII/AAAAAAAAAAk/wRXcqTfNIpc/s200/Backcover.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5045930556269315202" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Rga_Gz-4xHI/AAAAAAAAAAc/Sdb4maJNEvM/s1600-h/Cover.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Zum Anzeigen der Geschichte neben der Überschrift auf das PDF Symbol klicken.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-230559023411141405?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/230559023411141405/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=230559023411141405' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/230559023411141405'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/230559023411141405'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/tagebuch-eines-toten.html' title='Tagebuch eines Toten&lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Tagebuch.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; 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display: block; text-align: center; cursor: pointer;" src="http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/RgbCvD-4xJI/AAAAAAAAAAs/bRTdqiGDIF4/s200/Cover.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5045934546293933202" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Rga_Gz-4xHI/AAAAAAAAAAc/Sdb4maJNEvM/s1600-h/Cover.jpg"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;(Zum Anzeigen der Geschichte neben der Überschrift auf das PDF Symbol klicken.)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-7158486851114011694?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/7158486851114011694/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=7158486851114011694' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/7158486851114011694'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/7158486851114011694'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/in-nomine-satanis.html' title='In Nomine Satanis &lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/In Nomine Satanis.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; 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Wortlos blicke ich zu ihr. Sie sitzt mir gegenüber in diesem kleinen Lokal, in dem wir uns schon öfters getroffen haben. Mein Blick wird von ihrem Mundwinkel angezogen, der sich zu einem sanften Lächeln nach oben zieht, als sie meine Verlegenheit bemerkt. Dann von ihrer Hand, mit der sie in einer alltäglichen Geste eine Strähne ihres blonden Haares aus ihrem Gesicht streicht. Und zuletzt wandern meine Blicke wieder zu ihren wunderschönen, grünen Augen. Den Augen, die ich liebe.&lt;br /&gt;Fast ein Jahr ist vergangen, seit mir dies klar geworden ist. Befreundet bin ich mit Sarah bereits länger. Schon fast fünf Jahre. Wir haben uns in der Schule kennengelernt. Sie ist mitten unter dem Schuljahr hergezogen. Ich weiß noch, wie sie an ihrem ersten Tag in die Klasse kam. Der Lehrer bat sie, sich einen Platz auszusuchen. Ohne viel zu überlegen, hatte sie den Platz neben mir gewählt, obwohl auch bei den Mädchen noch Plätze frei gewesen wären. Doch sie hatte sich zu mir gesetzt, gesagt „Hi, ich bin Sarah“ und hatte mich angelächelt. Das alles mit einer solchen Natürlichkeit, dass mir erst gar keine Antwort einfiel. Danach begann sie sofort, mich über die Schule und über die Gegend hier auszufragen. Sie erzählte auch von sich. Wo sie herkam, wie es an ihrer alten Schule so war und wie viel Probleme ein solcher Umzug mit sich brachte. An diesem ersten Tag war ich ziemlich verwundert über ihre Art. Ihre Offenheit. Ich kannte so etwas nicht, schon gar nicht von einem Mädchen. Auch meine Mitschüler fanden ihr Verhalten seltsam. Die Jungs aus meiner Klasse zogen mich anfangs damit auf, ob ich denn eine neue Freundin hätte. Es war bei uns in der Klasse damals nicht üblich, dass Mädchen und Jungs einfach befreundet waren, und viele verstanden Sarah anfangs nicht. Mit der Zeit lernten ich und die anderen sie allerdings kennen und auch sehr zu schätzen.&lt;br /&gt;Ich hatte in der Schule viel Spaß mit Sarah und wir trafen uns oft auch noch in unserer Freizeit. Zwischen uns entstand eine tiefe Freundschaft. Obwohl wir nicht viel mehr als ein halbes Jahr zusammen zur Schule gingen, wurde Sarah in dieser Zeit zu etwas sehr Wertvollem für mich, und so blieb ich mit ihr auch in Kontakt, als sich unsere Wege trennten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich an Sarah von Anfang an bewundere, ist ihre Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzufühlen. Einmal hatten wir uns über einen Monat nicht gesehen und dann zufällig beim Einkaufen in der Stadt getroffen. Wir hatten uns kaum begrüßt, als sie mich auch schon mit sorgenvollem Blick ansah und fragte, ob es mir in letzter Zeit nicht gut ginge. Und ja, ich hatte damals Probleme. Vor allem bei der Arbeit. Alles wuchs mir über den Kopf, doch niemand schien es zu merken. Eigentlich hatte ich selbst gar nicht wahrgenommen, wie sehr mich der Stress bei der Arbeit in letzter Zeit runtergezogen hatte. Sarah fühlte es jedoch sofort. Und sie hatte ein offenes Ohr für meine Probleme und ein paar nette Worte, um mich wieder aufzuheitern. Wir setzten uns zusammen in ein Café und redeten. Zwei Stunden lang. Dann ging es mir besser.&lt;br /&gt;Das ist noch etwas, was Sarah zu etwas Besonderem macht: Wenn sie merkt, dass sie gebraucht wird, dann ist sie auch für einen da. Ich habe von ihr nie ein „Ich habe jetzt leider keine Zeit“ gehört. Sie spürt es, wenn es Zeit ist, zuzuhören, und genauso spürt sie es, wenn es einem besser geht. Wir verabredeten uns für denselben Abend zu einer Party eines Freundes. Bei dieser Party fiel kein Wort mehr über die Arbeit und wir hatten viel Spaß zusammen. Sie fragte nicht, ob es mir wieder besser ginge. Sie wusste es einfach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch vor etwa zehn Monaten änderte sich etwas zwischen uns. Es war an einem der ersten, warmen Frühlingstage. Wir saßen zusammen im Park auf einer Wiese und genossen die wärmenden Sonnenstrahlen auf unserer Haut. Plötzlich legte sich Sarah neben mir hin und schloss die Augen. Ich saß da und sah auf sie hinab. Auf ihr friedliches Gesicht, ihre Lippen, die zu einem sanften Lächeln geformt waren und auf ihre Brust, die sich zu ihren Atemzügen hob und senkte. Plötzlich war da dieser Drang, sie zu küssen. Sich einfach zu ihr hinunterzubeugen und ihre Lippen mit den meinen zu berühren. Ich war verwirrt von diesem Gefühl, denn ich kannte es bisher noch nicht. Zumindest nicht gegenüber Sarah. Sie öffnete ihre Augen leicht und blickte mich zwischen zugekniffenen Lidern an. Ihr Lächeln wurde zu einem Grinsen.&lt;br /&gt;„Was hast du denn?“, fragte sie mich. Kurz dachte ich, sie hätte gemerkt, was in mir vorging. Doch dann lachte sie auf und drückte mich neben sich auf die Wiese. Ich legte mich bereitwillig hin und schloss die Augen.&lt;br /&gt;„Ist das nicht herrlich?“, fragte sie mich nach ein paar Augenblicken. Ja, dachte ich, es ist wirklich herrlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anfangs zerbrach ich mir noch den Kopf darüber, ob ich mich Sarah gegenüber jetzt anders verhalten sollte. Das war aber gar nicht nötig. Durch ihre offene und natürliche Art musste ich mich in ihrer Nähe nicht verstellen. Ich konnte so sein, wie ich war, und versuchte dabei, von Zeit zu Zeit durchblicken zu lassen, dass da von meiner Seite aus mehr war, als nur Freundschaft. Sei es mit Worten oder kleinen Gesten. Und ich versuchte, für sie da zu sein, wenn sie mich brauchte, auch wenn das nicht oft war. Aber ich brachte sie sicher nach Hause, wenn sie zu viel getrunken hatte, half ihr, wenn sie Stress in der Schule hatte und versuchte, sie zum Lachen zu bringen, wann immer sie auch nur etwas bedrückt wirkte. Zu meiner Freude spürte ich auch von ihrer Seite das ein oder andere Mal Sympathien, die über unsere bisherige Beziehung hinausgingen. Allerdings war ich mir nie ganz sicher damit. Es fehlte mir der Mut, den letzten Schritt zu machen. Meine Liebe zu ihr wurde derweil immer stärker. Ich dachte fast nur noch an sie, und versuchte, sie so oft wie möglich zu treffen. Wenn ich nicht mit ihr zusammen war, dann dachte ich an sie. Ich malte mir unsere Zukunft aus. Wie es denn einmal sein würde, wenn wir zusammen wären. Ich wusste, mit Sarah würde es nie Streit oder andere Probleme geben. Wir hatten nie auch nur den geringsten Konflikt. Ich konnte mir sogar vorstellen, dass das mit ihr etwas wirklich Ernstes werden könnte. Sie schien mir die perfekte Frau. Vielleicht die Frau meines Lebens. Umso mehr meine Liebe zu ihr wuchs, umso mehr Freude bereitete mir auch die gemeinsame Zeit mit ihr. Ein einziges Lächeln von ihr reichte mit der Zeit aus, um die Sorgen eines ganzen Tages aus mir zu vertreiben. Und wenn sie sich in schweren Stunden neben mich setzte, meine Hand nahm und einfach für mich da war, wurde das Glücksgefühl in mir fast unerträglich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus diesem Grund hatte ich beschlossen, heute endlich mit ihr darüber zu reden. Ich hielt es nicht mehr aus, so weiterzuleben. In dieser Ungewissheit. Diese ewigen Versuche voranzukommen, aber doch immer auf der Stelle zu treten, wurden mir zu viel. Ich konnte nicht mehr anders als es ihr zu sagen, und ich hoffte, bei ihr auf die gleichen Gefühle zu treffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Strahl der aufgehenden Sonne fällt auf Sarahs Gesicht und sie beugt sich geblendet etwas nach vorne und reißt mich damit aus meinen Gedanken. Wir blicken uns immer noch an und ihre Augen warten weiterhin auf eine Antwort. Gleichzeitig sehe ich jetzt etwas darin, dass ich schon so oft gesehen habe, aber nie wahrhaben wollte.&lt;br /&gt;Fast seit dem Tag, an dem mir bewusst geworden war, dass ich mich in Sarah verliebt hatte, wünschte ich mir, dies wäre nie geschehen. Ich wünschte mir, ich könnte die Liebe einfach vergessen. Sie hinter mir lassen und wieder zu dem zurückkehren, was einmal zwischen uns war. Doch es ging nicht. Denn sobald man anfängt, Hoffnungen in eine Liebe zu stecken, kann man diese Liebe nicht einfach wieder gehen lassen. Denn dann nimmt sie die Hoffnungen mit sich und es bleibt nichts von diesem schönen Gefühl zurück. So habe ich mich immer weiter an diese Liebe, an die Hoffnung, geklammert. Immer mehr Hoffnung in diese Liebe gesteckt und es mir somit von Tag zu Tag schwerer gemacht.&lt;br /&gt;Denn genauso oft wie Sarah mir mit ihrer Art Freude bereitet hat, genauso oft hat sie mich fast in den Wahnsinn getrieben. Eines Abends traf ich sie durch Zufall in einer Bar. Ich war mit meinem besten Freund dort. Als aber plötzlich Sarah auftauchte, hatte ich nur noch Augen für sie. Mit der Zeit stellte ich jedoch fest, wie sich immer mehr ein Gespräch zwischen ihr und meinem Kollegen entwickelte. Plötzlich fing er an, Dinge zu erzählen, von denen sogar ich nichts wusste. Dabei sah ich, dass sich Sarah ihm gegenüber fast genau so verhielt, wie sie es mir gegenüber tat. Ihre Augen waren fest und aufmerksam auf ihren Gesprächspartner gerichtet, ihr Mund geschlossen. Sie hörte hauptsächlich zu.&lt;br /&gt;Ohne viel zu fragen, schafft sie es, die Leute dazu zu bewegen, alles von sich preiszugeben. Wahrscheinlich wissen sie, dass es bei ihr gut aufgehoben ist. Dass Sarah versteht, was man ihr erzählt. Genau so ist es nämlich bei mir.&lt;br /&gt;Allerdings sah ich dabei, dass ihr Mitgefühl kein Geschenk nur an mich ist und ich hasste sie in diesem Moment dafür. Und als ich es erst einmal bemerkt hatte, beobachtete ich es immer wieder. Mir wurde klar, dass ich nur einer unter vielen bin. Jedes Mal, wenn ich so einen Augenblick mitbekam, war da diese Enttäuschung, die langsam aber sicher etwas in mir zerstörte. Aber ich war selbst Schuld. Denn wenn man sein ganzes Glück von einem einzigen Menschen abhängig macht, passiert es nur allzu oft, dass man von diesem enttäuscht wird. Auch wenn dieser das gar nicht beabsichtigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und als ich Sarah jetzt in die Augen blicke, sehe ich dasselbe, dass ich bereits die letzen fünf Jahre darin gesehen habe. Mitgefühl und tiefe Freundschaft sind darin zu lesen, doch keine Liebe. Für sie hat sich nie etwas verändert. Nur ich habe mich in etwas hineingesteigert … und damit alles zerstört.&lt;br /&gt;„Was ist mit dir los?“ Aus ihren Augen spricht jetzt Sorge.&lt;br /&gt;Meine Entscheidung ist bereits gefällt. Ich wende mich ab und greife nach meiner Jacke, die über der Stuhllehne hängt. „Nichts, ich muss jetzt gehen.“ Ich werfe die Jacke über, greife in meine Tasche und lege mit zitternder Hand ein paar Münzen auf den Tisch. Mehr als genug für den Kaffee. Ich will hier nur noch raus. Will dem allem ein Ende setzen. Sarah liebte mich nie, das weiß ich jetzt. Mir bleibt nur mehr eine Lösung.&lt;br /&gt;Plötzlich spüre ich ihre Hand auf meiner. Sie hält mich sanft zurück. Ihre Berührung treibt mir Tränen in die Augen. Ich sehe sie ein letztes Mal an: ihre weichen Lippen, ihre sanft geröteten Wangen und dann ihre mitfühlenden Augen. Wie gerne würde ich ihr einfach alles erzählen. Ihr mein Herz ausschütten, wie ich es schon so oft getan habe. Sie ist die Einzige, bei der ich das kann. Dieses Mal geht es allerdings nicht. Das würde unsere Freundschaft zerstören, und die ist mir zu wichtig.&lt;br /&gt;„Tut mir leid …“, flüstere ich. Meine Stimme ist heiser. Dann reiße ich mich los und gehe auf den Ausgang zu. Ich höre noch, wie sie meinen Namen ruft, aber ich reagiere nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich die Tür aufreiße und in die kalte Winterluft hinaustrete, spüre ich Tränen über mein Gesicht laufen. Ich halte den Kopf gesenkt, damit mich niemand so sieht. Ich versuche mir einzureden, dass ich froh sein sollte, über die Zeit, die ich mit Sarah hatte. Dass ich froh sein sollte, einen solchen Menschen überhaupt kennengelernt zu haben. Doch es gelingt mir nicht, und dafür hasse ich mich. Mir fehlt einfach die Kraft dazu. In mir ist nur noch Dunkelheit. All meine Hoffnungen habe ich zurückgelassen, bei Sarah.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-3006495299795800972?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/3006495299795800972/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=3006495299795800972' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3006495299795800972'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/3006495299795800972'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/sarah.html' title='Sarah &lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Sarah.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-6252025468181630939</id><published>2007-03-02T11:15:00.000+01:00</published><updated>2007-05-07T15:20:08.682+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Die Nacht </title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Langsam schloss Jan die Tür hinter sich und die Dunkelheit der Nacht umfing ihn. Spätestens jetzt bereute er es, dass er so lange bei seinem Freund Mark geblieben war und mit ihm Computer gespielt hatte. Es war schon nach Mitternacht und stockfinster. Beklommen blickte Jan auf die Straße, die gespenstisch leer vor ihm lag. Am liebsten hätte er jetzt seine Mutter angerufen und ihr gesagt, sie solle ihn abholen. Doch da es schon so spät war, war sie bestimmt schon im Bett und er wollte sie nicht extra aufwecken. Außerdem hätte er damit zugegeben, dass er Angst in der Dunkelheit hatte, was für einen Jungen von 13 Jahren nicht unbedingt ruhmreich war.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ich habe ja meinen Walkman dabei&lt;/span&gt;, dachte er sich. In Zeiten von CD- und MP3-Playern war er damit zwar nicht mehr auf dem neuesten Stand, jedoch hatte er nicht genug Geld, um sich etwas anderes zu leisten. Außerdem würde es seinen Zweck, ihn auf andere Gedanken zu bringen, genauso gut erfüllen.&lt;br /&gt;Der Sommer neigte sich bereits seinem Ende zu und in der nächsten Woche würde die Schule wieder beginnen. Ein kühler Wind wehte über Jans Haut und lies ihn in seinem T-Shirt und seinen kurzen Hosen schnell frösteln.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Dann mal los&lt;/span&gt;, dachte er, schaltete den Walkman ein und machte sich auf den Weg.&lt;br /&gt;Die Lieder, die er vor einiger Zeit aus dem Radio aufgenommen hatte, dröhnten in Jans Ohren, als er die einsame Straße hinab, auf dem Weg nachhause war. In den meisten Häusern brannte kein Licht mehr und die einzigen Lichtquellen stellten die Straßenlampen dar, die alle paar Meter links und rechts am Straßenrand aufragten. Dazwischen lagen unheimliche Stellen völliger Dunkelheit, in denen alles lauern konnte, zumindest glaubte Jan das.&lt;br /&gt;Der Walkman hatte seinen Zweck nicht erfüllt. Anstatt zu beruhigen, hatte er Jan nur noch mehr in Angst versetzt. Bei der Dunkelheit war es keine gute Idee auch noch den Hörsinn zu blockieren, das wusste Jan jetzt. Die ganze Zeit glaubte er, irgendwelche Geräusche zu hören, wenn er den Kopfhörer jedoch abnahm, war nur das Rauschen des Windes da. Dann sah er wieder irgendetwas vorbeihuschen, dass er nicht identifizieren konnte. Als er jedoch den Kopfhörer herunterriss, hörte er das vertraute Miauen irgendeiner herumstreunenden Katze. Somit hatte er auf der kurzen Strecke mehr Angst bekommen, als es normalerweise der Fall war. Und das Schlimmste war, dass das grusligste Stück noch vor ihm lag. Das Haus, in dem er wohnte, lag, zusammen mit drei anderen Häusern, etwas außerhalb des eigentlichen Dorfes. Um dorthinzukommen, musste man ein kurzes Waldstück passieren, dass Jan mit den Jahren zu fürchten gelernt hatte. Hauptsächlich lag dies an seiner Mutter. In seiner Kindheit hatte sie ihm oft Geschichten vom Nachtvolk erzählt, das dort hausen soll oder von einem Kind, das dort im Wald angeblich einmal entführt wurde. Jan wusste zwar nicht, warum sie ihm dass erzählt hatte, jedoch hatte es dazu geführt, dass er immer noch Angst bekam, wenn er in der Dunkelheit an dem Wald vorbeimusste. Und das, obwohl er schon lange nicht mehr an diese Geschichten glaubte. Schlussendlich nahm er den Kopfhörer ganz ab. Die Stille, die ihn jetzt umfing, war jedoch beinahe noch schlimmer. Er verfluchte jeden Schritt, der in dieser Stille wie ein Schuss widerhallte, und wünschte sich, schon zuhause zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ach nein“, flüsterte Jan vor sich hin. Das verhasste Waldstück war gerade in Sichtweite gekommen und er hatte sich gefreut, da er jetzt nicht mehr weit gehen musste, bis er zuhause war. Doch dann hatte er die Straßenlaterne gesehen, die den Bereich vor dem Wald beleuchten sollte. Sie war ausgefallen. Dort, wo normalerweise ihr Lichtschein erstrahlen sollte, prangte jetzt ein riesiges schwarzes Loch. Die nächste Laterne schien unendlich weit entfernt. In dem Bewusstsein, dass es jetzt eh kein zurück mehr gab, ging er weiter. Seine Gedanken kreisten jedoch weiter um einen möglichen anderen Weg, den er nehmen konnte, um nicht so nahe an den Wald zu kommen.&lt;br /&gt;Schlussendlich hatte er sich dazu entschlossen, einfach weiterzugehen. Es würde schon nicht´s passieren.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Jetzt reiß dich mal zusammen, Mann!&lt;/span&gt; Er bevorzugte es jedoch trotzdem in der Mitte der Straße zu gehen, um auch alles im Blickfeld zu haben. Unablässig streifte sein Blick über die Umgebung. Rechts von ihm befand sich dichtes Gestrüpp und dahinter ein Wald, der jedoch mehr zu erahnen als wirklich zu sehen war. Nur wenn man gegen den Himmel blickte, konnte man die Konturen der Bäume erkenne, die sich dunkel gegen den Sternenhimmel abhoben. Einige Schritte vor ihm konnte er die Straßenlaterne sehen, die schnurgerade in den Himmel aufragte. Links von ihm befand sich eine Wiese, jedoch war sie genauso finster wie der Wald und man hätte sich aus diesem Grund genauso gut in ihr verstecken können. Verzweifelt versuchte er seinen Blick auf eine mögliche Bedrohung zu konzentrieren, jedoch schien irgendetwas in der Luft zu liegen, dass seine Blicke abfing, bevor sie auf etwas Materielles treffen konnten.&lt;br /&gt;„He!“ Jans Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen und er fühlte, wie sein ganzes Blut in seine Beine abzufallen schien. Er fuhr so schnell zu der Stimme um, dass ein stechender Schmerz an seinem Rücken aufflammte.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Verdammt, wo ist hier jemand?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Mühsam konnte er eine menschliche Gestalt erkennen, die direkt vor der Straßenlaterne stand. Wahrscheinlich hatte sie schon die ganze Zeit dort gestanden und er hatte sie nur nicht gesehen. Die Gestalt war ungefähr gleich groß wie er und seine Angst fiel sofort von ihm ab. Stattdessen schämte er sich. Er hatte bestimmt vollkommen bescheuert gewirkt. Die Gestalt kam auf ihn zu und er konnte Einzelheiten erkennen. Es handelte sich anscheinend um ein Mädchen mit langen, schwarzen, schnurgeraden Haaren, die ihr bis an die Schultern reichten. Auch ihr Hemd und ihr Faltenrock waren in Schwarz gehalten. Das einzig helle war ihre Haut.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Kein Wunder, dass ich die nicht gesehen habe.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;“Oh, habe ich dich erschreckt?“, erkundigte sie sich und selbst in dieser Dunkelheit konnte er das Mitgefühl in ihrem Gesicht sehen. Er hielt es nicht für nötig, auf die Frage zu antworten.&lt;br /&gt;„Entschuldige“, sagte sie. Erst jetzt merkte er, dass er das Mädchen gar nicht kannte, was in so einem kleinen Ort, in dem er lebte, ziemlich ungewöhnlich war. Doch sie wirkte ziemlich nett und schien auch erleichtert zu sein, dass es sich bei ihm nicht um einen Mörder handelte.&lt;br /&gt;„Ist schon in Ordnung“, antwortete Jan.&lt;br /&gt;„Tut mir echt Leid. Ich wollte dich nur fragen, ob ich vielleicht mit dir ein Stück mitgehen kann.“&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Was?&lt;/span&gt;, dachte sich Jan. Aber wahrscheinlich hatte das Mädchen ebenso viel Angst wie  er und wollte nicht alleine nachhause gehen. Außerdem würde es ihn auch beruhigen, wenn er eine Begleitung hätte.&lt;br /&gt;„Ja klar, ich habe nichts dagegen“, antwortete er und setzte sich schon wieder in Bewegung. Sie folgte ihm und er bemerkte, dass ihre Schuhe fast kein Geräusch auf dem Boden auslösten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schweigsam waren Jan und das unbekannte Mädchen nebeneinander hergegangen. Den Wald hatten sie zum Glück schon hinter sich gelassen und jetzt waren es nur noch knapp 400 Meter bis zu ihm nachhause. Er konnte bereits Licht in einem der Häuser erkennen, die links von der Straße in den Feldern eine kleine Siedlung bildeten. Rechts stieg ein kleiner Hügel an, hinter dem sich weitere Felder erstreckten.&lt;br /&gt;Jan fragte sich, ob er ein Gespräch anfangen sollte. Doch was sollte er fragen? Sollte er sie fragen, wo sie herkam? Oder wie sie hieß? Irgendwie erschien ihm alles ziemlich blöde und plump. Schüchtern sah er sich zu ihr um. Sie hatte die Hände hinter dem Rücken zusammengelegt und starrte zum Himmel empor. Ihr schwarzes Haar glänzte im fahlen Schein des Mondes wie Seide.&lt;br /&gt;„Wunderschön, nicht?“, fragte sie ihn. Anscheinend hatte sie seinen Blick bemerkt. Überrascht blickte er zum Himmel auf.&lt;br /&gt;„Ja“, sagte er, obwohl er eigentlich nichts Besonderes erkennen konnte. Ein hellgelber Mond erhob sich gerade hinter einem Berg, dessen Kontur sich scharf davor abzeichnete. Einige flauschige Schäfchenwolken standen am Himmel und wurden von unten beleuchtet. So hatte sich eine seltsam hell leuchtende Fläche gebildet.&lt;br /&gt;„Ja“, sagte er nochmal, doch dieses mal meinte er es ernst. Obwohl er den Mond schon hunderte Male gesehen hatte, war ihm nie aufgefallen, wie schön er eigentlich war. Er wäre nichtmal auf die Idee gekommen, dass an diesem düsteren Himmel überhaupt etwas Schönes zu finden wäre.&lt;br /&gt;Ein Auto näherte sich den beiden von vorne. Jan wandte seinen Blick ab, als er von den Scheinwerfern geblendet wurde. Nach wenigen Sekunden war das Auto rauschend an ihnen vorübergezogen und er richtete seinen Blick wieder nach vorne. Das Mädchen hatte den Blick auch vom Himmel abgewandt und blickte jetzt zu Boden. Doch auf einmal blieb sie stehen. Auch Jan blieb stehen und sah sich zu ihr um.&lt;br /&gt;“Was ist?“, fragte er sie, als sie nicht weiterging. Sie hielt sich jedoch nur den Finger vor die Lippen und deutete ihm still zu sein. Er wartete wieder ein paar Sekunden, sie rührte sich jedoch immer noch nicht. Langsam stieg wieder die Angst in ihm auf, die er vorher ganz vergessen hatte.&lt;br /&gt;“Was ist jetzt?“ Langsam wurde er ungeduldig.&lt;br /&gt;“Hör hin“, sagte sie nur. Er hörte hin, konnte jedoch nur das Rauschen des Wagens hören, der irgendwo in der Ferne über eine Straße fuhr.&lt;br /&gt;„Ich höre nichts.“&lt;br /&gt;“Hör genauer hin“, sagte das Mädchen und schaute ihn durchdringend an.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ok, dann höre ich hin.&lt;/span&gt; Sekundenlang strengte er seine Ohren an, konnte aber nichts hören. Er wollte sie schon wieder fragen, was das sollte, doch dann bemerkte er es plötzlich. Er hörte doch etwas. Das Zirpen der Grillen drang an seine Ohren. Es hatte ihn den halben Sommer über beim Einschlafen gestört und er hatte es irgendwie geschafft, es einfach nichtmehr wahrzunehmen. Doch in dieser Atmosphäre war dieses Zirpen auf einmal nicht mehr unangenehm. Eigentlich passte es sogar recht gut. Und da waren noch andere Laute. Irgendwo im Wald konnte er das Pfeifen von irgendwelchen Tieren hören. Der Wind rauschte in Wellen über das hohe, trockene Gras und steuerte seinen Teil zu der Melodie bei. Alles wirkte so stimmig, und auf einmal konnte er nicht mehr verstehen, wie er es überhören konnte. Wie er jemals glauben konnte, dass er einsam in dieser Dunkelheit war, wo doch die Tiere um ihn herum so viel Lärm machten, dass man sie eigentlich gar nicht überhören konnte. Alles an dieser Atmosphäre wirkte so rein, so natürlich. Er wusste, dass er sowas am Tag nie erleben würde. Er wusste auch warum, am Tag schliefen die Menschen nicht. Am Tag war alles hektisch und von den Geräuschen der Menschen erfüllt. Doch jetzt in der Nacht war alles gemächlich und ruhig und nur die Natur selbst war wahrzunehmen. Glücklich sah er das Mädchen an. Ihr lächelndes Gesicht wurde vom Mond in ein blasses Gesicht getaucht, das im Kontrast zu ihrer sonst so dunklen Kleidung wunderschön wirkte. Nur mühsam schaffte er es, den Blick abzuwenden und zum bleichen Gesicht des Mondes aufzusehen. Doch wurde er dafür belohnt. Im Zusammenhang mit der Symphonie der Nacht wirkte das Bild des aufgehenden Mondes noch schöner. Und nicht nur der Mond war schon. All die Sterne, die um ihn herum am dunklen Himmel standen, hatten ihren ganz eigenen Charme. Sie alle waren irgendwie schön. Glücklich blickte er wieder zum Mädchen und blickte zu ihm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem sie noch über eine Minute dort gestanden hatten, um den Mond zu betrachten und dem Gesang zu lauschen, war ein weiteres Fahrzeug gekommen und hatte die Atmosphäre mit seinem Licht und seinen Geräuschen durchbrochen. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte sich Jan gewünscht, dass alle Lichter und alle Geräusche um ihn herum verschwinden sollten und er sich so ganz und gar auf die Schönheit des Augenblickes konzentrieren konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Mädchen war unterdessen weitergegangen und Jan folgte ihr. Ihr weiterer Weg verlief wieder schweigsam, jedoch empfand es Jan jetzt nicht mehr als störend. Immer wieder warf er Blicke zum Mond empor. Ohne es zu merken, hatten sie sich immer weiter seinem Wohnhaus genähert und es waren jetzt nichtmal mehr 50 Meter, bis er zuhause war. Doch als er es merkte, war er fast enttäuscht darüber. Er wäre noch gerne länger mit diesem Mädchen durch die Nacht spaziert.&lt;br /&gt;Beim Haus angekommen zog er den Schlüssel aus der Hosentasche und schloss die Tür auf. Das Mädchen wartete noch, um sich von ihm zu verabschieden. Als die Tür offen war, drehte er sich zu ihr um und sah, dass sie sich an der niederen Natursteinmauser niedergelassen hatte, die ihren Garten umsäumte.&lt;br /&gt;„Sieh mal“, sagte sie zu ihm. Langsam kam er näher, konnte jedoch nicht erkennen, was sie ihm zeigen wollte.&lt;br /&gt;„Da, zwischen den Steinen.“ Er sah hin, und konnte ein schwaches grünes Leuchten erkennen.&lt;br /&gt;„Was ist das?“, fragte er.&lt;br /&gt;„Ein Glühwürmchen“, antwortete sie ihm und schaute wieder auf das Leuchten. Ein Glühwürmchen? Jan hatte in seinem ganzen Leben noch nie ein Glühwürmchen gesehen. Er hatte immer geglaubt, die würde es nur in Amerika geben. Zumindest kannte er sie nur aus Filmen. Und jetzt merkte er auf einmal, dass direkt vor seiner Haustüre eines wohnte. Und als er genauer hinsah, konnte er sogar noch mehr leuchtende Punkte in der Mauer erkennen.&lt;br /&gt;„Ich muss jetzt los“, sagte das Mädchen und erhob sich dabei. Sie lächelte ihn noch einmal an und wünschte ihm eine gute Nacht.&lt;br /&gt;„Gute Nacht“, wünschte er auch ihr und wandte sich dann zur Haustür um, die schon offen stand.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wollte nicht eigentlich ich sie begleiten?&lt;/span&gt; Verwirrt drehte er sich nochmals zu dem Mädchen um, doch sie war schon in der Dunkelheit verschwunden. Schulterzuckend ging er ins Haus und schloss hinter sich ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Jan am nächsten Morgen erwachte, war er sich nicht mehr sicher, ob das gestern geschehene Wirklichkeit oder Traum war. Es klang einfach zu unglaublich. So vergingen die ersten Tage, ohne dass er sich weiter darum kümmerte. Als jedoch die Schule wieder anfing, ertappte er sich dabei, wie er neugierig nach dem Mädchen ausschau hielt, sie jedoch nicht finden konnte. Es hatte keinen Sinn, sie ging ihm nicht mehr aus dem Kopf und er setzte alles daran, herauszubekommen, wer sie war. Zuerst fragte er alle seine Freunde, jedoch niemand kannte jemand, auf den die Beschreibung zutraf. Verzweifelt betrachtete er jedes Foto in der lokalen Zeitung, um sie vielleicht dort irgendwo zu finden. Irgendwo bei den Geburtstagswünschen oder so. Doch nichts. Oft machte er auch des Nachts lange Spaziergänge, in der Hoffnung sie noch einmal zu treffen. Doch auch das brachte keinen Erfolg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst vier Monate später fand Jan heraus, wer das Mädchen war. Beim Ausräumen ihres Kellers war er auf eine alte Zeitung getroffen, die seine Mutter anscheinend aufgehoben hatte. Sie war mit 17. September 1996 datiert, das war vor über acht Jahren, und auf der Titelseite prangte das Bild des Mädchens, nach dem er so lange gesucht hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von den Geschichten, die seine Mutter ihm als Kind erzählt hatte, war zumindest eine wahr gewesen. Es war einmal ein Kind in dem Waldstück unweit ihres Wohnhauses entführt worden. Es handelte sich um ein Mädchen. Jan kannte das Mädchen. Er hatte es vor vier Monaten persönlich kennengelernt. Es war in einer nebligen Nacht passiert und man hatte ihre Leiche erst Tage später gefunden. Und trotz dem allem war sie noch einmal zurückgekehrt um ihm zu zeigen, dass die Nacht auch ihre schönen Seiten hatte. Und es hatte geklappt. Seit diesem Abend hatte Jan nie mehr Angst in der Dunkelheit.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-6252025468181630939?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/6252025468181630939/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=6252025468181630939' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/6252025468181630939'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/6252025468181630939'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/die-nacht.html' title='Die Nacht &lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Die Nacht.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-2524883670449646789</id><published>2007-03-02T11:12:00.000+01:00</published><updated>2007-04-06T10:39:38.948+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Flucht in die Realität </title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wie Feuer brennen die Muskeln in meinen Beinen. Schon seit einer halben Stunde renne ich durch die Straßen dieser Stadt. Weg von hier, weg von allem. Die meisten Leute sehen mich komisch an, wie ich so in meinem Anzug verschwitzt an ihnen vorbeirenne, doch es ist mir egal. Meinen Aktenkoffer habe ich schon lange weggeworfen. Er hat mich nur behindert und ich brauche ihn eh nicht mehr. Er ist nur voll gestopft mit sinnlosen Informationen. Blättern voller Zahlen mit den Aktienkursen der letzten Monate. Ich kann nicht glauben, dass ich mich jemals dafür interessiert habe. Ja, dass diese paar Zahlen eine Zeit lang mein ganzes Leben bestimmt haben. Doch jetzt habe ich mich geändert. Ich halte es hier nicht mehr aus. Halte es nicht mehr aus mit falschen Freunden, die sich nur mit mir abgeben, um ihre falschen Ideale zu erreichen: Geld, Macht, Wohlstand. Habe keine Lust mehr auf Drogen, die mir eine Welt vorgaukeln, wie sie nicht ist. Die mir Erlösung versprechen und mir das Gegenteil geben. Ich habe keine Lust mehr auf falsche Prioritäten. Keine Lust mehr auf den Kampf um ein hohes Einkommen. Keine Lust mehr auf schwankende Aktienkurse. Keine Lust mehr auf sichere Anlagen. Keine Lust mehr auf Pensionskürzungen. Keine Lust mehr auf Geld. Keine Lust mehr auf Luxus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es beginnt zu regnen. Schnell hat der Regen meinen Anzug durchnässt. Doch es stört mich nicht. Es freut mich sogar. Endlich spüre ich etwas Reales, etwas Lebendiges. Jahrelang habe ich mich davor geschützt. Vor dem Wetter. Vor der Natur. Vor der Freiheit. Ich habe mir einreden lassen, dass es schlecht ist, nass zu werden. Dass es schlecht ist, dreckig zu werden. Dass es schlecht ist, von der Natur berührt zu werden. Habe mir selbst einen Käfig gebaut. Einen Käfig aus Regenschirmen, Winterjacken, Schuhen, Anzügen, Mützen, Handschuhen, … Dachte, ich könnte die Natur aussperren. Jedoch habe ich mich damit eingesperrt. Und nun ist es dieser Käfig, der mich in den Wahnsinn treibt. Dieser Käfig, aus dem ich entrinnen will. Ich will endlich die Natur spüren. Will die Nässe ihres Regens spüren. Will die Kälte ihres eisigen Winterhauches spüren. Will die Erde fühlen, auf der ich lebe.&lt;br /&gt;Ich renne die Straße entlang. Rauschend dröhnen die Autos an mir vorbei. Autos voll von Leuten, die wahrscheinlich gerade auf dem Weg nachhause sind. Nachhause von einer Arbeit, die ihnen nicht gefällt, in ein Leben, das ihnen vielleicht noch viel weniger gefällt. Ich will dieses Leben nicht mehr. Ich will endlich Freiheit. Ich will endlich wissen, was es heißt, zu leben. Will wissen, was es heißt, Hunger zu haben. Will wissen, was ich esse, um meinen Hunger zu stillen. Will keinen Mikrowellenfraß mit massenweise Konservierungsstoffen und Chemie darin. Will den Duft der Natur riechen. Nicht mehr den Duft der Abgase der Stadt. Nicht den Duft der Parfums, die behaupten, gut zu riechen. Ich will den Duft richtiger Blumen riechen. Will den Duft der Wälder riechen. Will meinen eigenen Duft riechen.&lt;br /&gt;Ich will endlich Zeit, um über mich selbst nachzudenken. Und nicht über irgendwelche Politiker und ihre falschen Versprechungen. Nicht über die neueste Mode, die nur dazu gemacht wird, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich habe keine Lust mehr, Sachen zu glauben, die man mir als Wissen auftischt. Ich will nicht mehr glauben, etwas zu wissen. Ich will viel lieber wissen, etwas zu glauben. Ich will nicht mehr glauben, dass Kühe braun sind. Ich will nicht glauben, dass die Erde rund ist. Ich will nicht glauben, dass es irgendwo diese schönen unberührten Gebiete auf der Erde gibt, die man im Fernsehen immer sieht. Ich will es wissen. Und bevor ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, mit eigenen Ohren gehört und mit eigenen Gefühlen erlebt habe, weigere ich mich, zu wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich renne weiter. Mein Anzug ist durchnässt von Schweiß und Regen. Die Schmerzen in meinen Beinen spüre ich schon gar nicht mehr. Ich renne blindlings über die Straße, ich brauche keine Regeln mehr, ich will Freiheit. Ein paar Autos kommen mit quietschenden Reifen und dröhnenden Hupen zum Stehen. Ich wäre froh, diese falschen Klänge, diesen falschen Anblick, nicht mehr sehen zu müssen. Zu spät bemerke ich das Auto, dass von Links kommt und dessen Fahrer zu spät reagiert. Mit einem dumpfen Knall werden meine Füße vom Wagen ergriffen und mein Oberkörper wird auf die Motorhaube geschleudert. Ein rasender Schmerz durchfährt meinen Körper. Von der Motorhaube werde ich weiter über die Windschutzscheibe geschleudert. Kurz erblicke ich das verzerrte Gesicht des Fahrers in seinem Käfig aus Stahl. Dann werde ich in die Luft geschleudert. Noch vor ich auf dem harten Asphalt aufschlage, schwinden mir die Sinne.&lt;br /&gt;Endlich frei.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-2524883670449646789?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/2524883670449646789/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=2524883670449646789' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2524883670449646789'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2524883670449646789'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/flucht-in-die-realitt.html' title='Flucht in die Realität &lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Flucht.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-2051306192034116998</id><published>2007-03-02T11:09:00.000+01:00</published><updated>2007-04-06T10:39:01.545+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fantasy'/><title type='text'>Die Beute </title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zaghaft hob Talida ihre Augenlieder. Ein dumpfer Schmerz dröhnte in ihrem Kopf. Mit benommenem Blick sah sie sich im Raum um. Er war rechteckig und nicht sehr groß, die Wände waren aus großen Steinbrocken erbaut und in den Ritzen zwischen den Blöcken war grünlicher Schimmel zu erkennen. Kein Fenster war zu sehen und nur eine Tür, an der ihr gegenüberliegenden Wand, befand sich in dem Raum. Neben der Tür befand sich eine Fackel, die den Raum erleuchtete. An den Wänden, rechts und links von ihr, befanden sich, in ungefähr zweieinhalb Meter Höhe, jeweils zwei Handfesseln. Auch sie war an solche Handfesseln gekettet, wie sie erst jetzt richtig bemerkte. Die Lederriemen, die sie in der Höhe hielten, schnitten tief in ihre Handgelenke, doch sie spürte den Schmerz nur wie durch einen Schleier, da sie immer noch benommen war.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wo war sie hier? Wie war sie hier hergekommen?&lt;/span&gt; Sie konnte sich noch verschwommen erinnern, wie sie bis spät im Wirtshaus arbeiten musste, sie diente dort als Schankmaid. Als sie nachhause ging, wurde sie aus einer dunklen Gasse von mehreren grässlichen Kreaturen angegriffen. Sie konnte sich nicht mehr genau erinnern, wie sie ausgesehen hatten. Alles ging so schnell. Dann konnte sie sich noch an einen heftigen Schmerz in ihrem Hinterkopf erinnern und dann war da nur noch Schwärze, bis zu dem Zeitpunkt, als sie hier die Augen öffnete. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wie viel Zeit war vergangen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Dumpfe Schritte, die näher zu kommen schienen, rissen Talida aus ihren Gedanken. Noch bevor die Schritte bei der Tür angekommen waren, war dort ein Klicken zu hören und die Tür schwang quietschend auf. Kurz konnte sie einen Blick auf das Wesen werfen, dass sie öffnete. Hatten nicht solche Geschöpfe sie angegriffen?&lt;br /&gt;Doch bevor sie genauer darüber nachdenken konnte, wurde ihre Aufmerksamkeit auf den Mann gezogen, der jetzt in die Tür trat. Er war in einen eleganten schwarzen Anzug gekleidet, der von einem ebenfalls schwarzen Umhang umhüllt wurde. Sein Gesicht war bleich und ein Ausdruck der Freude lag darin. Langsam kam er auf Talida zu und seine Mundwinkel kräuselten sich bei ihrem Anblick.&lt;br /&gt;„Du bist also endlich aufgewacht?“, fragte der Mann mit ruhiger aber gebieterischer Stimme. Talida nahm all ihre Kraft zusammen.&lt;br /&gt;„Wo bin ich hier? Was willst du von mir?“, presste sie hervor. Sie fühlte keine Angst, sie war viel zu benommen für dieses Gefühl, aber sie fühlte sich bedroht und sie wollte sich wenigstens so gut es ging verteidigen. Der Mann antwortete nicht. Er kam nun ganz an sie heran und streckte eine seiner Hände nach ihrem Gesicht aus. Seine, in schwarze Samthandschuhe gekleidete, Hand strich über die zarte Haut ihrer Wange zu ihrem Kinn und mit leichtem Druck hob er ihr Gesicht, um ihr direkt in ihre tiefen schwarzen Augen zu sehen.&lt;br /&gt;„Was bist du nur für ein schönes Kind?“, flüsterte er mit seiner ruhigen Stimme und betrachtete sie interessiert. „Du warst bestimmt begehrt bei den Männern aus dem Dorf.“ Er nahm seine andere Hand und strich ihre eine Strähne ihres schwarzen lockigen Haares aus dem Gesicht. Gebannt verfolgte sie seine Augen. Ein erschrockener Ausdruck erschien auf seinem Gesicht. Ein Strich bereits geronnen Blutes war auf ihrer Wange zu sehen.&lt;br /&gt;„Haben dir meine Ghule wehgetan?“, fragte er sie, wartete aber gar nicht erst auf die Antwort. „Dafür werden sie bezahlen, das verspreche ich dir.“ Mit einem schnellen Blick sah er ihr wieder in die Augen.&lt;br /&gt;„Wie alt bist du mein Kind? Zwanzig, oder gar noch jünger?“, sprach er und musterte dabei forschend ihr Gesicht.&lt;br /&gt;„Erst neunzehn“, antwortete Talida mit zitternder, rauer Stimme, die nicht nur von ihrer Schwäche herrührte. Die betörende, ruhige Stimme des Mannes hatte sie verzaubert.&lt;br /&gt;„Du bist ein reifes Mädchen für dein Alter“, flüsterte der Mann nun wieder. Er schien mit sich selbst zu reden und mit seinem Blick musterte er sie von oben bis unten. Langsam trat er noch näher an sie heran. Seine rechte Hand ruhte immer noch unter ihrem Kinn und hielt ihren Kopf in der Höhe. Ihre Lippen berührten sich fast. Sie konnte seinen warmen Atem spüren. Seine andere Hand wanderte derweil an ihrer Seite hinab. Seine sanfte Berührung wurde durch den rauen Leinenstoff ihrer Kleidung noch um einiges verstärkt und ein wohliger Schauer lief ihr über den Rücken.&lt;br /&gt;„Wie wunderschön du doch bist.“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, doch in dem absolut stillen Raum schien sie alles einzunehmen. Zärtlich küsste er sie. Trotz der Benommenheit konnte sie die Lust spüren, die er in ihr erweckte. Obwohl sich seine sanften Lippen kühl auf ihrer Haut anfühlten, entfachten sie doch ein unstillbares Feuer unter ihrer Haut. Ein leises Stöhnen entfuhr ihr, als seine Küsse langsam von ihrem Hals in Richtung ihres Mundes wanderten. Sie wollte seinen Kuss erwidern, wollte seine zarten Lippen endlich auf den ihren spüren, wollte seine ganze Leidenschaft empfangen, doch er wich ihren Lippen geschickt aus und riss ihren Kopf an den Haaren zurück. Ein leiser Schrei entfuhr ihr, doch er kam mehr aus Überraschung als aus Schmerz, denn durch den Schleier aus Benommenheit und Lust spürte sie den Schmerz gar nicht, genauso wenig wie den, der von ihren Handgelenken ausging. Auch das Gefühl der Gefahr war vorüber und war treuer Ergebenheit gewichen. Dieser Mann hatte etwas, das sie brauchte, und sie würde alles tun, um es zu bekommen.&lt;br /&gt;Noch immer hatte er ihre Haare nicht losgelassen und so stand sie weiterhin, mit weit nach hinten gebeugtem Kopf, da, als sie spürte, wie er wieder begann, ihren Hals zu küssen. Langsam wanderten seine Küsse über ihre Kehle und dann auf die andere Seite ihres Halses. Mit geschlossenen Augen lies sie seine Liebkosungen über sich ergehen.&lt;br /&gt;„Wie heißt du eigentlich?“, hörte sie die Stimme des Mannes rau an ihr Ohr dringen. Zuerst konnte sie gar nicht antworten, so belegt war ihre Stimme. Außerdem bemerkte sie erst jetzt, wie schnell sie atmete.&lt;br /&gt;„Talida“, brachte sie dann heiser hervor. Sie öffnete kurz die Augen und sah, dass der Mann ihr genau in die Augen blickte. Er sah lächelnd auf sie herab.&lt;br /&gt;„So, Talida. Ein schöner Name“, sagte er und seine freie Hand strich von ihrer Wange über ihre Brust zu ihrer Hüfte. Diese Berührung lies sie erzittern und sie stöhnte leise auf. Sie hatte die Augen wieder geschlossen und spürte wieder die sanften Lippen des Mannes auf ihrem Hals. Langsam war sie froh über die Lederriemen an der Wand. Ohne sie hätte sie sich wahrscheinlich nicht mehr auf den Beinen halten können. Langsam bahnten sich seine Küsse wieder einen Weg in Richtung ihrer Wange.&lt;br /&gt;„Du bist so wunderschön“, flüsterte der Mann zwischen den Küssen. Er war nun bei ihrem Ohr angekommen. Zärtlich biss er ihr ins Ohrläppchen und sie stieß ein Stöhnen aus, um der schon fast schmerzhaft großen Lust Ausdruck zu verleihen.&lt;br /&gt;„So wunderschön“, hauchte er ihr ins Ohr, wobei er so nahe herankam, dass sie seinen Atem in ihrem Ohr spüren konnte und ein Zittern sie durchfuhr.&lt;br /&gt;„Doch leider für immer verloren.“ Die Eckzähne des Mannes bohrten sich tief ins Fleisch ihres Halses und sie bäumte sich unter dem Schmerz auf. Doch schon Augenblicke später umfing sie die barmherzige Dunkelheit.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-2051306192034116998?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/2051306192034116998/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=2051306192034116998' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2051306192034116998'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/2051306192034116998'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/die-beute.html' title='Die Beute &lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Die Beute.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-7637073147729527990</id><published>2007-03-02T11:05:00.000+01:00</published><updated>2007-04-06T10:38:26.202+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fantasy'/><title type='text'>Die Hexe </title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Als Martin aufwachte, lag das Zimmer, in dem er sich befand, in fast vollkommener Dunkelheit. Nur ein dämmriges, flackerndes Licht, das zum Fenster hereinschien, erhellte das Zimmer leicht. Sofort war er hell wach.&lt;br /&gt;Wie lange habe ich geschlafen? Ist es schon vorbei?, schossen ihm die Gedanken durch den Kopf. Mit einem Satz war er beim Fenster. Auf dem Marktplatz vor dem Fenster sah er vier Holzhaufen, die am Rande des Platzes aufgestellt waren. Einige Leute aus dem Dorf hatten sich darum versammelt. In der Mitte des Platzes stand ein weiterer Holzhaufen. Dieser war größer und brannte noch nicht. Dies war der Scheiterhaufen. Sein Blick schweifte vom Marktplatz zu den, mit Stroh gedeckten, Dächern der Häuser.  Hinter ihnen konnte er noch ein leichtes rosahnes Leuchten sehen.&lt;br /&gt;Sie sind heute früh dran, haben es wohl eilig, dachte Martin sich und spürte eine leichte Bitterkeit in sich.&lt;br /&gt;Ein hoher, schmerzerfüllter Frauenschrei riss ihn aus seinen Gedanken. Er sah nach rechts, der Richtung, aus der der Schrei kam, und erblickte die Frau, die geschrien hatte. Sie war an einen Pfahl gefesselt, von dem sie jetzt von zwei kräftigen Burschen befreit wurde. Martin kannte die Burschen. Es waren die Söhne des alten Roland. Die Frau war nun frei und wurde von den beiden Burschen festgehalten, da sie sich wehrte, so gut sie konnte. Doch es hatte keinen Sinn.&lt;br /&gt;Ob die Burschen wissen, was sie da gerade machen?, fragte sich Martin.&lt;br /&gt;Die Schreie der Frau wurden immer panischer und schriller, je näher sie dem Scheiterhaufen kam. In diesen Schreien war nichts mehr von der bezaubernden Stimme, mit der die Frau noch vor wenigen Tagen im Hirschen, der Dorfschänke, zum Klang ihrer Laute gesungen hatte. Sie war eine wandernde Bardin, erst vor wenigen Tagen hier angekommen. Sie fragte den Wirt, ob sie in seiner Schänke für eine gerechte Entlohnung singen dürfe und er stimmte dem Handel zu. Martin war an diesem Abend, so wie fast alle aus dem Dorf, auch im Hirschen, und musste anerkennend zugeben, dass die Frau ein wunderbares Talent besaß. Es war lange her, dass im Hirschen so viele Leute waren und Andreas, der Wirt, machte mit Sicherheit das Geschäft seines Lebens. Doch als die Frau ihre Entlohnung abholen wollte, war Andreas auf einmal geizig und wollte ihr nicht den vereinbarten Betrag zahlen. Statt einer Goldmünze rückte er nur vier Silbermünzen heraus.&lt;br /&gt;„Du warst nicht so gut, wie du behauptet hast“, verteidigte er sich. „Ich habe fast nichts eingenommen und würde ohne Verdienst aus diesem Geschäft aussteigen.“  Alle wussten, dass dies nicht stimmte, doch was sollte die Frau schon machen? Sie war alleine hier in diesem Dorf. Also zog sie mit einem wütenden Blick von dannen.&lt;br /&gt;Der Wirt lächelte sich ins Fäustchen und freute sich über sein gutes Geschäft. Doch noch in derselben Nacht wurde er sehr krank und der nächste Tag begann für ihn im Fieber. Keiner wusste genau, um was es sich handelte. Irgendeiner musste dann einen Verdacht gegen die Frau geäußert haben, mit der sich der Wirt gestern gestritten hatte. Dieses Gerücht verbreitete sich wie eine Seuche in dem kleinen Dorf. Und es ging nicht lange, bis die Frau öffentlich beleidigt wurde.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wäre sie in diesen Tagen doch nur abgereist&lt;/span&gt;, dachte Martin verzweifelt. Doch sie war geblieben.&lt;br /&gt;Schon zwei Tage später, Markus lag immer noch im Fieber, wurde die „Hexe“, wie sie im Dorf jetzt nur noch genannt wurde, vor Gericht gezerrt und dem Schadenszauber beschuldigt. Sie habe dem Wirt „den bösen Blick“ zugeworfen, sagte man. Klar hatte sie dem Wirt einen bösen Blick zugeworfen, schließlich hatte er sie um sechs Silbermünzen betrogen. Doch mit dem „bösen Blick“ war der Blick gemeint, mit dem Hexen anderen Menschen Schaden konnten.&lt;br /&gt;Natürlich stritt die Frau alles ab, doch keiner glaubte ihr, außer Martin. Da er es, trotz seiner erst 24 Jahre, schon zu einem ansehnlichen Ruf gebracht hatte und außerdem bei dem Streit anwesend war, wurde auch er als Zeuge geladen. Er wollte für die Frau kämpfen, wollte Gerechtigkeit. Der Wirt war nicht verzaubert worden, jeder wusste, dass er mit seinen 43 Lenzen nicht mehr zu den Jüngsten zählte. Außerdem lebte er nicht gerade gesund. Seinem Bauch nach zu urteilen mundete ihm sein Hirschbraten, für den er so berühmt war, selbst ziemlich gut. Und es war auch kein Geheimnis, dass er sich gerne zu seinen Gästen setzte und einige Biere trank. So war es nicht verwunderlich, dass sein Leben langsam dem Ende zugehen musste. Doch der Verstand der Dorfbewohner war anscheinend schon so verseucht, dass keiner ihm glauben schenkte. Alle wollten nur eines, die Hexe soll auf dem Scheiterhaufen brennen. Doch Martin setzte sich weiter für sie ein. Wollte einfach nicht glauben, dass seine alten Freunde, die ihn seit der Kindheit kannten, ihm nicht glaubten. Doch er konnte keinen von ihnen umstimmen. Sie war keine Hexe, so wenig, wie er ein Hexer war, das wusste er. Er hatte lange mit ihr gesprochen. Doch auf dem nahrhaften Boden aus Angst und Misstrauen war die Pflanze der Rachsucht schnell in den Herzen der Menschen gewachsen, und nun konnte sie von der Vernunft nicht mehr gestutzt werden.&lt;br /&gt;Mittlerweile war die Frau schon fast bis zum Scheiterhaufen geschleppt worden. Ihre Schreie waren nun in ein verzweifeltes Schluchzen übergegangen und sie wehrte sich auch nicht mehr gegen die starken Arme der beiden Burschen, sondern lies ihren Körper, wie leblos mitschleifen. Neben dem Scheiterhaufen stand schon ein weiterer Mann mit einer Fackel bereit. Er hatte sein Gesicht hinter einer Maske verborgen. Doch Martin wusste, dass es sich um den alten Herbert handelte. Es war nicht die erste Hexenverbrennung hier im Dorf und er hatte diese Aufgabe immer übernommen. Mittlerweile hatte sich das komplette Dorf versammelt, keiner wollte solch ein Ereignis verpassen. Die Leute bildeten eine Schneise durch die die Frau die letzten Meter zum Scheiterhaufen geschleppt wurde. Martin dachte, dass er nicht mehr länger zusehen sollte, aber er konnte nicht anders, als an seinem Fenster sitzen zu bleiben, um das grausame Treiben zu beobachten. Die Leute in den vordersten Reihen der Schneise spuckten die Frau an und beschimpften sie aufs Schlimmste.&lt;br /&gt;Es erinnerte ihn an den Tag, an dem das endgültige Urteil gefällt wurde, es war noch kaum zwei Tage her. Wie jetzt schimpften und spuckten die Menschen die hilflose Frau an. Das Urteil war schon längst gefällt, das wusste Martin. Trotzdem nahm er nochmals allen Mut zusammen und stellte sich vor die Frau und verteidigte sie. Er appellierte ein letztes Mal an die Vernunft der Leute, doch es half nichts. Und mitten in seiner Rede ertönte auf einmal ein Schrei aus der Menge:&lt;br /&gt;„Er hat sich mit der Hexe verbündet! Seht ihr es denn nicht? Sie hat ihn verzaubert!“ Ein kalter Schauer durchlief Martin bei diesen Worten.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Mein ganzes Leben hatte ich hier bei diesen Leuten verbracht und von einem Moment auf den anderen verlor ich alle meine Freunde, und alle glaubten, ich wäre wirklich mit der Hexe und dem Teufel im Bunde.&lt;/span&gt; Damals hatte er schockiert und verwundert in die Gesichter seiner ehemaligen Freunde gesehen, doch in allen war nur Kälte und blanker Hass geschrieben. Keiner bezweifelte seine Schuld.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Draußen war die Frau mittlerweile an den Pfahl gebunden worden. Leblos hing ihr Körper daran herab.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Vielleicht ist sie ja ohnmächtig geworden?&lt;/span&gt;, dachte sich Martin voller Hoffnung. Als der Scheiterhaufen entzündet wurde, hatte sich der Kreis darum geschlossen und alle starrten wie gebannt auf die Hexe, als hätte sie die ganze Menge auf einmal wirklich verzaubert. Das Feuer fraß sich langsam aber unbarmherzig zu ihr hoch, und als die ersten Flammen an ihr hoch züngelten und ihr dreckiges Kleid entzündeten, verschwand die Hoffnung von Martin, sie könnte ohnmächtig sein. Mit ihrer heiseren Stimme schrie sie die Schmerzen aus sich hinaus, die das Feuer ihr zufügte. Immer höher schlugen die Flammen und immer höher wurden die Schreie, bis sie mit einem Schlag in der riesigen Feuersbrunst erstarben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das alles beobachtete Martin durch sein Fenster. Durch sein vergittertes Fenster. Und er wusste, dass er der nächste war, der dort brennen würde.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-7637073147729527990?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/7637073147729527990/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=7637073147729527990' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/7637073147729527990'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/7637073147729527990'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/die-hexe.html' title='Die Hexe &lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Die Hexe.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-1126867085764672157</id><published>2007-03-02T11:03:00.000+01:00</published><updated>2007-04-06T10:37:16.033+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><title type='text'>Samstagvormittag </title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wieder einmal werde ich von dem Läuten meines Weckers aus meinen Träumen gerissen. Dieses schrille Geräusch, das schon mein halbes Leben lang ein Vorbote für einen weiteren trostlosen Tag ist. Egal, ob es mich unter der Woche geweckt hat, damit ich rechtzeitig in die Schule oder in die Arbeit komme, oder ob es mich an Samstagen geweckt hat, um die Extraschicht in der Firma rechtzeitig zu erreichen, immer bedeutete es etwas Schlechtes. Und mit der Zeit begann ich das Geräusch zu hassen. Und auch dieses Mal bedeutet das Geräusch nichts Gutes. Ich muss heute noch einkaufen gehen. Ich hasse einkaufen, aber es geht nicht anders. Ich habe kaum noch was da und am Wochenende brauch ich ja auch noch was zu essen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich mir meine Jeans, die wieder mal gewaschen werden sollte, angezogen und einen Pullover übergestreift habe, gehe ich in die Küche, um mir was zu essen zu suchen. Der Kühlschrank ist bis auf eine Packung schon lange abgelaufener Milch leer und im Brotkasten ist auch nur ein altes und trockenes Stück Brot zu finden. Ich würge das trockene Brot mit einem Glas Wasser hinunter und nehme mir vor, im Geschäft noch Muffins oder so was zu kaufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer kurzen Autofahrt durch eine düstere Landschaft unter einem wolkenverhangenen Himmel, der auf baldigen Regen hindeutet, komme ich dann beim Laden an. Schon als ich auf den Parkplatz einbiege, sehe ich, dass sich das frühe Aufstehen nicht gelohnt hat. Obwohl es erst kurz nach acht ist, ist der Parkplatz schon fast voll und ein akkurater Strom von Leuten drängt sich ins Geschäft hinein und ein zweiter aus dem Geschäft heraus. Das kann ja heiter werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem ich mir einen Einkaufswagen geholt habe, begebe ich mich selbst in das Gedränge. Da ich nicht viel brauche, versuche ich so schnell es geht wieder aus diesem Geschäft zu kommen. Zuerst manövriere ich meinen Wagen zur Gebäckabteilung. Vorbei an Leuten, die anscheinend alle schon weit über 60 sind. Wie fast leblose Gestalten wanken sie an mir vorbei, stehen an Regalen und sehen sich nach dem neuesten Sonderangebot um oder stellen sich irgendwo an den unpassendsten Stellen mit ihren Einkaufswagen zusammen und fangen an, über ihre großen und kleinen Wehwehchen zu diskutieren. Ich versuche, nicht auf sie zu achten. Doch noch bevor ich zwei Muffins und einen  Sechserpack Semmel in meinen Wagen gepackt habe, beschleicht mich wieder dieses panische Gefühl, das ich immer habe, wenn ich einkaufen gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Nächstes sollte ich eigentlich zur Wursttheke, doch als ich die vielen alten Frauen dort anstehen sehe, vergeht mir die Lust daran. Ich hasse es, wie sie minutenlang dort stehen können und sich mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin unterhalten. Wie der Verkäufer oder die Verkäuferin die alten Frauen dann gespielt anlächeln und so tun, als würde es sie interessieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also geht es weiter zur Tiefkühlabteilung. Auf dem Weg dorthin komme ich an einer jungen Mutter mit ihrem etwa vierjährigen Kind vorbei. Wenigstens lässt jetzt das Gefühl etwas nach, sich in einem Altersheim zu befinden. Das Kind fragt seine Mutter gerade, ob es ein Spielzeugauto haben darf. Die Mutter will davon aber nichts wissen und sagt dem Kind, dass dieses Spielzeugauto gar nicht gut sei und dass es bestimmt schon beim dritten Mal spielen kaputt geht. Sie nimmt einen kleinen Teddybären aus dem Regal und erklärt ihrem Kind, dass dieses Spielzeug viel besser wäre. Ohne hinzusehen, weiß ich, dass der Teddybär um einiges billiger ist, als das Spielzeugauto.&lt;br /&gt;Wie kann man nur so geldgierig sein?, denke ich mir, ohne etwas dagegen tun zu können. Bevor ich um die Ecke des Regals biege, blicke ich noch kurz in das unzufriedene Gesicht des Kindes und versuche, die Wut zu unterdrücken, die in mir hochkommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz vor der Tiefkühlabteilung werde ich noch von einer dieser alten Frauen, die sich gerade über ein Sonderangebot beugt, gestoppt. Da das ganze Geschäft mit Osterartikeln voll gestopft ist und mir ihr Wagen den Weg versperrt, bleibt mir nichts anderes übrig, als zu warten. Ich frage mich, was so alte Leute dazu treibt, sich Samstag morgens in dieses Chaos zu stürzen. Sie hätten die ganze Woche Zeit, um einzukaufen, aber anscheinend ist Samstagmorgen der beste Termin. Vielleicht genau darum, weil so viele Leute in den Geschäften sind. Wahrscheinlich hoffen sie darauf, jemanden zu treffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem die alte Frau platz gemacht hat, schnappe ich mir im Vorbeigehen einen Liter Milch aus dem Kühlregal und packe mir dann an der Tiefkühltruhe drei Pizzen und zwei Baguettes ein, das müsste fürs Wochenende reichen. Ich frage mich noch, wie weit es mit mir eigentlich gekommen ist, das ich mich eigentlich ausschließlich von diesem Tiefkühlzeug ernähre, obwohl ich weiß, dass es nicht wirklich gesund ist, aber der Gedanke daran, von hier zu verschwinden, gewinnt wieder einmal die Überhand und so fahre ich zur Kassa.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An der Kassa ist wie immer eine lange Menschenschlange. Die meisten Leute werden wieder einmal mehr eingekauft haben als sie eigentlich brauchen. Wahrscheinlich werden sie sogar einige Sachen gekauft haben, die sie gar nicht brauchen, von denen sie aber durch Werbung überzeugt wurden, dass sie sie brauchen. Vor mir befindet sich wieder eine ältere Frau. Ich frage mich schon langsam, ob das Zufall sein kann. Hinter mir hat sich eine Frau mit einem Baby eingereiht.&lt;br /&gt;„Mag Guti“, höre ich das Baby jammern.&lt;br /&gt;„Nein, das ist Gagga“, kommt von seiner Mutter in leicht gereiztem Ton und eigentlich bin ich kein bisschen überrascht. Doch das Baby gibt nicht auf und jammert weiter, bis sich sein Jammern in zorniges Geschrei verwandelt. Normalerweise ist ja Babygeschrei das Allerletzte, was in an einem stressreichen Tag brauche, aber in diesem Moment wirkt es für mich auf Komische weise erlösend. Endlich mal jemand hier, der seine Stimme erhebt. Der noch protestiert, wenn ihm was nicht passt. Ich frage mich, ob ich auch mal so war. Vielleicht war ich es ja mal, aber heute fresse ich den ganzen Zorn immer in mich hinein und ich schätze, mit dem Baby wird es auch nicht anders werden. Es wird auch noch lernen, seinen Mund zu halten und zu gehorchen. Die Frau vor mir ist mittlerweile am bezahlen. Anscheinend ist sie schon so alt, dass sie nicht mal mehr das Geld abzählen kann denn die Kassiererin nimmt es ihr aus der Geldtasche. Ich frage mich, wie oft die alte Frau so schon betrogen wurde. Als ich drankomme, grüße ich die Kassiererin freundlich und setze ein Lächeln auf. Ich weiß zwar nicht, warum ich das tue, aber irgendwie muss es einfach sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich dann endlich auf dem Weg nach Hause bin, frage ich mich, ob ich auch irgendwann so werden würde, wie die Menschen, die ich getroffen habe. Ob ich auch einmal ein Kind haben werde, dass ich mit billigem Spielzeug ruhig zu stellen versuche, ob ich auch mal so alt werde, dass ich am Samstag Vormittag einkaufen gehen muss, um mich mit ein paar Leuten zu unterhalten. Und irgendwie bin ich mir sicher, dass es so werden wird. So, wie ich mich vom rebellischen Baby zu dem entwickelt habe, was ich jetzt bin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich versuche mich von diesen Gedanken abzulenken und mich in dieses „Weekend Feeling“ zu versetzen, das in der Werbung angepriesen wird. Doch gelingt es mir nicht wirklich und auch der in der Zwischenzeit eingesetzte Regen macht die Sache nicht besser. Aber wenigstens muss ich eine Zeit lang nicht mehr einkaufen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-1126867085764672157?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/1126867085764672157/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=1126867085764672157' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1126867085764672157'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1126867085764672157'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/samstagvormittag.html' title='Samstagvormittag &lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Samstagvormittag.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-4262747829473670283</id><published>2007-03-02T10:48:00.000+01:00</published><updated>2007-04-06T10:35:39.954+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fantasy'/><title type='text'>Die drei Goblins und die Fee </title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es war einmal vor langer, langer Zeit, in einem weit, weit entfernten Land. Drei Goblins waren auf Wanderschaft durch den Wald der 1000 Geschichten. Nebel lag einem Schleier gleich zwischen den Bäumen, durch die die Goblins stapften. Seit Tagen hatten sie keine Mahlzeit mehr gesehen und ihre Laune war dementsprechend.&lt;br /&gt;„Ich wünschtä, wia hätt´n was zu essen!“, sagte Brozko, der Älteste.&lt;br /&gt;„Ja, wia hamn schon seit Tagen nix mea gegessn“, antwortete Frozko, der Zweitälteste.&lt;br /&gt;„Jätzt stellt euch ma nich so an!“ antwortete Krozko, der Jüngste&lt;br /&gt;„Wie schön weas jätzt, wenn wia ainen Wunsch frai hättn. Ich würd mia jedä Mengä Gold wünschn, dann könnte ich mia alles kaufn, was ich will“, sagte Brozko, ohne auf Krozko zu achten.&lt;br /&gt;„Ja, das würd ich mir auch wünschn, dann könnt ich mia kaufn, was ich will!“ sagte auch Krozko!&lt;br /&gt;„Ne!“, schrie Brozko. „Du willst mia imma nua alles nachmachn. Das mit dem Gold wa meine Idee!“&lt;br /&gt;In der kurzen Stille, die eintrat, konnte man den gar lieblichen Gesang von ein paar Vögeln in der Ferne hören.&lt;br /&gt;„Un was wüadest du dia wünschn?“, fragte Frozko seinen kleinen Bruder Krozko.&lt;br /&gt;„Ich bin wunschlos glücklich“, antwortete Krozko. „Ich wüad mia nua wünschn, dass ia aufhöat, euch zu streitn.“&lt;br /&gt;Die anderen waren noch nicht mal dazu gekommen, ihren Mund aufzumachen, als eine liebliche Stimme aus einem Busche sprach:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;„Durch Zufall euer Gespräch ich hörte,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;indem ihr besprachet, was euch störte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Drei Wünsche ich vernahm,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;doch jeder aus einem anderen Munde kam.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ich könnt sie euch erfüllen, wenn ihr wolltet,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;doch jammert nicht, wenn ihr nicht zufrieden sein solltet.“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Mit diesen Worten entstieg dem Busch eine kleine Frau mit Flügeln, in der Form einem Schmetterking gleich, und auch ihre Größe ähnelte den wundervollen Tieren sehr. Blaues Licht umschimmerte sie und glitzernder Staub zeichnete ihren Weg in die Luft.&lt;br /&gt;„Was´n´das fü´ne olle Tante?“, sprach Brozko, als die Gestalt sich ihnen vollends zu erkennen gab.&lt;br /&gt;„Sai still!“, sagte Frozko. „Das is ne waschechte Fee!“&lt;br /&gt;Und der kleine Krozko trat vor und sprach: „Said gegrüßt wärte Fee. Wia freuän uns, euch zu träffen.“&lt;br /&gt;Die Fee kicherte und sprach:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;“Fast wie ein Gelehrter wählt ihr euer Wort´,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;doch habt ihr keinen Wunsch, so bin ich wieder fort.“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;„Nein, nein, nein!“, rief Frozko da. „Wia hamn vielä Wünschä.“&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;„Nun gut“&lt;/span&gt;, sprach die Fee.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;„doch hört zuerst die Regeln an,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;damit man mich nachher nicht beschuldigen kann:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Drei Wünsche stehen euch frei,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;jedem nur einer, nicht zwei oder drei.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Von heut an werd´ ich dreimal abends kommen,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;und erst gehen, sobald ich euren Wunsch vernommen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Sogleich werd´ ich ihn euch dann auch erfüllen,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;und mich bis zum nächsten Abend in Schweigen hüllen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Doch wählt euren Wunsch mit bedacht,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;so mancher hat schon zu früh gelacht,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;weil er nicht an die Konsequenzen gedacht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wer wird der Erste sein? Ihr müsst euch entscheiden,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;nur noch wenige Stunden euch bleiben.“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Kaum hat sie´s gesprochen, war die Fee auch schon verschwunden.&lt;br /&gt;„Was meinte diese Fee? Wia hättn einen Wunsch bai ia frei?“, fragte Brozko.&lt;br /&gt;„Ja, sie meinte, wia solltn uns entscheidn wea seinen Wunsch als easta sagen daf“, antwortete Frozko.&lt;br /&gt;„Ja, das is ja wol kla, dass ich das sein weade!“, sagte Brozko mit einem Lächeln auf dem Gesicht und keiner wollte was dagegen sagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lange erschienen die Stunden des Wartens und erst als die rote Abendsonne ihren Weg über die Berge schon fast vollendet hatte, vernahmen die Goblins wieder die vertraute Stimme:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;„Hier bin ich nun um euch zu fragen:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wer wird mir seinen Wunsch fortragen?“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Brozko war schon auf den Beinen, lang, bevor sie fertig war. Schnell rief er aus:&lt;br /&gt;„Ich! Ich bin da easte. Ich wünsche mia, dass meinä Taschen imma volla Gold sind und dass ich nie wieda arm bin.“&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;„So soll es sein“&lt;/span&gt;, sprach die Fee und war verschwunden.&lt;br /&gt;Als die beiden anderen Brozko ansahen, stand ihnen die Neugierde ins Gesicht geschrieben. „Und, hats gewiakt?“, fragte Frozko.&lt;br /&gt;Brozko zog seine Hände aus den Taschen und ein breites, glückliches Lächeln stand ihm ins Gesicht geschrieben. Seine gelben Zähne überstrahlten fast das Glänzen des Goldes, das er in seiner Hand hielt.&lt;br /&gt;„Woa,“ brach es aus Frotzko erstaunt hervor. „so viel Gold auf einem Haufen hab ich noch nie gesehn.“&lt;br /&gt;Doch die Quelle des Goldes schien nicht zu versiegen und so zog Brozko immer mehr Münzen aus seinen Taschen. Bald tanzten sie zwischen über hundert, im Mondlicht glitzernder, Münzen.&lt;br /&gt;Als die Mitternacht näher rückte, spürten die Goblins die Müdigkeit in ihren Knochen und Brozko begann die Münzen wieder einzusammeln. Frozko wollte ihm helfen, doch Brozko schrie:&lt;br /&gt;„Geh wäk, das sind meinä Münzn, du kannst dia selbst welchä wünschn, wenn moagn die Fee wida kommt“, Frozko sah ihn ein wenig beleidigt an.&lt;br /&gt;„Das wead ich sicha nicht machen. Ich wead mia von da Fee was viel bessares Wünschn, als so n paar doofe Münzn“, gab er zurück.&lt;br /&gt;„Das will ich sehn!“, lachte Brozko. „Was bessares als Münzn gibt’s gar net!“&lt;br /&gt;„Du wiast ja schon sehn“, murmelte Frozko.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der nächste Tag war erfüllt von Brozkos Ausschweifungen darüber, was er mit seinem Gold machen würde, wenn sie wieder in die Stadt kamen. Und so freuten sich alle, als der Himmel wieder eine dunkle Färbung annahm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als die Sonne ihre letzen Strahlen über den Wald schickte, erschien die Fee zum zweiten Mal und sprach:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;“Nun bin gekommen um den Zweiten nach seinem Wunsch zu fragen,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;ich hab noch viel zu tun und ich hoff´, er wird’s mir gleich sagen.“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Doch Frozko war schon aufgesprungen und aller Augen waren auf ihn gerichtet, da alle gespannt waren, was er sich wünschen würde. Er sprach:&lt;br /&gt;„Ich wünsch mia ewiges Leben, damit ich bis in alle Ewigkait auf dea Wält leben kann und mich nicht mea füachten muss, dass mich eina dea Orkze abmurkst. Das is nämlich viel bessa als alles Gold der Wält.“ Er warf Brozko einen hämischen Blick zu.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;„So soll es sein“&lt;/span&gt;, sprach die Fee und war verschwunden.&lt;br /&gt;„Und, was is?“, fragte diesmal Brozko neugierig.&lt;br /&gt;„Naja, ich waiß nicht, wi solln wias testn?“, fragte Frozko bekümmert.&lt;br /&gt;„Schnaid dia doch einfach mal mit nem Mässa in die Hand“, riet ihm Krozko.&lt;br /&gt;Frozko tat wie ihm geheißen und siehe da, die Wunde schloss sich fast schneller als er sie geschnitten hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fast die ganze Nacht durch und auch noch am nächsten Tag war die Lichtung erfüllt vom Streit zwischen Brozko und Frozko, darum, wer nun den besseren Wunsch hatte.&lt;br /&gt;„Wenn wia wida draußn sind, dann kauf ich mia von meinem Gold ein riesiges Haus und jede Menge zu futtern“, sagte Brozko so laut, dass es auch Frozko hören konnte.&lt;br /&gt;„Un, was nützt dia dein großes Haus und das Essen, wenn die Orkze kommen und dia auf den Schädel hüpfen, weil sie dein Gold wollen?“, fragte Frozko gehässig.&lt;br /&gt;„Die können schon kommen die blödn Orkze. Ich kauf mia die besten Leibwächta, die es gibt. Einen Riesen und einen Drachen und noch alle anderen, die ich finde, und die weadn mich dann beschützen. Die Orkze werden höchstns auf deinem Schädel rumhüpfen. Und wenn sie dann sehen, dass dea ga nicht kaputt gehn tut, dein Schädel, dann weadn sie noch viel länga drauf rumhüpfn und dann siehst du ja, wie toll so ´n ewiges Leben ist“, sprach Brozko und lachte bei dieser Vorstellung.&lt;br /&gt;„Und glaubst du wiaklich, dass diese Leibwächta dia gehorchn weadn? Die weadn die in den Arsch tretn und dia dann deine Hose klauen, damit sie dain ganzes Gold haben“, gab Frozko zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So ging es den ganzen Tag. Als die Dämmerung hereinbrach, schien keiner Interesse daran zu verspüren, welchen Wunsch Krozko wohl äußern würde. Als die Fee erschien, waren Frozko und Brozko gerade damit beschäftigt, sich Münzen um den Kopf zu werfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fee tauchte neben Krozko auf und sprach:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;“Hier bin ich nun ein letztes Mal.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Und wie lautet deine Wahl?“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;„Nunja,“ stotterte Krozko herum. „ich wünschä mia, dass wia alle wida Freundä sind und sich die beiden nich mea streiten.“&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;“So soll es sein“&lt;/span&gt;, sprach die Fee und verschwand.&lt;br /&gt;Im gleichen Augenblick verschwand auch das Geschrei der beiden Kämpfenden hinter Krozko. Doch schon Augenblicke später erklang ein neuer Schrei:&lt;br /&gt;„Wo is mein Gold?!“, hörte man Brozko schreien.&lt;br /&gt;Schnell rannte Krozko zu den beiden und wahrlich war keine Münze mehr zu sehen und auch Brozkos versuche, eine Münze aus seiner Tasche zu ziehen, schlugen fehl. Frozko lachte sich bei diesem Anblick halb tot. Doch Krozko dämmerte, was passiert war.&lt;br /&gt;Er drehte sich zu Frozko und sagte:&lt;br /&gt;„Ich glaub, dass auch deine Unsterblichkeit vorbei is Frozko.“ Dieser lachte aber weiter und sagte:&lt;br /&gt;„Dann schau mal hea du Schlauberger!“ Mit einem Lachen nahm er den Dolch in die Hand und schnitt sich in den Finger. Blut ran daran herab und Frozkos Lachen blieb ihm im Halse stecken.&lt;br /&gt;„Wie kann das sein?“, flüsterte er, wobei er immer noch auf seine Wunde starrte.&lt;br /&gt;„Ich glaub, dass is meine Schuld“, brachte Krozko hervor und die anderen beiden sahen ihn an. „Ich hab mia gewünscht, dass wia wida Freundä sind und das ia euch wida verträgt und kaum hat ich es ausgesprochen, warn die Münzn weg.“&lt;br /&gt;Die anderen beiden schauten sich an und brüllten dann los:&lt;br /&gt;„Was?! Du hast dich von diesa ollen Fee reinlegn lassen? Wie soll dies den schaffn, dass wia wida Freunde weadn?“ Die beiden mussten sich gegenseitig stützen, um nicht umzufallen vor Lachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch Krozko sah die beiden zufrieden an, wie sie sich köstlich über ihn amüsierten. Er wusste, dass der Zauber schon gewirkt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie beschlossen, diesen verfluchten Wald noch heute zu verlassen und brachen bald auf. Auf dem Weg aus dem Wald sprachen Frozko und Brozko weiter über die Fee.&lt;br /&gt;“Das sind tückische Dingas diese Feen, das wusste ich glaich, denen kann man nich trauen“, sagte Brozko.&lt;br /&gt;„Ja, die wollte uns von Anfang an nua vearschn, was anderes hatte die ga nicht voa“, murmelte Brozko.&lt;br /&gt;„Das wusst´ ich schon, als die losgebrabbelt hat, die Kleine. So´n Zeugs kann doch keina vastehn, was die da brabbelte“, bezeugte Brozko.&lt;br /&gt;„Das is sicher eine von denen, die den ganzn Tag nua Grünzeugs fressn, da kann man ja nich richtig im Kopf sein“, vermutete Frozko, der ein Stück Holz wegkickte.&lt;br /&gt;„Die hat auch so gestunkn!“, jammerte Brozko. „Nach Blumn und som Zeug, da hats mich fast umgehaun.“&lt;br /&gt;„Man sollte ma einen dea Orkze zu den´n schickn, das wea ´n Spaß“, lachte Frozko.&lt;br /&gt;„Ja, die wüadn sich sicha ne riesen Keule wünschn, um uns zu vakloppn, und dann wüade ihnen dieses tückische Ding ne so große Keule gebn, dass sie sie nich ma hebn könntn“, stimmte auch Krozko zu und musste dabei lachen.&lt;br /&gt;Die beiden waren so in ihr Gespräch vertieft, dass sie nicht merkten, dass Krozko die ganze Zeit stumm und zufrieden neben ihnen herlief und im Geheimen über seine Brüder schmunzelte.&lt;br /&gt;Genauso wenig bemerkten sie die kleine Fee, die ihnen in den Baumwipfeln folgte und ihr Gespräch belauschte, wobei sie zufrieden grinste.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-4262747829473670283?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/4262747829473670283/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=4262747829473670283' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/4262747829473670283'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/4262747829473670283'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2007/03/die-drei-goblins-und-die-fee.html' title='Die drei Goblins und die Fee &lt;a href=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/Goblins.pdf&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://members.vol.at/mathias-erhart/PDF.png&quot; /&gt;&lt;/a&gt;'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-35854102.post-1599588874935204399</id><published>2007-03-01T11:00:00.000+01:00</published><updated>2007-04-06T11:00:48.407+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kurzgeschichte'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fantasy'/><title type='text'>Tausend Tote </title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es war noch Morgen als wir aufbrachen und Nebel lag noch über den Feldern.&lt;br /&gt;Wir fuhren mit einigen Wagen, vor die kräftige Pferde gespannt waren und die Menschen führten Äxte mit sich.&lt;br /&gt;Einer meiner Kameraden verriet mir, dass sie wieder vorhatten, zu morden, jedoch unser Ziel war ihm unbekannt.&lt;br /&gt;Unsere Fahrt führte uns weit weg vom Dorf und die Sonne stand schon über den Bergen, als wir unser Ziel erreichten.&lt;br /&gt;Die Kolonne hielt an einem Hügel, auf dem saftiges Gras wuchs.&lt;br /&gt;Am oberen Ende standen unsere Opfer.&lt;br /&gt;Stolz und gerade standen sie da, um ihren Tod zu erwarten.&lt;br /&gt;Die Menschen stiegen von den Wagen und gingen durch das Gras auf ihre Opfer zu.&lt;br /&gt;Auch als die Menschen schon die Äxte zogen, rannten ihre Opfer nicht weg.&lt;br /&gt;Wie sollten sie auch.&lt;br /&gt;Sie waren ja am Boden fest gekettet.&lt;br /&gt;Es ging nicht lange, bis die ersten Menschen ihre Opfer erreicht hatten und sie meist in Gruppen mit Axthieben eindeckten.&lt;br /&gt;Schon nach kurzer Zeit waren einige der Opfer gefallen.&lt;br /&gt;Sie gaben jedoch keinen Laut von sich, auch nicht bei ihrem Tod.&lt;br /&gt;Aber wie sollten sie auch.&lt;br /&gt;Sie waren ja stumm.&lt;br /&gt;Nur das Aufschlagen der gefallenen Körper auf dem Boden war von ihnen zu vernehmen.&lt;br /&gt;Wenn es noch andere Laute gab, dann wurden sie von den Axthieben und dem Gejohle der Menschen übertönt.&lt;br /&gt;Als es schon fast keinen Fleck mehr gab, der nicht mit Leichen bedeckt war, schienen die Menschen genug gemordet zu haben.&lt;br /&gt;Jedoch sah ich in keinem Gesicht Mitgefühl mit den dahingerafften Gegnern.&lt;br /&gt;Anscheinend war den Menschen dieses Gefühl wirklich fremd.&lt;br /&gt;Nicht nur, dass sie  den Tod ihrer Gegner mit keiner Zeremonie würdigten oder sie wenigstens bestatten, nein, sie verstümmelten die Leichen noch mehr.&lt;br /&gt;Sie gingen auf die am Boden liegenden Leichen mit ihrer Axt los.&lt;br /&gt;Zuerst schlugen sie ihnen die Gliedmaße ab.&lt;br /&gt;Als nur noch der Torso dalag, hackten sie diesen dann in kleine Stücke.&lt;br /&gt;Ich war so entsetzt von dieser Respektlosigkeit, dass ich mich abzuwenden versuchte.&lt;br /&gt;Genau in diesem Moment rief uns einer der Menschen zu ihnen und sagte, wir sollen die Leichenteile auf die Wagen laden.&lt;br /&gt;Seit ich von den Menschen versklavt wurde, musste ich noch keine so schreckliche Aufgabe erledigen.&lt;br /&gt;Ich nahm die Leichenteile behutsam auf und legte sie auch behutsam wieder ab.&lt;br /&gt;Das wurde jedoch nicht geduldet und so wurde ich dazu gezwungen, genau so respektlos mit den Leichenteilen zu verfahren, wie die Menschen.&lt;br /&gt;Wir warfen die Leichenteile einfach auf den Wagen, als wären es irgendwelche Gegenstände.&lt;br /&gt;Schon nach kurzer Zeit waren meine Hände voller Blut.&lt;br /&gt;Ich war froh, als die Arbeit vollendet war und drei vollgestapelte Wagen vor uns standen.&lt;br /&gt;Ich ging zu einem nahe gelegenen Bach, um mir die Hände abzuwaschen.&lt;br /&gt;Doch das Blut klebte an mir und wollte einfach nicht abgehen.&lt;br /&gt;Als wollten die Toten allen zeigen, wer ihr Mörder war.&lt;br /&gt;Als wir uns auf den Rückweg machten, wunderte es mich, dass die Leichen nicht mal abgedeckt wurden.&lt;br /&gt;Auch als wir das Dorf erreichten, blieben sie unbedeckt.&lt;br /&gt;Das schien aber keinen zu stören.&lt;br /&gt;Im Dorf angekommen mussten wir an jedem Haus einen Stapel von Leichenteilen abladen.&lt;br /&gt;Außerdem wurde auch noch in der Mitte des Dorfes ein Stapel errichtet.&lt;br /&gt;Als wir fertig waren, wurde es schon dunkel.&lt;br /&gt;Wir wurden in unsere Häuser geführt und bekamen einen Haferbrei, wie wir es gewünscht hatten.&lt;br /&gt;Jedoch ich bekam nichts hinunter, da immer noch Blut an meinen Händen klebte.&lt;br /&gt;Bei dem Versuch, es irgendwie abzubekommen, richtete ich meine Augen durch einen Spalt in der Wand kurz zur Dorfmitte.&lt;br /&gt;Dort hatte sich das ganze Dorf um den Haufen versammelt.&lt;br /&gt;Ein Mann trat an den Haufen heran und entzündete ihn.&lt;br /&gt;Nach kurzer Zeit brannte der ganze Haufen lichterloh.&lt;br /&gt;Die Menschen reichten Met herum und tranken viele Krüge leer.&lt;br /&gt;Ich meinte, von Zeit zu Zeit gequälte Schreie aus dem Haufen zu hören.&lt;br /&gt;Das konnte aber nicht sein, denn es waren ja schon alle tot.&lt;br /&gt;Als der Haufen dann schon stark abgebrannt war, fingen ein paar damit an, um den Haufen zu tanzen und dabei zu johlen und zu singen.&lt;br /&gt;Einige Wagemutige sprangen sogar über das Feuer, um die anderen zu beeindrucken.&lt;br /&gt;Als das Feuer dann ganz abgebrannt war, gingen die Leute wieder nach Hause.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Nacht lag ich lange wach und sann darüber nach, was die Bäume den Menschen wohl getan haben mussten ...&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/at"&gt;&lt;img src="http://members.vol.at/mathias-erhart/CC-by-nd.png"&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-1599588874935204399?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/1599588874935204399/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=1599588874935204399' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1599588874935204399'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/1599588874935204399'/><link rel='alternate' type='text/html' 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In den nächsten Tagen und Wochen werde ich meine Geschichten hier reinstellen und dieser Blog wird meine alte Website ablösen. Zum einen, weil ich meine Website sowieso umgestalten und vor allem interaktiver machen wollte. Zum anderen aber auch, weil ich einfach Lust dazu habe mich auch mal an einem Blog zu versuchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer also gedacht hätte ich wäre gestorben oder so (schließlich gab es auf meiner alten Website über ein Jahr lang keine News) lag zumindest nicht ganz richtig. Ich hatte das, was man wohl als Schreibblockade bezeichnen könnte. Aber zurzeit arbeite ich wieder an einem Roman und komme sogar recht gut voran. Außerdem habe ich noch einen fertigen Roman im Schrank, der eigentlich nur noch überarbeitet werden muss. Da ich aber erst noch meine aktuelle Geschiche fertigschreiben will bevor ich den anderen Roman überarbeite, wird es wohl noch bis irgendwann Mitte nächsten Jahres gehen, bis dann wirklich wieder etwas längeres von mir erscheint. Bis dahin wird es aber sicher noch zwei bis drei neue Kurzgeschichten geben. Eine wird es dann auch zum "offiziellen" Start des Blogs geben, versprochen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/35854102-116057609947423796?l=mathias-erhart.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/feeds/116057609947423796/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=35854102&amp;postID=116057609947423796' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/116057609947423796'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/35854102/posts/default/116057609947423796'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://mathias-erhart.blogspot.com/2006/10/under-construction.html' title='Under Construction'/><author><name>mathias-erhart</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_mjsOT8NZw0Q/Sj45D6c9PUI/AAAAAAAAABY/CngCBSTnjmM/S220/Avatar14.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
